Palliativversorgung: Hilfe am Ende des Lebens

Die Palliativ-Care-Teams nehmen ihre Arbeit auf

„In der Palliativversorgung müssen viele Bereiche der Krankenversorgung ideal ineinander greifen, um gute Ergebnisse zu erzielen. Für den Verband der Ersatzkassen sind hier Begriffe wie „Teamleistung“, „verbesserte Koordination“ oder „Schnittstellen optimieren“, Parameter von entscheidender Bedeutung. Dadurch wird eine optimale Versorgung für die Patienten gewährleistet. Der Sterbende erhält eine ganz auf ihn und seine Bedürfnisse zugeschnittene medizinische und pflegerische Versorgung“, so Frank Winkler, stv. Leiter des Ersatzkassenverbands in Baden-Württemberg.

Die Lebensqualität auch in den letzten Lebenstagen erhalten und ein menschenwürdiges Sterben in der häuslichen Umgebung ermöglichen, ist ein zentrales Anliegen vieler schwerkranker Menschen. Dies wird in Baden-Württemberg umgesetzt.

Die Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung – kurz SAPV – nach §§ 37 b, 132 d SGB V, richtet sich an Versicherte mit einer nicht heilbaren, fortschreitenden und weit fortgeschrittenen Erkrankung bei einer zugleich begrenzten Lebenserwartung sowie dem Bedarf einer besonders aufwändigen Versorgung. Dies betrifft etwa zehn Prozent aller Sterbenden Menschen. Meistens sind dies Menschen mit einer bösartigen Tumorerkrankung.

Der landesweite SAPV-Mustervertrag wurde Ende Januar 2010 mit allen Kassen und entsprechenden Leistungserbringern in Baden-Württemberg konsentiert und abgeschlossen. Mittlerweile bestehen im Land einige Verträge mit den sogenannten Palliativ-Care-Teams. So mit der Pallium Bühl gGmbH, dem Tübinger Projekt „Häusliche Betreuung Schwerkranker“, PCT des Schmerztherapie Zentrums Mannheim, Palliative Care Team Biberach, SAPV Esslingen, PalliativNetz-Region Weinheim E.V. oder das Palliativnetz Freiburg. Außerdem das PCT Stuttgart, das Palliativnetz Ulm, das Palliativnetz Mannheim, SAPV Ostalb und Palldomo in Buchen im Necker-Odenwald-Kreis. Weitere Verträge stehen noch aus. Die Palliativ-Care-Teams sind vertraglich bestimmten Regionen zugeordnet. An fünf dieser neuen Palliativ-Care-Teams sind onkologische Schwerpunkte und Tumorzentren und insbesondere die Brückenpflege beteiligt.

Bei der SAPV handelt es sich um eine interdisziplinäre Versorgung durch ein multiprofessionelles Team aus speziell weitergebildeten Ärzten und Pflegekräften. Die jeweilige Versorgung richtet sich nach dem spezifischen Bedarf der Versicherten. Die SAPV will die Schnittstellen zwischen den betreuenden Leistungserbringern schließen und die ambulante Versorgung durch spezialisiertes Know-how stärken. Der Hausarzt oder der Krankenhausarzt verordnen die SAPV auf Antrag des Versicherten. Das SAPV-Team überprüft die erste Einschätzung des verordnenden Arztes und sucht den Versicherten für ein sogenanntes Eingangs-Assessment auf. Die Verordnung ist der Krankenkasse zur Genehmigung vorzulegen.


Ihr Ansprechpartner:
Frank Winkler
Verband der Ersatzkassen e.V. (vdek)

Landesvertretung Baden-Württemberg
Frank Winkler
Tel.: 07 11 / 2 39 54 - 19
E-Mail: frank.winkler@vdek.com