Bundesweit einmaliges Präventionsprojekt

Förderung seelischer Stärke Jugendlicher im Übergang von der Schule in den Beruf

Breites Bündnis Hamburger Akteure unterstützt "Landungsbrücke"

Jugendliche, bei denen der Übergang von der Schule in die Berufswelt holprig ist, erleben diese Zeit häufig als psychisch besonders belastend. Der Einstieg ins Berufsleben ist mit einer Vielzahl an seelischen Herausforderungen verbunden, für deren Bewältigung jungen Menschen oftmals Strategien fehlen.

Gesundheitschancen junger Menschen erhöhen

Hier setzt das bundesweit bislang größte Vorhaben zur Förderung seelischen Wohlbefindens in dieser Übergangszeit an. Bei dem Projekt „Landungsbrücke – ich gehe meinen Weg“ erhalten Fachkräfte aus allgemein- und berufsbildenden Schulen, Betrieben und der Jugendhilfe das notwendige Handwerkszeug, um die Gesundheitschancen insbesondere von Jugendlichen in schwieriger sozioökonomischer Lage zu stärken.

Förderer des Programms sind im Wesentlichen die Gesetzlichen Krankenkassen, ergänzt um die Sozial- und Schulbehörde, die Bundesagentur für Arbeit sowie Akteure der Renten- und Unfallversicherung. Das Projekt wird im Auftrag des Koordinierungsgremiums der Landesrahmenvereinbarung Hamburg von der Hamburgischen Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung e. V. durchgeführt.

Mit Rückschlägen im Alltag besser umgehen

Häufig fehlen Jugendlichen Ansprechpartner, die ihnen helfen, mit Rückschlägen im Alltag besser umzugehen, beispielsweise bei Schwierigkeiten im Ausbildungsbetrieb. Aktuelle Studien der Krankenkassen zeigen, dass junge Menschen zunehmend unter psychischen Beeinträchtigungen oder sogar Depressionen leiden.

Vor diesem Hintergrund erlernen die Fachkräfte (zum Beispiel Lehrer:innen, Ausbilder:innen und Sozialpädagog:innen) daher praxisnahe Methoden, um die Jugendlichen dabei zu unterstützen, sichere Bindungen zu erleben, ihre psychische Widerstandskraft zu stärken und die Zukunft aktiv zu gestalten. Damit dieses Wissen weitergetragen wird, vernetzen sich die Fachkräfte untereinander und verankern das Fachwissen in ihren Institutionen.

Kathrin Herbst, Leiterin der vdek-Landesvertretung Hamburg, stellvertretend für die gesetzlichen Krankenkassen: „Es besteht großer Handlungebedarf, das seelische Wohlbefinden von jungen Menschen im Übergang von der Schule in den Beruf zu stärken. Wir freuen uns, dass mehr Akteure als je zuvor bei einem Präventionsprojekt in Hamburg an einem Strang ziehen und sich nachhaltig engagieren, um die Gesundheitschancen besonders von Jugendlichen mit schwierigen Startbedingungen zu verbessern.“

Melanie Schlotzhauer, Senatorin für Arbeit, Gesundheit, Soziales, Familie und Integration: „Der Übergang von der Schule in den Beruf ist für Jugendliche eine aufregende, aber oft auch mit Unsicherheiten verbundene Zeit, in der sie jede mögliche Unterstützung auch in gesundheitlicher Hinsicht bekommen sollten. Deshalb freue ich mich über das Präventionsprojekt ‚Landungsbrücke – ich gehe meinen Weg‘, bei sich dem Akteurinnen und Akteure aus ganz verschiedenen Bereichen zusammengetan haben, um insbesondere das seelische Wohlbefinden von Jugendlichen zu stärken.“

