BKK, IKK, Knappschaft und vdek kritisieren erneute Ärzteproteste

„Honorarforderungen mit Protestaktionen auf dem Rücken der Patienten und Angestellten auszutragen sind fehl am Platz!“

Krankenkassen in Baden-Württemberg den Kassenärzten bereits zusätzlich Wieder hat eine Ärztegruppe zum 15. September wegen erneuter Honorarforderungen eine Protestaktion mit landesweiter Schließung aller Praxen angekündigt. Sie fordern eine höhere Vergütung und hätten erst die halbe Strecke hinter sich.
Die baden-württembergischen Krankenkassen wenden im Jahr 2009 über 3,7 Milliarden Euro für vertragsärztliche Leistungen auf. Darüber hinaus stellen die 35 Millionen Euro zur Finanzierung von vertragsärztlichen Leistungen zur Verfügung. Dieses Geld wird von Beitragszahlern aufgebracht, die in der derzeitigen wirtschaftlichen Lage Gehaltseinbußen hinnehmen müssen und nicht wissen, ob ihr Arbeitsplatz weiterhin sicher ist. Das zugesagte Geld fließt indessen in voller Höhe den Vertragsärzten zu – unabhängig von möglichen Einnahmeausfällen durch die wirtschaftliche Entwicklung.
Um stolze 4 Milliarden Euro sind die Arzthonorare in Deutschland innerhalb von nur zwei Jahren gestiegen, eine Milliarde Euro mehr als zugesichert. Das Ergebnis im ersten Quartal 2009 kann sich sehen lassen, jedenfalls, wenn man die Zuwachsraten mit dem vergleicht, was sich in den Zeiten der Wirtschafts- und Finanzkrise sonst bei Löhnen und Gehältern tut.

Die Gesamtvergütung ist im ersten Quartal voraussichtlich um 7,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal gestiegen.
Seitens der Kassenärztlichen Bundesvereinigung wird hierzu nur lapidar festgestellt, dass dies aber noch lange nicht reiche. „Dieses Verhalten, welches einen großen Teil der Kassenärzte betrifft, ist völlig inakzeptabel. Die Öffentlichkeit und mit Ihnen die Versicherten haben dies jedoch durchschaut“, so die Vorstände der Verbände. Mitten in der Wirtschaftskrise beharren Funktionäre auf Maximalforderungen und bringen die Kassenärzte weiter gegen die Politik auf, statt endlich einmal zuzugeben, dass bereits viel erreicht wurde. Der Stil der geführten Auseinandersetzung war und ist verfehlt.  Die Kassenärzte haben ihre Protestaktionen zu Jahresanfang auf dem Rücken ihrer Angestellten und Patienten ausgetragen. Praxisschließungen, Behandlungen nur gegen Bargeld, sogar Kurzarbeit für Arzthelferinnen – jedes Mittel war recht, um öffentlichwirksam Druck aufzubauen.
„Zweistellige Umsatzeinbußen in Höhe von 30 Prozent malten Ärztevertreter vorsorglich an die Wand. In Baden-Württemberg müssen die niedergelassenen Mediziner nach einer vorläufigen bundesweiten Bilanz im ersten Quartal 2009 ein prognostiziertes Minus von 0,7 Prozent gegenüber dem ersten Quartal 2008 hinnehmen; aber auch das kann sich noch in ein Plus ändern, weil es sich hier noch immer um keine Endabrechnung handelt. Liegt diese detailliert vor, wird sich bestätigen, dass die Furcht der Niedergelassenen vor überproportionalen Honorarverlusten nicht gerechtfertigt war. Die außerhalb des Regelleistungsvolumens vergüteten Leistungen werden für ein Auskommen auf gewohnt hohem Niveau sorgen. Dies bestätigt im Übrigen ein Faktenpapier, welches von den Kassenverbänden Anlass bezogen im Juni erstellt worden war“, so die Vorstände.
Für Baden-Württemberg bleibt festzustellen, dass die Gesamtvergütung 2009 in Höhe von über 3,7 Milliarden Euro nahezu identisch mit der Gesamtvergütung 2008 ist. Honorarverluste sind deshalb eher in der Verteilungsproblematik innerhalb der Ärzteschaft als in zu geringen Zahlungen seitens der Krankenkassen zu suchen, so das Ergebnis des gemeinsam von BKK, IKK Baden-Württemberg und Hessen, Knappschaft sowie vdek erstellten Faktenpapiers.
Das Faktenpapier kann bei den Verbänden im Internet abgerufen werden. Die genannten Kassenarten vertreten in Baden-Württemberg fast 60 Prozent aller Versicherten.

Diese Pressemitteilung wurde veröffentlicht von:

BKK Landesverband Baden-Württemberg, Kornwestheim

IKK Baden-Württemberg und Hessen, Ludwigsburg

Knappschaft, Regionaldirektion München

Verband der Ersatzkassen Baden-Württemberg (vdek), Stuttgart


Federführend für die Veröffentlichung:
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