Krankenhausfinanzierung

Die Krankenhausfinanzierung erfolgt in Deutschland nach dem Prinzip der "dualen Finanzierung": Die Betriebskosten der Krankenhäuser, also alle Kosten, die für die Behandlung von Patienten entstehen, werden von den Krankenkassen finanziert. Die Investitionskosten werden hingegen durch die Bundesländer finanziert. Demzufolge entscheiden die Länder, wo ein Krankenhaus gebaut, erweitert oder geschlossen wird und finanzieren diese Investitionsmaßnahmen.

Betriebskosten

Wenn Krankenhäuser im Rahmen der Krankenhausplanung der Bundesländer in den Landeskrankenhausplan aufgenommen werden, dann sind die Krankenkassen zur Erstattung der Behandlungskosten in diesen Krankenhäusern verpflichtet. Die Vergütung wird jedes Jahr im Rahmen des DRG-Systems auf Basis der Landesbasisfallwerte oder in Teilbereichen durch das neue PEPP-System ausgehandelt.

Kern des DRG-Systems (Diagnosis Related Groups) ist der Fallpauschalenkatalog. Er enthält rund 1.200 abrechenbare Fallpauschalen, die das komplexe Behandlungsgeschehen abbilden. Der Basispreis für die einzelnen DRG-Leistungen wird seit 2005 durch die Landesbasisfallwerte festgelegt. Sie werden jährlich von den Krankenhausgesellschaften und Krankenkassen auf Landesebene ausgehandelt. 

In den letzten Jahren ist festgestellt worden, dass die Zahl der behandelten Patienten und die Leistungsmenge in den Krankenhäusern kontinuierlich gestiegen sind. Sowohl die Ergebnisse der gesetzliche Begleitforschung zum DRG-System, wie auch ein Gutachten von Jürgen Wasem, Boris Augurzky und Stefan Felder im Auftrag des GKV-Spitzenverbandes machen deutlich, dass der starke Leistungsanstieg nur teilweise durch die Demographie zu erklären ist und dass die Anreizwirkung des DRG-Systems auch eine Rolle spielen könnte.

Auf diese Entwicklung hat die Politik reagiert und in § 17b Abs. 9 KHG die Vertragsparteien auf Bundesebene, also die Deutsche Krankenhausgesellschaft, den GKV-Spitzenverband und den Verband der privaten Krankenversicherung, verpflichtet, einen gemeinsamen Forschungsauftrag zur Untersuchung der Gründe und Einflussgrößen auf die Leistungsmengenentwicklung zu vergeben. Ebenso sollen gemeinsame Lösungsvorschläge zur Steuerung der Leistungsmengen entwickelt werden. Die Ergebnisse wurden im Juli 2014 vom GKV-Spitzenverband veröffentlicht.

Für die Bereiche der Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik gilt seit Inkrafttreten des Psych-Entgeltgesetzes (PsychEntgG) ein eigenes Abrechnungssystem (PEPP-System). Das Psych-Entgeltgesetz orientiert sich am Krankenhausentgeltgesetz, das die Finanzierung für den somatischen Bereich über die diagnosebezogenen Fallgruppen (DRG) regelt.

Investitionsfinanzierung

Die Investitionskosten von Krankenhäusern werden grundsätzlich von den Bundesländern finanziert. Doch die Länder sind ihrer Verpflichtung zur Investitionsfinanzierung in den letzten Jahren immer weniger nachkommen. So lagen die Investitionsmittel, die alle Bundesländer den Krankenhäusern im Jahr 2012 zur Verfügung gestellt haben, bei 2,6 Mrd. Euro. Vor zwanzig Jahren lag die Investitionsfinanzierung der Bundesländer noch bei 3,8 Mrd. Euro, d.h. es gab seitdem einen Abbau um rund 30 Prozent, während im gleichen Zeitraum die Krankenhausausgaben der Krankenkassen um 45 Prozent (34 Mrd. Euro) auf insgesamt über 75 Mrd. Euro angestiegen sind. Damit ist der Anteil der Krankenhausfinanzierung der Länder seit 1992 von 10 Prozent auf 3,5 Prozent gesunken. Vor dem Hintergrund der Unterfinanzierung steigt bei den Krankenhäusern der Anreiz zur Leistungsausweitung, um die Kosten decken zu können.