Ties Rabe, Präses der Behörde für Schule und Berufsbildung: „Mit dem Programm „Landungsbrücke – ich gehe meinen Weg“ wollen wir Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit Startschwierigkeiten im Übergang Schule und Beruf stärken, sich etwas zuzutrauen, ihre Kompetenzen auszubauen und ihr Leben selbständig zu gestalten. Durch geschulte Lehr- und Fachkräfte erhalten sie psychosoziale Unterstützung zur Selbstwahrnehmung, zum Umgang mit Stress und zur Entwicklung von Problemlösungsstrategien. Mit unserem breiten Bündnis und unterschiedlichen fachlichen Zugängen wollen wir Jugendlichen zu einer aktiven Teilhabe am beruflichen und gesellschaftlichen Leben befähigen und damit einen Beitrag für mehr Chancengerechtigkeit leisten.“

Landesdirektorin Sabine Kudzielka für die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung, Landesverband Nordwest und die Unfallkasse Nord: „Ich finde es sehr wichtig, dass das Projekt Landungsbrücke in einem nächsten Schritt die pädagogischen Fachkräfte einbezieht. Jugendliche brauchen gerade beim Übergang von der Schule in den Beruf Rückhalt und Unterstützung, denn sie sollen sicher und gesund in ihr Berufsleben starten können. Am Anfang der Berufsausbildung werden die Fundamente gelegt für die Gesundheits- und Sicherheitskompetenz bei der Arbeit. Vorausschauendes und selbstverantwortliches Handeln sind in der Arbeitswelt 4.0 wichtiger denn je.“

Volker Reitstätter, Geschäftsführer der Deutschen Rentenversicherung Nord: „Die seelische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen bildet das Fundament für eine aktive Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Jungen Menschen, für die sich der Übergang von der Schule in den Beruf schwieriger gestaltet, bietet das Projekt "Landungsbrücke - ich gehe meinen Weg" die notwendige Unterstützung zur Stärkung ihrer seelischen Gesundheit. Die Deutsche Rentenversicherung Nord freut sich, dieses Projekt unterstützen zu können.“

Sönke Fock, Vorsitzender der Geschäftsführung Agentur für Arbeit Hamburg: „Für mich ist die klassische Berufsausbildung der beste Weg ins Berufsleben, verspricht er doch eine qualifizierte Beschäftigung, adäquate Entlohnung und ein selbstbestimmtes Leben. Jugendliche und junge Erwachsene, denen der direkte Weg durch schwierige Umstände nicht gelingt, bekommen durch das Bündnis professionelle persönliche Unterstützung.“

Prof. Dr. Susanne Busch, Vorstandsvorsitzende der Hamburgischen Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung: „Mit dem Projekt „Landungsbrücke – Ich gehe meinen Weg“ setzen sich die Kooperationspartner:innen dafür ein, das seelische Wohlbefinden von jungen Menschen im Übergang Schule – Beruf zu fördern. Ziel ist, das Thema systematisch in Strukturen der schulischen und betrieblichen Ausbildung und Jugendhilfe zu integrieren.“

Hintergrund: Das Präventionsgesetz sieht vor, Prävention und Gesundheitsförderung in den verschiedenen Lebenswelten der Bevölkerung zu stärken. Zu diesen Lebenswelten gehören etwa Schulen und der Arbeitsplatz. Mit der sogenannten Landesrahmenvereinbarung setzen die Akteur:innen in den einzelnen Bundesländern die Vorgaben des Gesetzes um und berücksichtigen landesspezifische Bedürfnisse. Die Verwirklichung konkreter Vorhaben in der Hansestadt steuert ein Koordinierungsgremium unter Federführung der Hamburger Krankenkassen. „Landungsbrücke – ich gehe meinen Weg“ wird von den Akteur:innen der Landesrahmenvereinbarung gefördert und inhaltlich begleitet, ergänzt um weitere Kooperationspartner:innen. Das aktuelle Modellvorhaben ist eine Weiterentwicklung des Projekts „Landungsbrücke 2 – Gestärkt in die Zukunft“, das ebenfalls gemeinschaftlich von den Akteuren der Landesrahmenvereinbarung gefördert wurde.

Kontakt

Stefanie Kreiss
Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek)
Landesvertretung Hamburg

Tel.: 0 40 / 41 32 98 - 20
E-Mail: stefanie.kreiss@vdek.com