Prävention und Gesundheitsförderung

Grafik Prävention und Gesundheitsförderung, Hierarchie von "Prävention und Gesundheitsförderung" in Blautönen. Aufgliederung links in "Setting Ansatz (Lebenswelten)", Unteraufgliederung in "Betriebliche Gesundheitsförderung" sowie "Nichtbetriebliche Lebenswelten" mit Unterpunkt "Präventionsprojekte". Aufgliederung rechts in "Individueller Ansatz" mit Unterpunkt "Präventionskurse".

Prävention

Prävention wird im Allgemeinen mit „Vorbeugung“ gleichgesetzt: Im Gesundheitswesen werden damit Strategien bezeichnet, die entweder spezifische Risikofaktoren für bestimmte Krankheiten vermindern oder mitverursachende Rahmenfaktoren beeinflussen, welche die Anfälligkeiten gegenüber Krankheiten verringern. Aktivitäten zur Reduzierung der Auswirkungen bereits bestehender Krankheiten sind mit einbezogen.

Zur Prävention gehören beispielsweise Gesundheitskurse („Präventionskurse“) unserer Mitgliedskassen und Schutzimpfungen. Hier wird auf die Gesundheit des Einzelnen individuell fokussiert.

Gesundheitsförderung

Während Prävention das Risiko von Krankheit („Was macht krank?“) reduzieren will, setzt die Gesundheitsförderung auf eine Stärkung von Gesundheit („Was macht gesund?“) und bezieht die Lebensbedingungen mit ein. Dabei wird nicht nur das Verhalten des Einzelnen in den Blick genommen, sondern ebenso sein Umfeld, die sogenannte Lebenswelt. Mit der Gestaltung des Arbeitsumfelds beschäftigt sich die betriebliche Gesundheitsförderung. Die außerbetriebliche Gesundheitsförderung bezieht in Sachsen die Lebenswelten Kommune, Kita, Schule und Pflegeheime ein.

Entwicklung

Gesundheitsförderung und Prävention haben in den letzten Jahren eine deutliche Aufwertung in der Gesundheitsversorgung erfahren. Die höhere Lebenserwartung der Bevölkerung bringt ein erhöhtes Maß an Krankheitsrisiken mit sich. Von Alterskrankheiten wie Krebs oder Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems sind immer mehr Menschen betroffen. Zugleich treten zunehmend Alterskrankheiten in jüngeren Jahren auf, verursacht durch einen veränderten Lebensstil mit Fehlernährung und Bewegungsmangel. Übergewichtige Jugendliche und Kinder mit Diabetes mellitus Typ 2 stellen keine Seltenheit mehr dar.

Einen neuen Impuls erhielt die Thematik durch das 2015 verabschiedete Präventionsgesetz. Das Gesetz will die Gesundheitschancen für schwer erreichbare und sozial benachteiligte Menschen verbessern und setzt dabei auf Veränderungen in deren Lebenswelten.