Mit der Einführung des KHRG im Jahr 2009 wurde in § 10 KHG ein Entwicklungsauftrag zur Reform der Investitionsfinanzierung ins Krankenhausrecht aufgenommen. Demnach können Bundesländer künftig wählen, ob sie weiterhin über die Einzel- und Pauschalförderung Krankenhäuser mit Investitionsmitteln fördern, oder ob sie auf ein neues System der leistungsorientierten Investitionsfinanzierung umsteigen.

Dieses leistungsorientierte System sieht eine Kalkulation des Investitionsbedarfs von Krankenhäusern über "Investitionsbewertungsrelationen" vor. Diese ergeben im Zusammenhang mit dem so genannten "Investitionsfallwert" die künftige Investitionsfinanzierung. Nach Veröffentlichung des Kalkulationsverfahrens durch das InEK werden derzeit die Investitionsbewertungsrelationen in einzelnen Krankenhäusern probeweise kalkuliert. Ob und wie die Länder nach Veröffentlichung des Ergebnisses der Kalkulation von diesem neuen Instrument im Jahr 2014 erstmals Gebrauch machen, bleibt abzuwarten.

Weitere Informationen

  1. vdek zur Verabschiedung des Krankenhaus-Strukturgesetzes (KHSG)

    Pressemitteilung

    Unter dem Strich ist die Klinikreform aus Sicht der Krankenkassen und Beitragszahler enttäuschend. Bei der Qualitätsorientierung wird es nun entscheidend auf die Bereitschaft der Länder ankommen, die Vorgaben des Gesetzes auch in der Krankenhausplanung umzusetzen. Gescheitert ist die Politik an dem Vorhaben, die Länder bei der Investitionsfinanzierung mehr in die Verantwortung zu nehmen. » Lesen

  2. Finanzierung der Krankenhausreform muss geklärt werden

    Pressemitteilung

    „Die Klinikreform wird teurer und teurer. Nun sollen die Krankenhäuser Jahr für Jahr weitere 800 Millionen Euro bekommen. Es ist erstaunlich, dass sich die Bund-Länder-Arbeitsgruppe keinerlei Gedanken über die Finanzierung der anstehenden Klinikreform gemacht hat", erklärt Ulrike Elsner, Vorstandsvorsitzende des Verbandes der Ersatzkassen e. V. (vdek), anlässlich der Vereinbarung der Bund-Länder-Arbeitsgruppe zur Klinikreform. » Lesen

  3. "Die Krankenhäuser werden von der Klinikreform finanziell profitieren"

    Pressemitteilung

    „Für die morgen anstehenden Proteste der Krankenhäuser gibt es insbesondere vor dem Hintergrund des nun von den Koalitionspartnern beabsichtigten Pflegezuschlages in Höhe von 500 Millionen Euro pro Jahr keinen Grund", sagt Ulrike Elsner, Vorstandsvorsitzende des Verbandes der Ersatzkassen e. V. (vdek), anlässlich des geplanten bundesweiten Aktionstags zur Krankenhausreform. » Lesen

  4. Finanzierung der Krankenhausreform stärker in den Fokus rücken

    Pressemitteilung

    In Anbetracht des steigenden Finanzdrucks in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) muss bei der geplanten Klinikreform die Finanzierung stärker in den Fokus gerückt werden. „Bei den Reformplänen fehlt eine umfassende Finanzierungsstrategie“, erklärte Ulrike Elsner, Vorstandsvorsitzende des Verbandes der Ersatzkassen e. V. (vdek), auf einem Presseworkshop in Berlin. „In Anbetracht der zu erwartenden Kosten in Höhe von mehr als 8 Milliarden Euro bis 2020, muss dies dringend nachgeholt werden." » Lesen

