Ausgezeichnetes ehrenamtliches Engagement: Zum elften Mal Sächsischen Selbsthilfepreis der Ersatzkassen verliehen
Die Ersatzkassen (TK, BARMER, DAK-Gesundheit, KKH, hkk und HEK) haben am 25.10.2024 in Dresden den 11. Sächsischen Selbsthilfepreis vergeben. Die Auszeichnung würdigte das herausragende Engagement der gesundheitsbezogenen Selbsthilfearbeit in Sachsen und förderte innovative Konzepte und Projekte von Gruppen oder Einzelpersönlichkeiten, die zum Nachahmen anregen. Der Preis ist mit insgesamt 15.000 Euro dotiert, wurde in diesem Jahr zum elften Mal verliehen und erstmalig in vier Kategorien mit je 3.000 Euro Preisgeld vergeben.
„Was die Selbsthilfe leistet, ist großartig“, betont Silke Heinke, Leiterin der Landesvertretung Sachsen des Verbandes der Ersatzkassen e.V. (vdek) bei der Preisvergabe. „Selbsthilfegruppen bieten Betroffenen gerade in schwierigen Situationen Rat und Unterstützung. Mit hohem persönlichem Einsatz und guten Ideen zeigen die Ehrenamtlichen sowohl chronisch Kranken als auch deren Angehörigen immer wieder Wege auf, um die Herausforderungen des Alltags zu bewältigen.“
„Herausragende Gruppe“
Den Preis in der Kategorie „Herausragende Gruppe“ erhielt die Selbsthilfegruppe „Adipositas Kügelchen“ aus Kamenz. Gegründet in 2020 zeichnet sich die Westlausitzer Gruppe vor allem durch die sehr aktive Teilnahme und das besondere Engagement der Mitglieder für- und miteinander sowie die Umsetzung zahlreicher Meilensteine aus: So finden neben regelmäßigen Gruppentreffen, gemeinsamen Sporteinheiten und Kochaktivitäten auch diverse (Mitmach-)Aktionstage auf Initiative der Gruppe statt, die öffentliches Interesse sowie Aufmerksamkeit für den Umgang mit Adipositas und Spaß an Bewegung wecken.
Ein Jahr nach der Preisverleihung besuchten wir die "Kügelchen" in Kamenz gemeinsam mit Laudatorin Monika Welfens (BARMER) und sprachen zu den bisherigen Selbsthilfeaktivitäten, wie die Gruppe das Preisgeld eingesetzt hat und was für 2026 geplant ist. Mehr
„Innovativstes Projekt“
Im Bereich des „Innovativsten Projektes“ hat sich die Jury für die Vergabe von zwei Preisen à je 3.000 Euro Dotierung entschieden, um insbesondere die junge Selbsthilfe zu stärken und den Nachwuchs an der Selbsthilfebasis in den Fokus der Öffentlichkeit zu richten:
Eine Auszeichnung bekam das in Chemnitz beheimatete Projekt „Neue Freundschaften im Osten – DOA (Deaf Ohr Alive) Sachsen Kids wächst“ zugesprochen. Im Rahmen einer seit 2023 bestehenden DOA-Selbsthilfegruppe für Kinder, Jugendliche und Erwachsene jeden Alters mit Cochlea-Implantaten und/oder Hörgeräten fanden bereits zwei erfolgreiche Kidscamps (für Kinder im Alter von 6 bis 11 Jahren) statt. Hieraus entwickelte sich eine Gruppe „DOA Sachsen Kids“ speziell für U18-jährige Hörgeschädigte. Das Projekt zielt vor allem auf den Aufbau eines unterstützenden Netzwerks sowie den Abbau von sozialer Isolation, indem wertvolle Freundschaften unter den betroffenen Kindern, Jugendlichen und Familien geknüpft werden.
Ein gutes halbes Jahr nach der Preisverleihung besuchten wir das diesjährige "DOA Sachsen Kids Camp" in Schöneck im Vogtland gemeinsam mit Laudator Stefan Wandel (DAK-Gesundheit) und sprachen mit Laura Göckeritz von DOA Sachsen Kids zum laufenden Camp, den bisherigen Selbsthilfeaktivitäten und was noch alles für 2025 sowie darüber hinaus geplant ist. Mehr
Außerdem wurde das Dresdner Selbsthilfeprojekt „InCogito“ geehrt: Es will jungen Menschen ab 16 Jahren frühzeitig ein Selbsthilfeangebot machen, wenn sie sich von den Themen Körper, Essen und Selbstwert belastet fühlen oder eine Essstörung vermuten bzw. haben. Betroffene sollen so schneller passende Hilfs-, Unterstützungs- und Behandlungsangebote finden bzw. Wartezeiten gut überbrücken können.
Knapp ein Jahr nach der Preisverleihung besuchten wir das InCogito-Team in Dresden gemeinsam mit Laudator Michél Henkel (KKH Kaufmännische Krankenkasse) und sprachen zu laufenden Selbsthilfeaktivitäten und was noch alles für die kommenden Monate sowie darüber hinaus geplant ist. Mehr
„Engagierteste Einzelkämpferin“
Der Preis für besonders herausragendes Engagement einer einzelnen Aktiven ging an die Leipzigerin Ulla Gerber, die sich im Bereich der Fertilitätsstörungen, für ungewollt Kinderlose sowie Patient:innen der Reproduktionsmedizin engagiert. Sowohl in der Selbsthilfegruppe „Schwanger werden ist so schwer” als auch über ihren eigenen Instagram-Account (@meineunfruchtbarentage) und eine Kinderwunsch-Podcastreihe* vernetzt Ulla Gerber sich und andere Betroffene miteinander. Aktuell gründet sie ein Netzwerk, welches den bundesweiten Zugang zu regionalen und überregionalen Selbsthilfeangeboten verbessern soll.
Ein gutes halbes Jahr nach der Preisverleihung besuchten wir Ulla Gerber in Leipzig gemeinsam mit Laudatorin Silke Heinke (vdek) und sprachen mit ihr zur laufenden Vereinsgründung, den bisherigen Selbsthilfeaktivitäten und was noch alles für 2025 sowie darüber hinaus geplant ist. Mehr
„Selbsthilfe-Lebenswerk“
Für ihr bereits 26 Jahre währendes ehrenamtliches Engagement als Leiterin der Freitaler Selbsthilfegruppe „Phönix“ für Schlaganfall-Betroffene wurde Bärbel Langbein ausgezeichnet. Sie organisierte unermüdlich und mit viel Hingabe sowohl die monatlichen Gruppentreffen als auch die zahlreichen Veranstaltungen und Unternehmungen, die die Gruppe stets zusammenhielten. Nun gibt Bärbel Langbein die Gruppenleitung an jüngere Mitglieder ab – sie wird den „Phönix“-Mitgliedern jedoch auch weiterhin mit Rat und Tat zur Seite stehen und bei den Treffen dabei sein.
Einige Monate nach der Preisverleihung besuchten wir Bärbel Langbein in Freital bei einem Selbsthilfegruppentreffen gemeinsam mit Laudatorin Katrin Lindner (TK). Mehr
Eine Jury aus Vertretern des Gesundheitswesens, der Politik und des Verbraucherschutzes hatte die Preisträger ausgewählt. Seit 2012 wurden bereits 83 Selbsthilfegruppen und Einzelpersönlichkeiten mit dem Sächsischen Selbsthilfepreis der Ersatzkassen geehrt.