Niederlassung von Landärzten in Sachsen mit 880.000 Euro gefördert

Die gesetzlichen Krankenkassen und die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen (KVS) haben 2012 die Niederlassung von Landärzten in Sachsen mit 883.000 Euro aus Mitteln des Strukturfonds unterstützt. Als Soforthilfen wurden 512.000 Euro für Investitionskostenzuschüsse bei Übernahme und Neugründung von Praxen sowie für Mindestumsätze gezahlt. Ein ähnlicher Betrag ging in die Bindung ärztlichen Nachwuchses an Sachsen. Mit 246.000 Euro wurde ein Modellprojekt gefördert, bei dem Medizinstudenten im Ausland studieren und später im Freistaat arbeiten sollen. 125.000 Euro wurden für Studienbeihilfen an deutschen Hochschulen ausgegeben.

„Ärzte gezielt zu fördern, die sich in Regionen mit Versorgungsproblemen niederlassen, ist in Sachsen seit Jahren ein gemeinsames Anliegen von Krankenkassen und KVS“, sagte Silke Heinke, Leiterin der Landesvertretung Sachsen des Verbandes der Ersatzkassen (vdek), aus Anlass des vorgelegten Jahresberichts zum Strukturfonds. „Die KVS hat die Chance des Strukturfonds konsequent wahrgenommen. Sie hat ihn zügig vorbereitet, die Kassen kooperativ eingebunden und mit Inhalten belebt.“

Die für Kassenärztliche Vereinigungen bestehende Option, einen Strukturfonds einzurichten, war durch ein Ende 2011 verabschiedetes Bundesgesetz („Versorgungsstrukturgesetz“) neu geschaffen worden.

Der Großteil der aus dem sächsischen Fonds geförderten 23 Arztstellen entfiel auf den hausärztlichen Bereich. Insgesamt 19 Hausärzten wurde geholfen, wobei elf von ihnen in Torgau/Oschatz tätig sind. Daneben wurden ein Augenarzt (Mittlerer Erzgebirgskreis), ein HNO-Arzt (Annaberg), ein Kinderarzt (Zwickau-Stadt) und ein Nervenarzt (Rochlitz) gefördert. Außerdem erhielten 41 Medizinstudenten Unterstützung, die nach Studienabschluss als Hausärzte im ländlichen Raum praktizieren sollen.

„Angesichts der wie bei vergleichbaren Projekten üblichen Anlaufkurve wurde der Strukturfonds in seinem ersten Jahr gut genutzt“, so Silke Heinke. „Etwa ein Drittel der in Sachsen maximal möglichen 2,5 Millionen Euro wurde ausgegeben. Die Maßnahmen der letzten Monate lassen erwarten, dass in diesem Jahr ein weitaus größerer Betrag für den Strukturfonds verwendet wird.“ So werden ab dem Herbst 20 Medizinstudenten im deutschsprachigen Studiengang Humanmedizin an der Universität Pécs (Ungarn) durch Übernahme der Studiengebühren gefördert.

Die Kassenärztlichen Vereinigungen können bis zu 0,1 Prozent des ärztlichen Honorars in den Strukturfonds geben. Die Krankenkassen entrichten in den Fonds einen Beitrag in gleicher Höhe. Über die Verwendung des Geldes entscheiden die Kassenärztlichen Vereinigungen. In Sachsen besitzen die Kassen dabei ein Mitspracherecht.

Kontakt

Dirk Bunzel
Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek)
Landesvertretung Sachsen

Tel.: 03 51 / 8 76 55 37
E-Mail: dirk.bunzel@vdek.com