  5. Krankenhausreform wird immer teurer: Mehr als 8 Milliarden Euro bis 2020

    Pressemitteilung

    „Die Ersatzkassen erwarten dringend, dass mit dem Krankenhausstrukturgesetz (KHSG) nun einheitliche Qualitätsstandards in die deutschen Krankenhäuser kommen“, erklärte Ulrike Elsner, Vorstandsvorsitzende des Verbandes der Ersatzkassen e. V. (vdek), anlässlich der 1. Lesung des Gesetzes im Deutschen Bundestag. Die Bundesregierung habe nun eine gesetzliche Grundlage dafür geschaffen. Nun stünden die Länder in der Pflicht, diese Qualitätsstandards bei der Krankenhausplanung umzusetzen. » Lesen

  6. Krankenhausreform darf nicht weiter verwässern

    Pressemitteilung

    „Die Ersatzkassen appellieren eindringlich an die Bundesländer, die geplante Krankenhausreform nicht weiter zu verwässern. Dies gilt insbesondere beim Thema Mengensteuerung. Ohnehin sieht das geplante Gesetz viel zu wenige Maßnahmen vor, um den ökonomisch motivierten und unnötigen Operationen in deutschen Krankenhäusern ein Ende zu bereiten. » Lesen

  7. vdek zur Fachanhörung im BMG zum Krankenhausstrukturgesetz

    Pressemitteilung

    „Es ist gut, dass mit der geplante Krankenhausreform nun eine gesetzliche Grundlage geschaffen werden soll, um mehr Qualität in deutsche Krankenhäuser zu bringen“, erklärte Ulrike Elsner, Vorstandsvorsitzende des Verbandes der Ersatzkassen e.V. (vdek) im Vorfeld der Fachanhörung des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) zum Krankenhausstrukturgesetz (KHSG) am 18. Mai. » Lesen

  8. Das Krankenhaus-Strukturgesetz (KHSG)

    Politik

    Mit dem Krankenhaus-Strukturgesetz (KHSG) will die Bundesregierung die im Koalitionsvertrag vereinbarte Krankenhausreform umsetzen. Zentrale Themen des Krankenhausstrukturgesetzes sind die Qualitätssicherung im Krankenhaus, die Krankenhausplanung und die Sicherung der Finanzierung der Betriebskosten. » Lesen

  9. vdek fordert Nachbesserungen bei der Krankenhausreform und Reform der ärztlichen Versorgung

    Pressemitteilung

    Nach Auffassung der Ersatzkassen gibt es bei der anstehenden Krankenhausreform und der Reform der ärztlichen Versorgung noch Nachbesserungsbedarf. Die Vorstandsvorsitzende des Verbandes der Ersatzkassen e. V. (vdek), Ulrike Elsner, sagte: „Dass die Koalition Strukturreform in die Wege leitet, ist richtig. Trotzdem enthalten die Reformpakete noch eine Reihe von Ungereimtheiten.“ » Lesen

  10. vdek fordert substantielle Reformen in den Bereichen Qualität und Investitionsfinanzierung

    Pressemitteilung

    Die Bund-Länder-Arbeitsgruppe unter Federführung des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) will heute erste Eckpunkte für eine Krankenhausreform vorlegen. Die Vorstandsvorsitzende des Verbandes der Ersatzkassen e. V. (vdek), Ulrike Elsner, appellierte im Vorfeld der Sitzung noch einmal nachdrücklich an die Arbeitsgruppe, sich insbesondere bei den Themen Qualität und Investitionsfinanzierung der Krankenhäuser auf substantielle Reformschritte zu verständigen. » Lesen

  11. vdek: Qualitätsgefälle im Krankenhausbereich dringend angehen

    Pressemitteilung

    Der Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek) hat Bund und Länder aufgerufen, bei der geplanten Krankenhausstrukturreform Qualitätsdefizite in der stationären Versorgung anzugehen. „Obwohl Deutschland bei den Gesundheitskosten weltweit einen Spitzenplatz belegt, schneiden wir bei der Qualität im Krankenhausbereich nur mittelmäßig ab. Die Politik ist dringend aufgefordert, hier durch gesetzliche Maßnahmen entgegenzuwirken“, sagte Ulrike Elsner, die Vorstandsvorsitzende des vdek, auf dem 8. Nationalen Qualitätskongress Gesundheit. » Lesen

