Präventionsprojekt für Jugendliche in Ausbildungsvorbereitung

Seelische Stärke junger Menschen fördern

Breites Bündnis unterstützt Modellvorhaben im Übergang von der Schule in den Beruf

Die eigenen Stärken zu kennen und sich von Problemen nicht aus der Bahn werfen zu lassen – das ist für Jugendliche in schwieriger sozialer Lage oft nicht einfach. Mit einem bundesweit einzigartigen Vorhaben setzt sich ein breites Bündnis Hamburger Akteure dafür ein, das seelische Wohlbefinden junger Menschen während der Übergangszeit von der Schule in den Beruf zu fördern.

Das Projekt „Landungsbrücke 2 – Gestärkt in die Zukunft“ wird maßgeblich finanziert von den Gesetzlichen Krankenkassen in Hamburg und der Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz. Unterstützt wird das Modellvorhaben zudem von der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung Landesverband Nordwest, der Unfallkasse Nord, der Agentur für Arbeit Hamburg und der Behörde für Schule und Berufsbildung. Die Hamburgische Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung setzt das Modellvorhaben um. Das Projekt läuft drei Jahre und wird wissenschaftlich evaluiert.

Psychische Widerstandskraft unterstützen

Häufig fehlt sozial benachteiligten Jugendlichen ein Ansprechpartner, der ihnen hilft, mit Rückschlägen im Alltag besser umzugehen. Aktuelle Studien der Krankenkassen zeigen, dass junge Menschen zunehmend unter psychischen Beeinträchtigungen oder sogar Depressionen leiden. Sie kämpfen oft mit seelischen Problemen und Hürden beim Einstieg in den Beruf.

Hier setzt „Landungsbrücke 2“ an: Das Projekt vermittelt Fachkräften (zum Beispiel Lehrerinnen und Lehrern, Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen) praxisnahes Fachwissen und Handwerkszeug. Dies soll sie noch besser als bisher befähigen, die seelische Widerstandskraft von jungen Menschen zu unterstützen. Die Förderung des psychischen Wohlbefindens soll langfristig in den Strukturen der Schulen verankert werden.

Junge Menschen ohne Anschlussperspektive im Fokus

Im Fokus stehen schulpflichtige Jugendliche und junge Erwachsene mit und ohne Migrationshintergrund in der dualen Ausbildungsvorbereitung in Schulen und Betrieben (AvDual und AvM-Dual). Die jungen Menschen, meist im Alter zwischen 16 und 18 Jahren, haben allgemeinbildende Schulen ohne Anschlussperspektive verlassen beziehungsweise sind neu zugewandert oder geflüchtet.

Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks: „Das Projekt Landungsbrücke 2 unterstützt Jugendliche und junge Erwachsene in der Übergangsphase zwischen Schule und Ausbildung bzw. Beruf. In solchen Übergängen sind Vertrauenspersonen und seelisches Rüstzeug besonders wichtig. Ich begrüße sehr, dass das Projekt von vielen Partnern durchgeführt und gefördert wird. Es ist ein weiterer Beleg dafür, dass das Bundespräventionsgesetz gerade hier in Hamburg Früchte trägt.“

Schulsenator Ties Rabe: „Für einen erfolgreichen Start ins Berufsleben ist es wichtig, die Schülerinnen und Schüler mit schwierigen Startbedingungen in der Übergangsphase von der Schule in den Beruf zu stärken. Gesundheitsförderung unterstützt Schülerinnen und Schüler dieser besonderen Phase des Übergangs. Das Projekt ‚Landungsbrücke 2‘ setzt genau dort an, indem es schulische Multiplikatorinnen und Multiplikatoren aus dem Übergangsbereich befähigt, die jungen Menschen in ihrem psychischen Wohlbefinden zu stärken. Aus diesem Grund unterstützt die Behörde für Schule und Berufsbildung das Projekt „Landungsbrücke 2“ wie auch bereits das Vorgängerprojekt ‚Landungsbrücke‘.“

Kathrin Herbst, Leiterin der Landesvertretung Hamburg des Verbands der Ersatzkassen e.V., stellvertretend für die Gesetzliche Krankenversicherung: „Den Hamburger Krankenkassen ist es wichtig, sozial benachteiligte Jugendliche in der Übergangszeit zwischen Schule und Beruf zu unterstützen. Das Projekt „Landungsbrücke“ hilft jungen Menschen in dieser herausfordernden Situation, ihre Stärken zu erkennen und seelische Widerstandsfähigkeit zu entwickeln. Damit erhöhen sich ihre Chancen auf ein gesundes Leben.

