Der diesjährige Aktionstag zur Patientensicherheit steht unter dem Motto „Sichere Versorgung chronisch erkrankter Menschen – für ein gutes Leben!“.
„Menschen mit chronischen Erkrankungen kommen überdurchschnittlich oft mit dem Gesundheitssystem in Kontakt und dann auch mit vielen verschiedenen Einrichtungen. Für sie ist es besonders wichtig, dass Behandlungsschritte nahtlos ineinandergreifen und Informationen alle Beteiligten erreichen. Wo Informationen z. B. zwischen Krankenhaus und Arztpraxis verloren gehen oder Therapien zwischen Ärzten verschiedener Fachrichtungen nicht ausreichend abgestimmt sind, können vermeidbare Risiken entstehen“, warnt Claudia Straub, Leiterin der Landesvertretung Schleswig-Holstein des Verbandes der Ersatzkassen e. V. (vdek).
An den Schnittstellen besteht ein erhöhtes Risiko
Chronische Erkrankungen erfordern eine besonders gute Zusammenarbeit und Kommunikation zwischen den beteiligten Ärztinnen und Ärzten, Therapeutinnen und Therapeuten sowie weiterer Leistungserbringer. Gerade an den Übergängen zwischen Krankenhausbehandlung, ambulanter Versorgung, Rehabilitation und Pflege kommt es auf gut abgestimmte Abläufe an. Das trägt maßgeblich dazu bei, Komplikationen zu vermeiden, sodass chronisch kranke Menschen ihre Lebensqualität, Selbstständigkeit und Teilhabe länger erhalten können. Die elektronische Patientenakte ist hier ein hilfreiches Instrument, um den Informationsfluss sicherzustellen.
DMP: Strukturierte Versorgung schafft Sicherheit
Für chronisch kranke Menschen gibt es besonders strukturierte Behandlungsprogramme, die sogenannten Disease-Management-Programme (DMP). Sie fördern eine leitliniengerechte Betreuung, regelmäßige Untersuchungen - und Patientenschulungen. Denn auch die eigene Gesundheitskompetenz ist eine tragende Säule der Patientensicherheit. „Wer seine eigene Erkrankung und die entsprechende Therapie versteht, kann auf dieser Grundlage besser Entscheidungen treffen und Komplikationen oder Risiken erkennen“, betont Claudia Straub.
In Schleswig-Holstein existieren DMP für folgende Diagnosen: Asthma bronchiale, Brustkrebs, Chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD), Diabetes (Typ 1 und 2), Koronare Herzkrankheit (KHK), Osteoporose sowie Rheumatoide Arthritis.
„Mehr Patientensicherheit“: Aus Erfahrungen lernen, Versorgung verbessern
Der vdek und seine Mitgliedskassen werben dafür, die Erfahrungen von Patientinnen und Patienten stärker zu nutzen, um die Versorgung weiterzuentwickeln. Über das Portal „Mehr Patientensicherheit“ können Versicherte oder deren Angehörige anonym über positive wie negative Erfahrungen in der Gesundheitsversorgung berichten. Bis heute wurden knapp 2.000 Berichte ausgewertet, die Verbesserungspotenziale im Versorgungsalltag sichtbar machen. Beim Deutschen Preis für Patientensicherheit hat diese Initiative der Ersatzkassen im vergangenen Monat den zweiten Platz belegt.
Kontakt
Florian Unger
Pressesprecher
vdek-Landesvertretung Schleswig-Holstein
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