Selbsthilfe

Die Selbsthilfe ist unverzichtbar zur Bewältigung und zur Heilung von Krankheiten. Deshalb unterstützen die Ersatzkassen in Schleswig-Holstein jährlich mehr als 500 Selbsthilfegruppen, 30 Landesorganisationen und 15 Kontaktstellen mit erheblichen Summen. Zusätzlich fließen finanzielle Mittel an Landes- und Bundesverbände der Selbsthilfe.

Mit Sorge beobachtet der Verband der Ersatzkassen den Rückzug der öffentlichen Hand aus der Selbsthilfeförderung. Denn seit Jahren haben die Krankenversicherer gemeinsam mit Ländern und Kommunen gut funktionierende Strukturen eingerichtet, deren Finanzierung nun gefährdet ist. Fehlende Mittel können von der Gesetzlichen Krankenversicherung nur in Ausnahmefällen kompensiert werden. Außerdem sind Selbsthilfegruppen nicht nur für gesetzliche Versicherte sondern für alle Bürgerinnen und Bürger da. Deshalb ist es wichtig, dass die Kommunen vor Ort die Arbeit der Selbsthilfe unterstützen.

Viele Millionen Menschen mit chronischen Erkrankungen und Behinderungen haben sich in Selbsthilfegruppen und -verbänden zusammengeschlossen. Sie unterstützen sich gegenseitig, tauschen Erfahrungen aus, informieren und beraten Betroffene. Die Aktivitäten der Patientenorganisationen helfen, soziale Problemlagen zu bewältigen und tragen dazu bei, die gesundheitliche Versorgung zu verbessern.

Pharma- und Medizinproduktehersteller versuchen dabei, Akteure im Gesundheitswesen für sich und ihre Erzeugnisse einzunehmen - zunehmend auch die Organisationen der gesundheitlichen Selbsthilfe. Vermehrt werden die Beziehungen zu Wirtschaftsunternehmen und mögliche Einflussnahmen offenbar. Leitlinien für Spenden und Sponsoring sind deshalb wichtige Schritte, um als Selbsthilfeorganisation und Selbsthilfegruppe glaubwürdig zu bleiben.

Dieses Anliegen teilen auch die Ersatzkassen und ihre Verbände. Sie möchten Selbsthilfeorganisationen motivieren, ihre Finanzen transparent zu machen. Für Patientinnen und Patienten sind unabhängige und neutrale Informationen wichtig. Denn erst dann können sie eigenverantwortlich entscheiden. Einen Beitrag, um über diese Problematik weiter nachzudenken, zu informieren und zu diskutieren, stellt die Broschüre "Ungleiche Partner - Patientenselbsthilfe und Wirtschaftsunternehmen im Gesundheitssektor" dar, die Sie hier herunterladen können.

Neustrukturierung der Selbsthilfe

Die Selbsthilfeförderung in Schleswig-Holstein wurde seit dem 1. Januar 2008 neu organisiert. Die Selbsthilfegruppen, Landesorganisationen und Kontaktstellen wirken bei der Vergabe der Fördermittel beratend mit. Die Förderanträge sind bis spätestens 31. Januar eines Jahres bei der "Arbeitsgemeinschaft Selbsthilfeförderung Schleswig-Holstein" (ARGE Selbsthilfeförderung S-H) einzureichen.

http://www.arge-selbsthilfefoerderung-sh.de

Auf ihrer konstituierenden Sitzung schufen die Mitglieder der ARGE Selbsthilfeförderung S-H die Grundlagen für eine neue Selbsthilfeförderung im Land und verabschiedeten eine entsprechende Kooperationsvereinbarung und Geschäftsordnung. Aufgrund von gesetzlichen Änderungen auf Bundesebene wurde die Selbsthilfeförderung auch in Schleswig-Holstein neu geregelt: Seit 1. Januar 2008 gibt es eine kassenartenübergreifende und eine krankenkassenindividuelle Förderung.

Bei der kassenartenübergreifende Förderung unterstützt die ARGE Selbsthilfeförderung S-H die Selbsthilfegruppen, die Landesverbände und -organisationen sowie die Selbsthilfekontaktstellen mit pauschalen Beträgen. Dafür muss künftig nur noch ein Antrag je Organisation gestellt werden. Dabei geht es zum Beispiel um Zuschüsse für Fortbildungen, Schulungen oder regelmäßige Gruppen- und Verbandsmedien. Neu ist, dass die Selbsthilfe-Vertreter bei der Vergabe der Fördermittel künftig beratend mitwirken. Damit erfüllen die Krankenkassen in Schleswig-Holstein den Wunsch vieler Organisationen nach mehr Transparenz und Mitbestimmung. Mit der neuen Regelung setzt die ARGE Selbsthilfeförderung S-H Anreize für eine engagierte, wirkungsvolle und qualitätsorientierte Selbsthilfearbeit auf allen Ebenen.

Neben der gemeinsamen Pauschalförderung gibt es auch die Möglichkeit der Projekt- und Pauschalförderung. Diese wird weiterhin von den Krankenkassen individuell geleistet. Anträge hierzu müssen deshalb direkt bei der jeweiligen Kasse gestellt werden. Unter Projektförderung ist die zeitlich begrenzte Förderung einzelner Vorhaben gemeint. Dazu gehören zum Beispiel Veranstaltungen, Seminare, Workshops. Die Ersatzkassen haben allerdings beschlossen, der Pauschalförderung für Selbsthilfegruppen mehr Gewicht zu verleihen und werden die für die Projektförderung vorgesehenen finanziellen Mittel zusätzlich zur pauschalen Gruppenförderung an die ARGE Selbsthilfe in Schleswig-Holstein überweisen. Es wird daher seitens der Fördergemeinschaft der Ersatzkassen für Selbsthilfegruppen keine Projektförderung mehr vorgenommen. Lediglich Projekte von Landesorganisationen werden noch durch einzelne Ersatzkassen (BARMER GEK, DAK Gesundheit, TK und KKH) unterstützt. Krankenkassenindividuelle Anträge sind direkt bei diesen Ersatzkassen zu stellen.

Damit die gesetzlichen Krankenkassen über eine Förderung entscheiden können, ist Ihre Mitwirkung nach § 60 SGB I erforderlich. Die folgenden Angaben werden für die ordnungsgemäße Bearbeitung Ihres Antrages auf Förderung nach § 20 SGB V benötigt. Eine fehlende Mitwirkung kann zur Ablehnung Ihres Antrages führen.

Förderanträge für die kassenartenübergreifende Förderung sind künftig zu richten an die Ansprechpartner für 2015:

Die Federführung für die Vergabe der Selbsthilfefördergelder für die regionalen Selbsthilfegruppen im Rahmen der kassenartenübergreifenden Gemeinschaftsförderung übernimmt für das Jahr 2015 der

Verband der Ersatzkassen e.V. (vdek)

Landesvertretung Schleswig-Holstein

Wall 55 (Sell-Speicher)

24103 Kiel

Die Bearbeitung für die Vergabe der Selbsthilfefördergelder für die Landesverbände/-organisationen sowie für die Kontaktstellen übernimmt für das Jahr 2015 die     

AOK NORDWEST - Die Gesundheitskasse

Edisonstraße 70

24145 Kiel

Die entsprechenden Antragsformulare finden Sie unter folgendem Link:

http://www.arge-selbsthilfefoerderung-sh.de/formulare.php

E-Mail: info@arge-selbsthilfefoerderung.de
Internet: http://www.arge-selbsthilfefoerderung-sh.de

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