Prävention und Gesundheitsförderung

Vorsorge, Früherkennung sowie ein gesundheitsförderlicher Lebensstil sind von großer Bedeutung für ein gesundes Leben von der Kindheit bis ins hohe Alter. Gezielte Prävention und Gesundheitsförderung kann helfen, Erkrankungen vorzubeugen, eine Verschlimmerung der Erkrankung zu verhindern oder diese hinauszuzögern sowie die gesundheitlichen Ressourcen jedes Einzelnen zu stärken.

Grafik Prävention und Gesundheitsförderung, Hierarchie von "Prävention und Gesundheitsförderung" in Blautönen. Aufgliederung links in "Setting Ansatz (Lebenswelten)", Unteraufgliederung in "Betriebliche Gesundheitsförderung" sowie "Nichtbetriebliche Lebenswelten" mit Unterpunkt "Präventionsprojekte". Aufgliederung rechts in "Individueller Ansatz" mit Unterpunkt "Präventionskurse".

Prävention wird im Allgemeinen mit „Vorbeugung“ gleichgesetzt. Die zu Grunde liegenden Strategien fokussieren sich auf die individuelle Gesundheit der Menschen: Entweder sollen Risikofaktoren für bestimmte Krankheiten vermindert oder mitverursachende Rahmenfaktoren beeinflusst werden, sodass der Einzelne weniger anfällig gegenüber Krankheiten wird. Aktivitäten zur Reduzierung von Krankheitsfolgen bereits bestehender Erkrankungen werden mit einbezogen Zu den Präventionsmaßnahmen zählen beispielsweise Gesundheitskurse („Präventionskurse“) der Ersatzkassen und Schutzimpfungen.

Während Prävention das Risiko von Krankheit („Was macht krank?“) reduzieren will, setzt die Gesundheitsförderung auf eine Stärkung von Gesundheitsressourcen („Was macht gesund?“) und bezieht die Lebensbedingungen mit ein. Lebensweltbezogene Gesundheitsförderung und Prävention verknüpft verhältnis- und verhaltenspräventive Elemente. Dabei wird nicht nur das Verhalten des Einzelnen in den Blick genommen, sondern ebenso sein Umfeld, die sogenannte Lebenswelt, soll gesundheitsfördernd verändert werden, sowohl auf betrieblicher als auch nichtbetrieblicher Ebene.

Im Rahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF) unterstützen die Ersatzkassen mit entsprechenden Angeboten. Will ein Unternehmen erfolgreich sein, braucht es gesunde und leistungsfähige Mitarbeitende. Beschäftigte verbringen etwa ein Drittel ihrer Zeit auf der Arbeit. Da ist es naheliegend, die gesundheitlichen Ressourcen der Mitarbeitenden im Betrieb selbst zu stärken und das Arbeitsumfeld gesundheitsförderlich zu gestalten. Für weitere Informationen nutzen Interessierte bitte das Beratungsportal der regionalen BGF-Koordinierungsstelle.

Im Bereich nichtbetrieblicher Lebenswelten engagiert sich die Ersatzkassengemeinschaft mit Ersatzkassengemeinsamen Projekten zur Prävention und Gesundheitsförderung und wirkt ebenfalls aktiv innerhalb des GKV-Bündnisses für Gesundheit (kommunale Gesundheitsförderung und Teamw()rk für Gesundheit und Arbeit) mit. Hierbei ist es unter anderem Ziel, die Projekte der Gesundheitsförderung und Prävention nachhaltiger zu gestalten und deren Reichweite zu erhöhen. Durch den Ausbau von Beratungs- und Informationsangeboten sollen die Maßnahmen auch jene Menschen erreichen, die bislang außen vor blieben. Niederschwellige Angebote werden für Menschen in ihren Lebenswelten wie beispielsweise im Kindergarten oder in Einrichtungen der pflegerischen Versorgung geschaffen, um diese in ihrem gewohnten Lebensumfeld anzusprechen.

Neben den Lebenswelten engagieren sich die Krankenkassen aktiv im Bereich Prävention und Gesundheitsförderung auf individueller Ebene.

Präventionsgesetz und Landesrahmenvereinbarung

Gesundheitsförderung und Prävention haben in den letzten Jahren eine deutliche Aufwertung in der Gesundheitsversorgung erfahren. Die höhere Lebenserwartung der Bevölkerung bringt ein erhöhtes Maß an Krankheitsrisiken mit sich. Alterskrankheiten treten zunehmend bereits in jüngeren Jahren auf, verursacht durch einen veränderten Lebensstil mit Fehlernährung und Bewegungsmangel. Übergewichtige Jugendliche und Kinder mit Diabetes mellitus Typ 2 stellen keine Seltenheit mehr dar. Einen Aufschwung/ Eine neue Dynamik erhielt der Themenbereich durch das 2015 verabschiedete Präventionsgesetz. Das Gesetz will die Gesundheitschancen für schwer erreichbare und sozial benachteiligte Menschen verbessern und setzt dabei auf Veränderungen in deren Lebenswelten.

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Die gesetzlichen Krankenkassen, die gesetzliche Renten- und Unfallversicherung, mehrere Landesministerien und weitere Partner arbeiten über die 2016 geschlossene Sächsische Landesrahmenvereinbarung (LRV) zum Präventionsgesetz zusammen. Ziel ist die Stärkung und Verbesserung von Kooperationen wichtiger Akteure im Land. Dabei orientiert sich die Arbeit an den 4 Zielbereichen “Gesund aufwachsen”, “Gesund leben und arbeiten”, “Gesundheitsförderung für Erwerbslose” und “Gesund im Alter”. Die Landesrahmenvereinbarung in Sachsen wird umgesetzt unter der Namen von P.Sachsen. Die Zusammenarbeit der beteiligten Akteure wird durch das Steuerungsgremium P.Sachsen koordiniert. Vorsitz des Gremiums liegt bei der vdek-Landesvertretung Sachsen.

Präventionsbericht

Die Leistungen der Krankenkassen in der primären Prävention und der betrieblichen Gesundheitsförderung werden jährlich im Präventionsbericht des GKV-Spitzenverbandes und des Medizinischen Dienstes Bund (MD Bund) dokumentiert. Der Präventionsbericht schafft bundesweit Transparenz über die Aktivitäten der Krankenkassen in nichtbetrieblichen Lebenswelten wie Kitas, Schulen und Kommunen, über das Engagement in der betrieblichen Gesundheitsförderung und die Nutzung von Präventionskursen durch die Versicherten. Es wird auch über die Erreichung der Präventions- und Gesundheitsförderungsziele berichtet, die sich die GKV gesetzt hat.

GKV MD Präventionsbericht 2023

Berichtsjahr 2022 Präventionsbericht 2023