Pflege
Die Soziale Pflegeversicherung steht vor großen finanziellen Herausforderungen. Ebenso ist die Gestaltung der Versorgung von Pflegebedürftigen eines der großen Zukunftsthemen. Daher ist es zu begrüßen, dass die Politik die drängenden Probleme mit Reformen anpackt. Diese gehen bislang aber noch nicht weit genug.
Eigenbeteiligung in der stationären Pflege in Hamburg erneut gestiegen
Pflegebedürftige in Hamburger Pflegeheimen müssen im Vorjahresvergleich erneut höhere monatliche Eigenanteile zahlen. Im ersten Aufenthaltsjahr liegt die Zuzahlung aus eigener Tasche im Schnitt bei 3.284 Euro im Monat (Stichtag 1.1.2026). Das entspricht einer Steigerung von 342 Euro (rund zwölf Prozent) im Vorjahresvergleich (1.1.2025 = 2.942 Euro). .
Finanzielle Belastung einer/eines Pflegebedürftigen, Vergleich
Hamburg
1. Januar 2025 und 1. Januar 2026
Positionspapier zur Pflege
Der vdek hat ein Positionspapier zur zukunftsfähigen Ausgestaltung der sozialen Pflegeversicherung veröffentlicht. Darin geht es um gute Arbeitsbedingungen, Möglichkeiten der Digitalisierung, Prävention und Finanzierungsfragen. Als Ersatzkassen stehen wir für eine solidarische und zukunftssicher finanzierte Pflegeversicherung, die das Risiko der Pflegebedürftigkeit generationenübergreifend sozial absichert.
30 Jahre Soziale Pflegeversicherung
Die am 1. Januar 1995 in Kraft getretene Versicherung hat dank umfangreicher Geld- und Sachleistungen erreicht, dass die finanziellen Risiken aufgrund von Pflegebedürftigkeit abgemildert werden. Damit das trotz des Mangels an Fachkräften und einer deutlich zugespitzten Finanzlage so bleibt, bedarf es politischer Lösungen in Bund und Land.
Bundestagsbeschluss zur Pflegereform - keine langfristige Lösung
Der Bundestag hat 2023 eine Pflegereform beschlossen (Pflegeunterstützungs- und -entlastungsgesetz, PUEG). Nach Ansicht des vdek bietet das Gesetz keine Perspektive für eine langfristige Lösung. Unter anderem werden die Zuschläge zur Verminderung der Eigenanteile in Pflegeheimen zu gering sein, um die allgemeine Kostensteigerung wettzumachen. Die Lösung des Kernproblems, nämlich eine grundlegende Finanzierungsreform der sozialen Pflegeversicherung, wird weiter vertagt. Weitere Details zur Position des vdek finden Sie in dieser Pressemitteilung.
Hier eine Auswahl wichtiger Elemente der Pflegereform im Überblick:
Pflegeheim
Für den Pflege-Eigenanteil im Heim sind die von der Pflegeversicherung gezahlten Zuschläge erhöht worden: Den Eigenanteil für die reine Pflege drückt das im ersten Jahr in der Einrichtung um 15 Prozent, im zweiten Jahr um 30, im dritten um 50 - und ab dem vierten Jahr um 75 Prozent. Hintergrund ist, dass die Pflegeversicherung nur einen Teil der Kosten für die reine Pflege trägt. Im Heim kommen dann auch noch Zahlungen für Unterkunft, Verpflegung und Investitionen in den Einrichtungen dazu.
Pflege zu Hause
Die Pflegesachleistungen - das Budget für die Inanspruchnahme von ambulanten Pflegediensten und das Pflegegeld für pflegende Angehörige - ist zum 1. Januar 2025 erneut gestiegen. Für die einzelnen Pflegegrade heißt das:
- Pflegegrad 2: Sachleistung 796 Euro, Pflegegeld 347 Euro
- Pflegegrad 3: Sachleistung 1.497 Euro, Pflegegeld 599 Euro
- Pflegegrad 4: Sachleistung 1.859 Euro, Pflegegeld 800 Euro
- Pflegegrad 5: Sachleistung 2.299 Euro, Pflegegeld 990 Euro
Entlastungsbudget für Auszeit von Angehörigen
Mit dem Entlastungsbudget können Pflegebedürftige und ihre Angehörigen die Leistungen der Verhinderungspflege und der Kurzzeitpflege flexibel miteinander kombinieren und die Leistungen im Umfang von 3539 Euro pro Jahr nutzen.
So soll es für Angehörige leichter werden, eine Auszeit zu nehmen, während die Pflege der Patientinnen und Patienten dennoch sichergestellt ist. Für Eltern pflegebedürftiger Kinder steht ein Budget in Höhe von 3539 Euro zur Verfügung.
Entwicklung der Zahl der Pflegedürftigen
In Hamburg gibt es immer mehr pflegebedürftige Menschen, aber ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung wächst langsamer als in anderen Bundesländern. Im Zeitraum von 2003 bis 2023 (aktuellste verfügbare Daten) ist die Zahl der Pflegebedürftigen insgesamt um rund 130 Prozent gestiegen. Ende 2023 lebten 23 Prozent aller Hamburgerinnen und Hamburger im Alter von 90 und mehr in Pflegeheimen und wurden dort vollstationär in Dauerpflege versorgt.
Pflegereform
Wichtig: Pflegebedürftige müssen künftig auch von den Investitionskosten entlastet werden. » Lesen
Damit Pflege für alle bezahlbar bleibt!
Kommentar von Kathrin Herbst, Leiterin der vdek-Landesvertretung Hamburg. » Lesen
Ganzheitliche Gesundheitsförderung: Angebot für Pflegende
Mitarbeitende in den Pflegeberufen sind beruflich stark gefordert, auch nach der Corona-Pandemie. Mit dem Gesundheitsförderungs-Angebot MEHRWERT: PFLEGE unterstützen die Ersatzkassen Pflegende dabei, den Arbeitsalltag zu bewältigen und dabei selbst gesund zu bleiben. » Lesen
– Eckpunkte zur Finanzierung der sozialen Pflegeversicherung
Beschlossen von der vdek-Mitgliederversammlung am 04.12.2020