Gesundheitsförderung und Suchtprävention für ältere Menschen

Mit dem Projekt “Suchtfrei im Alter“ Schulungen und nachhaltige Sensibilisierung in der Altenhilfe und Pflege gezielt aufgebaut

Im Frühjahr 2021 startete der Förderaufruf „Suchtfrei 2020“ der Ersatzkassen. Aus den eingereichten Projektanträgen konnte seiner Zeit das Konzept des Landkreises Karlsruhe überzeugen. Das durch die Landesvertretung Baden-Württemberg des Verbands der Ersatzkassen (vdek) im Namen und Auftrag der Ersatzkassen geförderte Projekt „Suchtfrei im Alter“ startete schließlich im Dezember 2021. Nach einer geplanten Laufzeit von vier Jahren, endete es nun im Dezember 2025 mit an Erkenntnissen reichen Ergebnissen.

Bedarf zum Angehen des Themas „Sucht im Alter“

Aufgrund der demografischen Entwicklung und des medizinischen Fortschritts wird die Zahl älterer Menschen zunehmen. Damit rückt auch das Thema Suchtgefährdung im Alter immer mehr in den Vordergrund.

Der Entwicklung eines missbräuchlichen Konsums oder einer Abhängigkeitsentwicklung im Alter ist entgegenzuwirken, um eine Einschränkung der Lebensqualität zu verhindern. Ziel des Projektes war es, Suchtprävention bei älteren Menschen systematisch zu etablieren, etwa durch gezielte Schulungen, Netzwerkbildung und nachhaltige Sensibilisierung in der Altenhilfe und Pflege sowie Strukturen zur dauerhaften Prävention aufzubauen.

Säulen in der Projektumsetzung

Das Projekt basierte auf fünf zentralen Angebotssäulen, welche die inhaltlichen und organisatorischen Maßnahmen strukturieren.

Die erste Säule bildeten Multiplikator:innenschulungen für Mitarbeitende in ambulanten und stationären Altenhilfeeinrichtungen mit anschließenden Supervisionseinheiten. Ziel war die Etablierung eines internen Suchtbeauftragten in der Einrichtung. Sechs Altenhilfeeinrichtungen kooperierten aktiv im Projekt. Dabei standen Informations- und Beratungsangebote zur Suchtprävention im Mittelpunkt, die auf die jeweilige Einrichtungssituation abgestimmt wurden. Besonders wirksam waren praxisnahe Übungen und ein niedrigschwelliger Zugang, die den Teilnehmenden konkrete Handlungsoptionen für den Pflegealltag eröffneten.

Auf eine vertiefte schulische Wissensvermittlung für Auszubildende zur Altenhilfefachkraft zielte die zweite Angebotssäule ab. Die Einbindung von Berufsschulen sollte das Thema Suchtprävention nachhaltig in der Aus- und Weiterbildung verankern. Zwei Schulen im Landkreis Karlsruhe konnten gewonnen werden, die regelmäßig Schulungen für Auszubildende durchführen.

Die dritte Säule hat die Angehörigen sowie (potenziell) betroffene Senior:innen als Zielgruppe, die mit Seminaren und Vorträgen zur Gesundheitsförderung und Suchtprävention erreicht werden sollten. Hierbei zeigte sich, dass eingeschränkte soziale Teilhabe und die weiterhin bestehende Stigmatisierung des Themas Sucht und speziell Sucht im Alter eine offene Ansprache erschwerten. Klassische Veranstaltungsformate stießen daher nur auf begrenzte Resonanz und die Teilnahme blieb gering.

Gleichzeitig konnten jedoch wertvolle Erkenntnisse und positive Entwicklungen verzeichnet werden. Mehrere Nachbarschaftshilfen und Seniorengruppen zeigten großes Interesse an den Inhalten. Die behandelten Themen entsprachen dem Bedarf der Zielgruppe, insbesondere in Bezug auf den Lebensalltag, das Konsumverhalten und den Umgang mit Genussmitteln. Auch Schulungen für ehrenamtlich Engagierte trugen spürbar zur Bewusstseinsbildung und zum Erfahrungsaustausch bei.

In Form einer vierten Angebotssäule wurden Informationen über die Pflegestützpunkte und kommunale Pflegekonferenzen gestreut. Dies erfolgte mit Unterstützung engagierter Netzwerkpartner:innen, die Inhalte zuverlässig weiterleiteten und so zur Sichtbarkeit des Projekts beitrugen. Trotz dieser guten Zusammenarbeit blieb die Resonanz auf die Angebote jedoch gering. Positiv hervorzuheben ist das kontinuierliche Engagement über Pflegekonferenzen, das die Präsenz des Projekts im regionalen Fachnetzwerk sicherte.

Die fünfte Säule deckt die Etablierung spezifischer Angebote für ältere Menschen zur individuellen Prävention insbesondere des Tabaks- und Alkoholkonsums ab. Aufgrund einer fehlenden Nachfrage wurde diese nicht weiterverfolgt und der Fokus wurde auf die Umsetzung der übrigen Säulen gelegt.

Insgesamt wurden im Projektzeitraum 69 Veranstaltungen innerhalb der vier Angebotssäulen durchgeführt. Im Projektzeitraum nahmen etwa 2.000 Personen an den verschiedenen Veranstaltungen teil. Das Projekt „Suchtfrei im Alter" hat das Thema sowohl in der Fachwelt als auch in der Öffentlichkeit sichtbarer gemacht. Es gelang, relevante Akteur:innen zu sensibilisieren und tragfähige Kooperationen aufzubauen.

 

Gesundheitsförderung und Suchtprävention für ältere Menschen Mit dem Projekt “Suchtfrei im Alter“ Schulungen und nachhaltige Sensibilisierung in der Altenhilfe und Pflege gezielt aufgebaut

Im Frühjahr 2021 startete der Förderaufruf „Suchtfrei 2020“ der Ersatzkassen. Aus den eingereichten Projektanträgen konnte seiner Zeit das Konzept des Landkreises Karlsruhe überzeugen.

Kontakt

Frank Winkler
Verband der Ersatzkassen e.V. (vdek)
Landesvertretung Baden-Württemberg

Tel.: 07 11 / 2 39 54 - 19
E-Mail: frank.winkler@vdek.com