Das psychische Wohlbefinden junger Menschen ist den Krankenkassen in der Hansestadt schon seit Jahren ein besonderes Anliegen. Sie haben bereits „Landungsbrücke“, das Vorgängerprojekt zu „Landungsbrücke 2“, kontinuierlich gefördert.“

Landesdirektorin Sabine Kudzielka für die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung, Landesverband Nordwest und die Unfallkasse Nord: „Sicherheit und Gesundheit sind die Voraussetzungen für erfolgreiches Lernen und Arbeiten. Es ist uns wichtig, dass alle Kinder und Jugendlichen die Chance auf eine gesunde Schule und eine gute Arbeit bekommen. Mit dem Projekt „Landungsbrücke 2“ stärken wir bereits in der Übergangsphase Schule – Arbeitsleben die Ressourcen und Kompetenzen, die junge Menschen später im Beruf brauchen, etwa Gesundheitskompetenz und Selbstsorge. Für junge Menschen, deren Übergang von der Schule in den Beruf nicht hindernisfrei verläuft, ist das besonders wichtig. „Landungsbrücke 2“ zeigt, wie eine gelungene Kooperation vieler Partner auf der Grundlage des Präventionsgesetzes aussehen kann.“

Sönke Fock, Vorsitzender der Geschäftsführung in der Agentur für Arbeit Hamburg: „Es ist wichtig, junge Menschen aus sozialen Brennpunkten mit professionellen Partnern sicher von der Schule in eine berufliche Zukunft zu begleiten. Das stärkt die Jugendlichen und eröffnet ihnen Perspektiven im Berufsleben. Und von starken jungen Leuten profitieren Ausbildungsbetriebe, Unternehmen und das eigene persönliche Umfeld.“

Prof. Dr. Susanne Busch, Vorsitzende der Hamburgischen Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung e.V. (HAG): „Die HAG engagiert sich seit vielen Jahren in der Gesundheitsförderung und Prävention für vulnerable Zielgruppen. Mit dem Projekt „Landungsbrücke 2 – Gestärkt in die Zukunft“ verfolgt die HAG einen ressourcenorientierten Ansatz. Dieser setzt dort an, wo der entscheidende erste Schritt von Jugendlichen in die Erwachsenwelt erfolgt. „Landungsbrücke 2“ orientiert sich explizit an den besonderen Bedarfen und Bedürfnissen der Jugendlichen in der Ausbildungsvorbereitung (AvDual und AvM-Dual) und der sie begleitenden Fachkräfte. Die Fortbildung von professionellen Akteurinnen und Akteuren in diesem Arbeitsfeld hat zum Ziel, die Förderung des psychischen Wohlbefindens kontinuierlich und systematisch in die entsprechenden Schulstrukturen zu integrieren.“

Hintergrund:

Das Präventionsgesetz sieht vor, Prävention und Gesundheitsförderung in den verschiedenen Lebenswelten der Bevölkerung zu stärken. Zu diesen Lebenswelten gehören etwa Kitas, Schulen und der Arbeitsplatz. Mit der sogenannten Landesrahmenvereinbarung setzen die Akteure in den einzelnen Bundesländern die Vorgaben des Gesetzes um und berücksichtigen landesspezifische Bedürfnisse. Die Realisierung konkreter Vorhaben in der Hansestadt steuert ein Koordinierungsgremium unter Federführung der Hamburger Krankenkassen.

„Landungsbrücke 2“ ist ein gemeinsames Projekt der Akteure der Landesrahmenvereinbarung, ergänzt um weitere Kooperationspartner. Basis für das Vorhaben ist das Modellprojekt „Landungsbrücke – Übergänge meistern“, das von den Hamburger Gesetzlichen Krankenkassen von 2013 bis 2018 finanziert wurde.

 

Kontakt

Stefanie Kreiss
Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek)
Landesvertretung Hamburg

Tel.: 0 40 / 41 32 98 - 20
E-Mail: stefanie.kreiss@vdek.com