Pflege

Ältere Frau mit Gehhilfe

Die Pflegeversicherung steht vor großen finanziellen Herausforderungen. Ebenso ist die Gestaltung der Versorgung von Pflegebedürftigen eines der großen Zukunftsthemen. Daher ist es zu begrüßen, dass die Politik die drängenden Probleme mit einer Reform anpackt. Diese geht aber noch nicht weit genug.

Bundestag beschließt Pflegereform


Kurz vor Ende der Legislatur hat der Bundestag eine "kleine" Pflegereform beschlossen. Das Parlament billigte Mitte Juni mit den Stimmen von Union und SPD einen entsprechenden Gesetzentwurf. Die Reform ist Bestandteil des Gesetzes zur Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung (GVWG). Sie sieht Fogendes vor:

  • nur noch die Pflegeeinrichtungen zur Versorgung zuzulassen, die ihre Pflege- und Betreuungskräfte nach Tarif zahlen. Pflegebedürftige werden bei den Eigenanteilen entlastet - je länger sie im Heim sind, umso höher die Zuschläge, die sie erhalten.
  • Ab 2022 soll die Pflegeversicherung einen pauschalen Bundeszuschuss von jährlich einer Milliarde Euro erhalten, außerdem wird der Beitragszuschlag für Kinderlose um 0,1 Prozentpunkte angehoben.  
NachAuffassung des vdek verfehlt die jetzt verabschiedete Reform sowohl das Ziel einer soliden Finanzierung als auch einer dauerhaften Entlastung Pflegebedürftiger und ihrer Angehörigen. Die Pflegereform gehört deshalt nach der Bundestagswahl erneut auf die politische Agenda. Mehr zu den aktuellen gesundheitspolitischen Positionen des vdek zur Pflege-Thematik finden Sie hier.
 
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hatte im letzten Herbst eine neue Pflegereform angekündigt. Allerdings waren noch im April Zweifel aus Koalitionskreisen bekannt geworden, ob sich das Vorhaben bis zur Sommerpause und damit vor der Bundestagswahl realisieren lässt.
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Pflegereform

Wichtig: Pflegebedürftige müssen künftig auch von den Investitionskosten entlastet werden. » Lesen

Eigenanteile nehmen weiter zu

Viele Pflegebedürftige, die in einem Heim betreut werden, müssen immer höhere Eigenanteile aufbringen. Der Eigenanteil ist die Lücke zwischen den Kosten eines Heimplatzes und der Unterstützung, die die Pflegeversicherung bezahlt.

 

Die Grafik zeigt die finanzielle Belastung eines Pflegebedürftigen in der stationären Pflege in Hamburg von 2018 bis 2021

Durchschnittlicher Eigenanteil der Bewohner von Pflegeheimen

Hamburg
2018 - 2021

Die Grafik zeigt den durchschnittlichen Anteil, den Bewohner von Pflegeheimen im Monat bezahlen, nach Bundesländern.

Durchschnittlicher Eigenanteil der Bewohner von Pflegeheimen

nach Bundesländern
Januar 2021

Berechnet aus: Einrichtungsindividuellen einheitlichen Eigenanteilen, Unterkunft und Verpflegung, Investitionskosten; ohne individuelle Ausbildungskosten

Entwicklung der Zahl der Pflegedürftigen

Auch in Hamburg gibt es immer mehr pflegebedürftige Menschen, aber ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung wächst viel langsamer als in anderen Bundesländern. Im Zeitraum von 2001 bis 2019 ist die Zahl der Pflegebedürftigen um mehr als ein Drittel gestiegen.

 

Die Grafik zeigt die Anzahl der Pflegebedürftigen in Hamburg von 1999 bis 2019.

Pflegebedürftige

Hamburg
1999 - 2019

Ambulante Pflege: Pflegerin mit älterer Patientin

Interview: "Die Pandemie ist kein Freibrief"

Die "Pflegenoten" wurden abgeschafft und durch eine differenzierte Darstellung der Pflegequalität ersetzt. Wie sich die Qualitätsprüfung in der Pandemie gestaltet, erläutert Dr. Martin Schünemann vom Medizinischen Dienst Nord. » Lesen

Eckpunkte zur Finanzierung der sozialen Pflegeversicherung

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Beschlossen von der vdek-Mitgliederversammlung am 04.12.2020

Gesundheitspolitische Positionen

Gesundheitspolitische Positionen der Ersatzkassen in Hamburg

Beschlossen vom Landesausschuss der Ersatzkassen am 02.04.2020