Pilotprojekt: Schulgesundheitsfachkräfte an Hamburger Grundschulen

Gleiche Startchancen für gesundes Aufwachsen in Hamburg

Stellten das Projekt an der Grundschule Mümmelmannsberg vor (v.l.): Sozialsenatorin Dr. Melanie Leonhard, Bildungssenator Ties Rabe und Kathrin Herbst, Leitern der vdek-Landesvertretung Hamburg

Stellten das Modellprojekt an der Grundschule Mümmelmannsberg vor (v.l.): Sozialsenatorin Dr. Melanie Leonhard, Bildungssenator Ties Rabe und Kathrin Herbst, Leitern der vdek-Landesvertretung Hamburg

Mit „Gesund aufwachsen in Hamburg – Schulgesundheitsfachkräfte an Hamburger Grundschulen“ unterstützt der Verband der Ersatzkassen in Hamburg ein Modellprojekt, das für Grundschulkinder aus sozial benachteiligten Quartieren der Hansestadt gleiche Startbedingungen für ein gesundes Leben schaffen soll. Die Schulgesundheitsfachkräfte nehmen dabei den Lebensraum Schule als Ganzes in den Blick, indem sie mit den Schülerinnen und Schülern, aber auch deren Eltern, Lehrkräften und der Grundschule zusammen arbeiten und bei Bedarf außerschulische Angebote zur Gesundheitsförderung in ihre Arbeit einbeziehen. Wie das konkret umgesetzt wird, berichtet Schulgesundheitsfachkraft Nike Ebert im Interview.

Zahl 18 Schulen mit Schulgesundheitsfachkräften SGFK

 

Grundschulen sind Teil des Projektes und bekommen besondere Gesundeitsförderung durch insgesamt 13 Schulgesundheitsfachkräfte.

Das Projekt ist eine Kooperation der Ersatzkassen in Hamburg, der Behörde für Schule und Berufsbildung, der Behörde für Arbeit, Gesundheit, Soziales, Familie und Integration (Sozialbehörde) und des Bezirksamtes Hamburg-Nord.

Schulgesundheitsfachkräfte Nike Ebert Schule Mümmelmannsberg PK

Im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz an der Grundschule Mümmelmannsberg wurde das Projekt durch Sozialsenatorin Dr. Melanie Leonhard, Bildungssenator Ties Rabe und Kahtrin Herbst, Leitern des Verbands der Ersatzkassen in Hamburg, vorgestellt. Dabei gingen sie besonders darauf ein, warum es so wichtig ist, gerade Kinder aus sozial benachteiligten Familien in den Blick zu nehmen. Diese haben beispielsweise oftmals weniger Platz, um sich zu bewegen, etwa weil in ihrem Stadtteil die Bebauung dichter ist. Oder bei den Eltern gibt es bisweilen weniger Kapazitäten, ihren Kindern gesunde Ernährung als Selbstverständlichkeit vorzuleben. In einer modellhaften Bewegungseinheit zeigten Schulgesundheitsfachkraft Nike Ebert (im Bildhintergrund, dritte v. r.) und einige Grundschulkinder, dass Bewegung gesund ist und Spaß macht.

Kathrin Herbst brachte das Konzept des Projekts auf den Punkt:

Zitat Kathrin Herbst Schulgesundheitsfachkräfte SGFK

Einblicke in das Modellprojekt

Interview: „Kein Kind sollte unter dem Radar sein!“

Nike Ebert Schulgesundheitsfachkraft

Nike Ebert ist als Schulgesundheitsfachkraft an den Grundschulen Mümmelmannsberg und Jenfelder Straße im Einsatz. Wieso es wichtig ist, bereits bei Grundschulkindern Gesundheitskompetenzen zu fördern und was sich inzwischen in den Brotdosen getan hat, berichtet sie » hier.

Zum Hintergrund

Mit Inkrafttreten des Präventionsgesetzes zum 25. Juli 2015 und den in diesem Zuge von der Nationalen Präventionskonferenz beschlossenen Bundesrahmenempfehlungen wurde der Fokus darauf gelegt, sozial bedingte sowie geschlechtsbezogene Ungleichheit von Gesundheitschancen zu vermindern. Die Krankenkassen sind aufgefordert, die Gesundheitsförderung bei Menschen mit besonderem Präventionsbedarf zielgerichtet und qualitätsgesichert auszubauen und die übergreifende Zusammenarbeit zu stärken. Gesundheitsförderung und Prävention sind vor allem dann erfolgreich, wenn sie neben dem persönlichen Gesundheitsverhalten gesundheitsförderliche Strukturen nachhaltig verändern. Insofern unterstützen die beteiligten Verantwortlichen die Gestaltung gesunder Lebenswelten und die Entscheidung für eine gesundheitsförderliche Lebensweise der Zielgruppe.

Fokus auf gesunde Lebenswelten

Gesundheitsförderung und Prävention sollen gemäß § 20a SGB V in sogenannten Lebenswelten erbracht werden. Lebenswelten im Sinne des § 20 Abs. 4 Nr. 2 SGB V sind für die Gesundheit bedeutsame, abgrenzbare soziale Systeme, in denen die Menschen leben, lernen und arbeiten. Fokussiert werden hier insbesondere sozial benachteiligte Zielgruppen, wie beispielsweise Kinder in Grundschulen, die nachweisbar in Stadtteilen mit erhöhten sozioökonomischen Belastungen liegen. Die Ersatzkassen bündeln ihr Engagement zu Gesundheitsförderung und Prävention in den Lebenswelten unter der Dachmarke Gesunde Lebenswelten.

Mehr dazu finden Sie auf unserer Themenseite zu Gesundheitsförderung und Prävention und der Website Gesunde Lebenswelten.