Pflege Brandenburg

In Brandenburg steht ein vielfältiges Hilfeangebot zur Verfügung. Mehr als 760 ambulante Pflegedienste versorgen die Versicherten in ihrer Häuslichkeit. Für die Betreuung am Tage, wenn zum Beispiel die Angehörigen berufstätig sind oder entlastet werden sollen, stehen nicht weniger als 295 sogenannte "Tagespflegen" zur Verfügung. Dieses teilstationäre Angebot flankiert die ambulante Pflege zu Hause.

Zusätzlich zur ambulanten Pflege bieten mehr als 740 ambulante Pflegedienste auch Leistungen der häuslichen Krankenpflege an und für die Haushaltshilfe stehen in Brandenburg rund 750 Dienste zur Verfügung.

In Brandenburg stehen 8 eigenständige "Kurzzeitpflegen" und über 875 sogenannte „eingestreute Kurzzeitpflegeplätze“ in vollstationären Pflegeeinrichtungen zur Verfügung. Diese stellen die Pflege für die Dauer von bis zu acht Wochen im Kalenderjahr sicher, z. B. nach einem Krankenhausaufenthalt wenn eine Verlegung direkt nach Hause noch nicht möglich ist oder als Entlastungsangebot für pflegende Angehörige. Ergänzend zur Kurzzeitpflege kann der Leistungsbetrag für Verhinderungspflege für die Kurzzeitpflege verwendet werden, wenn die Anspruchsvoraussetzungen erfüllt werden.

Reichen die ambulanten oder teilstationären  Angebote auf Grund der Schwere der Pflegebedürftigkeit nicht (mehr) aus, besteht das Angebot der vollstationären Pflege. In diesem Fall wird neben der Pflege auch Unterkunft und Verpflegung gestellt. Diese "Rund-um-die-Uhr"-Versorgung übernehmen über 330 Einrichtungen unterschiedlichster Größe und pflegefachlicher Ausrichtung.

Menschen mit schweren unheilbaren Erkrankungen bedürfen einer palliativen Versorgung, bei der nicht mehr die Heilung und Lebensverlängerung im Vordergrund steht, sondern der bestmögliche Erhalt der Lebensqualität, Nähe, Zuwendung und die Linderung von Schmerzen und anderen Symptomen.

In Brandenburg unterstützen ca. 24 ambulante Hospizdienste Menschen, die an einer lebensverkürzenden Erkrankung leiden.

Die spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV) ist ein ergänzendes Angebot zur bisherigen Versorgung durch Hausärzte, Fachärzte und Pflegedienste. Sie wird durch den Klinikarzt oder von niedergelassenen Ärzten verordnet und von qualifizierten Ärzten mit Ihren Palliativ-Care-Teams (PCT) geleistet.
Ist eine ambulante Sterbebegleitung nicht möglich, stehen für eine stationäre Hospizversorgung verlinken mit Unterreiter Stationäre Hospize über 125 Plätze, zur Verfügung.

Angebote zur Unterstützung im Alltag unterstützen Pflegebedürftige darin, ihren Alltag weiterhin möglichst selbstständig bewältigen zu können, soziale Kontakte aufrechtzuerhalten und Pflegepersonen zu entlasten. Nahezu 260 Leistungserbringer tragen dazu bei, dem Pflegebedürftigen so lange wie möglich den Verbleib in der vertrauten häuslichen Umgebung zu ermöglichen.

Die Soziotherapie stellt eine wohnortnahe Hilfeleistung dar, die medizinische Versorgung in Anspruch zu nehmen. Betroffene Menschen werden dabei unterstützt in besonderen Problembereichen wie z. B. Kontaktstörungen, dem Verlust sozialer Bezüge, der reduzierten Fähigkeit, den Lebensalltag eigenständig zu bewältigen sowie die Einschränkung der Erwerbsfähigkeit anzunehmen. 3 Vertragspartner verfolgen das Ziel, die Ressourcen des Patienten zu aktivieren und ihn zur Selbsthilfe anzuregen, d. h. ihn in möglichst kurzer Zeit zu befähigen, von fremder Hilfe unabhängig zu werden. Dabei sollen Klinikaufenthalte vermieden bzw. verkürzt werden.

In 19 Pflegestützpunkten und zahlreichen Außenstellen erhalten Rat- und Hilfesuchende kostenlose, umfassende sowie unabhängige Informationen und Hilfen aus einer Hand rund um das komplexe Thema Pflege. Pflegebedürftigen und von Pflegebedürftigkeit bedrohten Personen jeden Alters wird eine Wohn-, Lebens- und Betreuungsform angeboten, die ihren persönlichen Bedürfnissen entspricht. Im Pflegestützpunkt werden die Beratungs- und Vernetzungsaufgaben der Leistungsträger nach SGB V, SGB XI und SGB XII zusammengeführt.

Gesundheitliche Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase nach § 132g SGB V: Nach § 132g Abs. 3 SGB V hat der GKV-Spitzenverband mit den Vereinigungen der Träger vollstationärer Pflegeeinrichtungen und Einrichtungen der Eingliederungshilfe für behinderte Menschen das Nähere über Inhalte und Anforderungen einer gesundheitlichen Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase vereinbart. Diese Vereinbarung vom 13.12.2017 ist zum 01.01.2018 in Kraft getreten. Zugelassene Pflegeeinrichtungen und Einrichtungen der Eingliederungshilfe können demnach den Abschluss einer Vergütungsvereinbarung nach § 132g SGB V bei den Landesverbänden der Krankenkassen beantragen.

Versicherte sollen über die medizinisch–pflegerische Versorgung und Betreuung in der letzten Lebensphase beraten und zusätzlich Hilfen und Angebote der Sterbebegleitung aufgezeigt werden.

Die Leistung umfasst ein individuelles, ganzheitliches Beratungsangebot über Hilfen und Angebote zur medizinischen, pflegerischen, psychosozialen und seelsorgerischen Betreuung und Versorgung in der letzten Lebensphase und berücksichtigt Selbstbestimmung und Vermeidung ungewollter Behandlungen.

Vollstationäre Pflegeeinrichtungen und Einrichtungen der Eingliederungshilfe für behinderte Menschen können ein Angebot zur individuellen gesundheitlichen Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase vorhalten, das Bewohnerinnen und Bewohner freiwillig nutzen können, um selbstbestimmt über Behandlungs- und Pflegemaßnahmen entscheiden zu können.