Hamburger Selbsthilfepreis 2020

Die Ersatzkassen in Hamburg würdigen den besonderen, ehrenamtlichen Einsatz in der gesundheitsbezogenen Selbsthilfe mit dem Hamburger Selbsthilfepreis 2020. Der Preis, der mit 2.500 Euro dotiert ist, wurde zum vierten Mal vergeben.  

Die Auszeichnung ging an die "Weiß-Braunen Kaffeetrinker*innen", einem besonderen Fanclub des FC St. Pauli. Die Gruppe wendet sich an suchtkranke Menschen. Die Mitglieder der Gruppe bieten für Alkoholabhängige in Therapie einen Begleitservice zu den Heimspielen ihres Lieblingsvereins an und zeigen mit vielfältigen Projekten, dass Fußball auch ohne Alkoholkonsum Spaß macht.

Die Rückfallprävention bildet einen weiteren Schwerpunkt der Selbsthilfegruppe: Die Mitglieder gehen regelmäßig in Entgiftungsstationen von Hamburger Krankenhäusern, um mit Patienten über sinnvolle Freizeitbeschäftigungen nach dem Entzug, die Langzeittherapie und die Nachsorge ins Gespräch zu kommen.

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Teilnahmebedingungen

Gesucht wurden gute Ideen, nachahmenswerte Projekte und besonderes Engagement.

+ Wie etwa bleiben Gruppen über viele Jahre für ihre Mitglieder attraktiv?

+ Wie finden junge Menschen zur Selbsthilfe?

+ Wie unterstützen sich Eltern von betroffenen Kindern?

+ Wo finden pflegende Angehörige zusammen?

 

Teilnehmen konnten:

+ Gesundheitsbezogene Selbsthilfegruppen

+ Einzelpersonen (Betroffene und Angehörige), die in der Selbsthilfe mit Gesundheitsbezug tätig sind

Beine einer Frau und eines Mannes, die sich gegenseiteig die Füße halten

Die Preisträger sollen auf einer Veranstaltung mit Preisverleihung am 27. Oktober 2020 ausgezeichnet werden. Dabei bekommen die Preisträger Gelegenheit, ihre Arbeit vorzustellen.

Die bisherigen Preisträgerinnen und Preisträger

Im Jahr 2011 wurde der Preis erstmals verliehen. Die Auszeichnung wurde in zwei erste Preise aufgeteilt, um sowohl die Lebensleistung einer Einzelperson als auch die innovative Projektidee einer Gruppe zu würdigen.

  • Der erste Preis für eine Einzelleistung mit einer Dotierung von 1000 Euro ging an Reinhard Gielen, einem der Pioniere der Selbsthilfe-Arbeit von psychisch Kranken in der Hansestadt und Mitglied der Selbsthilfegruppe "Bipolare Störungen"
  • Die Regionalgruppe Hamburg des Bundesverbands der Organtransplantierten e.V. erhielt den weiteren ersten Preis, der mit 1.500 Euro dotiert war, für ihr Projekt "Patientenbegegnung am Krankenbett".            
 
Bei der zweiten Verleihung, die 2014 stattfand, wurde die Auszeichnung wie folgt aufgeteilt:
  • 1.500 Euro gingen an die Initiative Autismus e.V., die von Eltern betroffener Kinder gegründet wurde, für ihre engagierte und außerordentlich vernetzte Arbeit.
  • Den mit 1.000 Euro dotierten Preis für die Einzelleistung erhielt die damals 76-jährige Christa Borstelmann, die vor mehr als 40 Jahren zu den Mitbegründern des Hamburger Landesverbands der Deutschen Rheuma-Liga gehörte.           
 
Mit dem Hamburger Selbsthilfepreis 2016 wurden zwei Initiativen geehrt, die sich für junge chronisch kranke Menschen engagieren:
  • Die Selbsthilfegruppe "NetzwerkStatt Krebs", die sich für junge Frauen mit einer Krebserkrankung auch in Hamburg einsetzt, wurde mit einem Preisgeld von 1.500 Euro für ihr Projekt ausgezeichnet, ihre Zielgruppe über passgenaue Internet-Angebote anzusprechen
  • Den mit 1.000 Euro dotierte Preis für die Einzelleistung erhielt die Hamburgerin Michelle Steiner, die an Multipler Sklerose erkrankt ist. Sie gründete die Selbsthilfegruppe "trotz allem bewegend", die Menschen unterstützt, die unter der Doppelbelastung einer körperlichen Erkrankung und einer psychischen Diagnose leiden.        
 

Weitere Informationen zu den Veranstaltungen zur Verleihung der Selbsthilfepreise finden Sie hier.