  12. Krankenhausplanung 2.0: vdek und RWI stellen Gutachten zur Reform der Krankenhausstrukturen vor

    Pressemitteilung

    Die Ersatzkassen fordern eine umfassende Reform der Krankenhausstrukturen in Deutschland. „Qualität und Erreichbarkeit von Krankenhäusern müssen im Mittelpunkt einer Krankenhausplanung der Zukunft stehen“, sagte Ulrike Elsner, Vorstandsvorsitzende des Verbandes der Ersatzkassen e. V. (vdek) auf einer Pressekonferenz in Berlin. Die Vorstandsvorsitzende stellte das Gutachten zur „Krankenhausplanung 2.0“ vor, das der vdek beim Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) in Auftrag gegeben hat. » Lesen

  13. Christian Zahn fordert Öffnung von Krankenhäusern für ambulante Grundversorgung in ländlichen Regionen und klare Regeln für Innovationsfonds

    Pressemitteilung

    Christian Zahn, Vorsitzender des Verbandes der Ersatzkassen e. V. (vdek), hat auf der Mitgliederversammlung der Ersatzkassen ein positives Fazit aus der bisherigen Regierungsarbeit im Bereich der Gesundheit und Pflege gezogen. Die Regierung habe im ersten Halbjahr mit dem Finanzierungsgesetz notwendige Reformen angestoßen und auch den Mut gehabt, falsche Entscheidungen der Vorgängerregierung, wie den individuellen Zusatzbeitrag, zu korrigieren. » Lesen

  14. Ersatzkassen fordern bessere Zusammenarbeit bei Krankenhausplanung

    Pressemitteilung

    Die Bundesländer und der Bund sollten nach Auffassung der Ersatzkassen bei der Krankenhausplanung künftig besser zusammenarbeiten. „Die Planung der Bundesländer ist heute sehr uneinheitlich und intransparent. Sie sollte künftig einheitlich und nach bundesweit definierten Planungskriterien ausgerichtet werden“, sagte Ulrike Elsner, Vorstandsvorsitzende des Verbandes der Ersatzkassen e. V. (vdek) im Vorfeld des Treffens der Bund-Länder-Arbeitsgruppe zur Krankenhausreform am 26. Mai 2014 in Berlin. » Lesen

  15. Neue Wege in der Krankenhausplanung

    Magazin

    Stefan Wöhrmann. Der Koalitionsvertrag sieht vor, dass die neue Bundesregierung in diesem Jahr das Thema Krankenhausreform auf die Agenda setzt. Investitionsfinanzierung und Krankenhausplanung dürfen nicht ausgespart werden. » Lesen

  16. Positionen der Ersatzkassen zur Gesundheitspolitik

    Politik

    Zuletzt veröffentlichte der vdek ein Positionspapier zum morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleich (Morbi-RSA): Die Verteilungswirkungen des Morbi-RSA führen zu einer dauerhaften Unterdeckung bei den Ersatzkassen. Es gilt, faire Wettbewerbsbedingungen zu schaffen. Der vdek macht Vorschläge für eine Weiterentwicklung des Morbi-RSA. » Lesen

  17. vdek-Zukunftsforum 2013: Qualität im Krankenhaus

    Qualität wird in Deutschland groß geschrieben, besonders wenn es um die eigene Gesundheit geht. Da wünscht sich jeder die beste Behandlung. Zwar ist es im stationären Bereich gelungen, die Qualität der Behandlung zu messen, jedoch werden die Ergebnisse nicht konsequent angewendet. Es fehlen gute Ansätze, wie Qualitätsergebnisse von Patienten und den Partnern im Gesundheitswesen stärker genutzt werden können. » Lesen

Online-Angebote des vdek