Krankenhausplanung

Die Krankenhausplanung legt allgemeine Versorgungsziele der stationären Gesundheitsversorgung fest. Sie passt die regionale Betten- und Leistungskapazität bedarfsgerecht an die bestehenden Verhältnisse an und prognostiziert die künftige Nachfrage nach Krankenhausleistungen. Damit umfasst sie auch Entscheidungen zur medizinischen Schwerpunktplanung in den Krankenhäusern unseres Bundeslandes, so zum Beispiel zur geriatrischen Versorgung, Strahlenheilkunde und zur urologischen Versorgung. Der aktuelle Krankenhausplan der Freien und Hansestadt Hamburg hat eine Laufzeit von fünf Jahren und gilt vom 01.01.2011 bis Ende 2015.

In Deutschland liegt die Verantwortung für eine angemessene Versorgung mit Krankenhausbetten und Krankenhausleistungen bei den Ländern – in Hamburg ist daher die Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz damit befasst. Die Krankenkassen werden zwar angehört, entscheiden aber nicht mit. Die vdek-Landesvertretung ist daher beratend tätig und vertritt die Interessen der Mitgliedskassen. Gesetzliche Grundlage für die Krankenhausplanung sind das Krankenhausfinanzierungsgesetz und das Hamburgische Krankenhausgesetz (HmbKHG).

Die Krankenhauspolitik hat gerade in einer Metropolregion wie Hamburg einen besonderen Stellenwert: Etwa jeder dritte Patient in Hamburger Kliniken kommt aus den umliegenden Bundesländern Schleswig-Holstein und Niedersachsen. Die Krankenkassenverbände, die Behörde und die Krankenhausträger arbeiten deshalb sehr intensiv zusammen. Ihr gemeinsames Ziel ist es, die Hamburger Bevölkerung bei Krankenhausaufenthalten wohnortnah und bestmöglich zu versorgen.

Schaubild Krankenhausplanung Hamburg

 

Der gemeinsam mit den Beteiligten erarbeitete Krankenhausplan 2015 ist ein Zwischenschritt in einer Umbruchsituation. Hamburg sieht langfristig der Herausforderung einer immer älter werdenden Bevölkerung entgegen. Auch wenn in der aktuellen Planungsperiode die Veränderungen in dieser Richtung noch nicht erheblich sind, sollen schon jetzt die Grundlagen für den demografischen Wandel gelegt werden. Daher beinhaltet der Plan einen moderaten Ausbau der Bettenzahl mit Blick auf eine sich verändernde gesellschaftliche Struktur.

 

Auswirkungen des demografischen Wandels

Der laufende Krankenhausplan sieht auch Zwischenfortschreibungen vor, um gegebenenfalls Korrekturen aufgrund der laufenden Veränderungen des Plans vorzunehmen. Die zweite und voraussichtlich letzte Zwischenfortschreibung in dieser Planungsperiode wurde 2012 auf Grundlage der Zahlen zur Auslastung der Plankrankenhäuser im Jahr 2011 erstellt. Die darin beschlossenen Änderungen traten Anfang 2013 in Kraft. Insgesamt ergibt die Zwischenfortschreibung einen Zuwachs der ursprünglich vorgesehenen Kapazitäten. Das wesentliche Ergebnis ist daher die Anpassung der Kapazitäten entsprechend der tatsächlichen Auslastung 2011.

Der Mehrbedarf an Betten übertrifft bereits die ursprünglich vorausgesagten Werte in einigen Fachbereichen. Besonders in der Geriatrie mussten Betten aufgestockt werden. Die Ursache ist, dass der Wandel hin zu einer älter werdenden Bevölkerung stärker voranschreitet als zunächst angenommen.

Mit der Zwischenfortschreibung 2012 ergaben sich somit in den somatischen Fachgebieten zum 1.1.2013 insgesamt 9.901 vollstationäre Betten und 391 teilstationäre Behandlungsplätze. Für die psychiatrischen Fachgebiete waren es 1.732 vollstationäre Betten und 727 teilstationäre Behandlungsplätze. Das bedeutet eine Mehraufnahme von 223 Betten und vier teilstationären Behandlungsplätzen.