6. Präventionskonferenz im Land Bremen

Zehn Jahre Gesundheitsförderung gemeinsam gestalten

Die Bedeutung von Evaluation für eine gute Gesundheitsförderung stand am Mittwoch, 23. September 2026, im Mittelpunkt der 6. Präventionskonferenz des Strategieforums Prävention im Land Bremen. Gleichzeitig gab es einen besonderen Anlass zum Feiern: Vor zehn Jahren wurde die Landesrahmenvereinbarung Prävention geschlossen, die gemeinsame Präventionsprojekte von Sozialversicherungsträgern und Land Bremen ermöglicht und damit auch die Grundlage für die Arbeit des Strategieforums geschaffen hat.

Zehn Jahre erfolgreiche Zusammenarbeit

Dunkehaarige Frau am Mikro

Die Zusammenarbeit sei im Laufe der Jahre deutlich leichter geworden, erklärte Dr. Svenja Jacobs vom GK-Bündnis für Gesundheit im Land Bremen. Die vertrauensvolle Kooperation zeigt sich auch in der Bilanz: Sechs Projekte konnten bereits erfolgreich abgeschlossen werden, sieben weitere laufen derzeit, weitere Vorhaben befinden sich in der Vorbereitung. Gleichzeitig sei das Ziel, Gesundheit in vulnerablen Lebenslagen als zentrale Gerechtigkeitsaufgabe zu stärken, noch längst nicht erreicht. Umso wichtiger sei es, dass die Kooperation inzwischen durch eine geteilte Federführung von gesetzlicher Krankenversicherung und senatorischer Behörde weiter ausgebaut wurde.

Evaluation als Schlüssel zum nachhaltigen Erfolg

Frau mit hellbraunem Anzug am Mikro

Ob für Kinder, Jugendliche, Erwachsene oder ältere Menschen: Jedes Präventionsprojekt steht vor der Herausforderung, seine Zielgruppe zu erreichen und wirksam zu unterstützen. Doch wie lässt sich die Wirksamkeit von Maßnahmen in diesem komplexen Feld nachweisen?

Mit dieser Frage beschäftigte sich der Impulsvortrag von Prof. Dr. Daniela Fuhr vom Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie (BIPS). Im Durchschnitt vergingen 17 Jahre von der ersten Idee eines Präventionsprojekts bis zu einer nachweisbaren Wirkung bei den Betroffenen. Daher gehe es nicht nur darum, ob Maßnahmen wirken, sondern auch darum, wie diese Wirkung langfristig erhalten werden kann. Eine wichtige Rolle spiele dabei die Verstetigung erfolgreicher Projekte, insbesondere vor dem Hintergrund begrenzter finanzieller Ressourcen.

Ene Frau auf einer Bühne spricht zu einem Publikum

Praxisbeispiel aus Tenever

Wie durch aufeinander aufbauende Projekte neue Schwerpunkte gesetzt und unterschiedliche Zielgruppen erreicht werden können, zeigte das Team von Frauen Gesundheit in Tenever (FGT). Seit 2019 setzt die Initiative drei Maßnahmen zu den Themen Digitalisierung und Klimagesundheit partizipativ um. Im Sinne der Nachhaltigkeit entstanden dabei auch Handreichungen, die anderen Projekten als Orientierung dienen können. Evaluation sei dabei unverzichtbar, um Maßnahmen kontinuierlich weiterzuentwickeln und an neue Anforderungen anzupassen, betonte Dr. Christina Sanko vom FGT.

Die Vielfalt der Präventionslandschaft in Bremen

Die breite Vielfalt, die im Strategieforum vertreten ist, präsentierte sich ebenfalls auf der Konferenz. Das Engagement des Stabsbereichs „Gesundheitliche Chancengleichheit und Prävention bei der Senatorin für Gesundheit, Frauen und Verbraucherschutz stellte Sarah Uflacker vor. Dort werden neben den gesetzlichen Aufgaben zahlreiche weitere Projekte vorangetrieben, darunter die Gesundheitszentren in Gröpelingen, Bremen-Süd und der Überseestadt sowie Gesundheitsfachkräfte in Schulen, Quartieren und ab dem kommenden Jahr auch in Kindergärten.

Anne Pätzold vom BBKK Landesverband Mitte stellte die Projektförderung durch das GKV-Bündnisses für Gesundheit im Land Bremen  vor. Tobias Lange von der Unfallkasse Bremen erläuterte den Zusammenhang und die Bedeutung verschiedener präventiver Maßnahmen in Betrieben. Luca Richter von der BARMER präsentierte das bundesweit an vielen Schulen umgesetzte Projekt MindMatters. Anschließend stellte Dr. Natalie Schüz von der Rentenversicherung Oldenburg-Bremen mit RV Fit ein spezielles Präventionsprogramm für Berufstätige vor.

Im Anschluss hatten die Teilnehmenden Gelegenheit, sich in Kleingruppen über weitere Angebote der Gesundheitsämter Bremen und Bremerhaven, der KGC, der BGF-Koordinierungsstelle und weiterer Akteurinnen und Akteure zu informieren. Für Svenja Jacobs ist die Vielzahl der vorgestellten Projekte und Initiativen ein Beleg dafür, dass das kleine Bundesland gut aufgestellt ist: „Bremen ist in der Prävention weit vorn.“

Zehn Jahre Landesrahmenvereinbarung

Mann mit Brille an Stehpult

Im zweiten Teil der Konferenz stand das zehnjährige Bestehen der Landesrahmenvereinbarung im Mittelpunkt. Ole Laumann, Abteilungsleiter Gesundheit bei der Senatorin für Gesundheit, Frauen und Verbraucherschutz, würdigte die vertrauensvolle Zusammenarbeit der vergangenen zehn Jahre als „keine Kleinigkeit“ und sprach der Präventionsarbeit auch künftig eine wachsende politische Bedeutung zu.

Seine Kollegin Anne Dehlfing beschrieb Prävention in ihrem Beitrag als Mosaik und hob die Bedeutung der einzelnen Bausteine und ihrer Verbindungen hervor. Grundlage für ein funktionierendes Mosaik seien Vertrauen, starke Netzwerke und eine gemeinsame Perspektive.

So endet der Bericht auch mit einem schönen Bogen: von der Frage nach der Wirksamkeit von Prävention hin zu den Netzwerken und Kooperationen, die Prävention in Bremen überhaupt erst möglich machen.