Pflegebedürftige in Hamburger Pflegeheimen müssen im Vorjahresvergleich erneut höhere monatliche Eigenanteile zahlen. Im ersten Aufenthaltsjahr liegt die Zuzahlung aus eigener Tasche im Schnitt bei 3.284 Euro im Monat (Stichtag 1.1.2026). Das entspricht einer Steigerung von 342 Euro (rund zwölf Prozent) im Vorjahresvergleich (1.1.2025 = 2.942 Euro). Dies zeigt eine Auswertung des Verbands der Ersatzkassen e. V.
Damit liegt Hamburg leicht über dem Bundesdurchschnitt. In vier Bundesländern (Bremen, Saarland, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen) ist der Pflegeheimplatz teurer als in der Hansestadt. Hauptkostentreiber in Hamburg und bundesweit sind gestiegene Pflegepersonalkosten.
„Dass das Pflegepersonal gut bezahlt wird, ist eine richtige Entwicklung, die wir begrüßen“, sagt die Leiterin der vdek-Landesvertretung, Kathrin Herbst. „Aber es ist falsch, dass die Pflegebedürftigen den Lohnzuwachs zu einem Großteil allein schultern müssen. Wir brauchen eine nachhaltige Reform der Pflegefinanzierung, die Pflegebedürftige in Pflegeheimen signifikant entlastet.“
Bundesland Hamburg muss Investitions- und Ausbildungskosten übernehmen
Auch für Unterkunft und Verpflegung sowie für die Instandhaltung der Gebäude (Investitionskosten) und die Ausbildung von Pflegekräften müssen die Pflegebedürftigen erneut mehr zahlen. „Investitions- und Ausbildungskosten sind Sache des Staats“, erklärt Herbst. „Würde das Bundesland Hamburg sein politisches Versprechen einlösen und die Investitionskosten übernehmen, könnten Pflegebedürftige 571 Euro im Monat sparen. Die Übernahme der Ausbildungskosten würde die Pflegebedürftige um weitere 195 Euro entlasten.“
Internetportal www.pflegelotse.de macht Qualität & Kosten transparent
Bei den Ergebnissen der vdek-Datenauswertung handelt es sich um Durchschnittswerte in Hamburg. So gilt der sogenannte EEE (Einrichtungseinheitliche Eigenanteil) für alle Bewohnenden eines Pflegeheims, variiert jedoch von Heim zu Heim. Er vermindert sich durch einen von der Aufenthaltsdauer abhängigen Zuschuss der Pflegekassen.
Der EEE setzt sich vor allem aus den Kosten für das Pflegepersonal und die Ausbildungskosten zusammen.
Bei der Suche nach einem Heim können Pflegebedürftige über das Internetportal www.pflegelotse.de herausfinden, wie hoch der individuelle Anteil ist, den sie konkret selbst finanzieren müssen.
Ganz wichtig ist auch die Transparenz über die Pflegequalität der Heime: Dazu informiert das Online-Portal auf der Grundlage objektiver Prüfergebnisse.
Weiterführende Informationen:
Kontakt
Stefanie Kreiss
Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek)
Landesvertretung Hamburg
Tel.: 0 40 / 41 32 98 - 20
E-Mail: stefanie.kreiss@vdek.com