Krankenhausfinanzierung

Seit dem Krankenhausfinanzierungsgesetz von1972 gilt die sogenannte duale Finanzierung: Die Bundesländer entscheiden, wo ein Krankenhaus gebaut, erweitert oder geschlossen wird und finanzieren alle Investitionsmaßnahmen. Die Krankenkassen bezahlen die Behandlung der Versicherten über sogenannte Fallpauschalen.

Die Länder kommen aber ihrer Verpflichtung zur Investitionsfinanzierung immer weniger nach. Während sie in den 70er Jahren noch über 20 Prozent der Ausgaben von Krankenhäusern finanzierten, sind es heute weniger als vier Prozent. Engpässe bei den Investitionen sind die Folge. Von einem Investitionsstau in Höhe von 50 Milliarden Euro bundesweit ist die Rede.

Es ist davon auszugehen, so der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung, dass bereits heute die notwendigen Investitionen zur Hälfte über die Gewinne der Krankenhäuser aus den Fallpauschalen finanziert werden – mit steigender Tendenz. In der gesundheitspolitischen Debatte wird daher vermehrt für die Monistik plädiert. In diesem Modell liegt die Finanzierungsverantwortung allein bei einer Quelle, den Krankenkassen.

Rechenschieber vor weißem Hintergrund

Den Fallpauschalenkatalog 2013 (832 kB) als wichtigsten Bestandteil der Fallpauschalenvereinbarung 2013 (68 kB) finden Sie hier. Weitere Informationen rund um das Fallpauschalensystem finden Sie unter: www.g-drg.de

Vergütung von voll- und teilstationären Krankenhausleistungen

Die Vergütung der voll- und teilstationären Krankenhausleistungen erfolgt für Psychiatrie und Somatik (Behandlung körperlicher Beschwerden) nach unterschiedlichen Regelungen.

Somatischer Bereich

Die Kliniken erhalten zur Deckung der angefallenen Betriebskosten pro Patient einen pauschalen Euro-Betrag von der Krankenkasse des Patienten überwiesen, die sogenannte Fallpauschale, auch als Diagnosis Related Group (DRG) bezeichnet. Um diese Pauschalen zu ermitteln, werden ähnliche Behandlungsfälle zu Fallgruppen klassifiziert. Diese bilden den ökonomischen Schweregrad (Bewertungsrelation) ab. Entscheidend für den Preis einer Leistung ist der Landesbasisfallwert. Dieser spiegelt den durchschnittlichen Preis einer Krankenhausleistung wider. Multipliziert man den Landesbasisfallwert mit der Bewertungsrelation der jeweiligen DRG ergibt sich schließlich die Fallpauschale. Dabei gilt, je höher die Bewertungsrelation, desto teurer ist die Behandlung und desto mehr Geld fließt an das Krankenhaus. Durch einen landeseinheitlichen Basisfallwert und bundeseinheitliche DRG erhält jedes Krankenhaus in Hamburg den gleichen Preis für eine Behandlung. Der vom Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus (InEK) erarbeitete Fallpauschalen-Katalog 2013 bildet ca.1180 verschiedene Fallpauschalen ab.

Das Krankenhausbudget verhandeln die Krankenhausträger und Krankenkassen einmal im Jahr auf Basis der Fallpauschalen. Es besteht neben dem Erlösbudget für DRG-Leistungen aus der Erlössumme für sonstige Leistungen wie zum Beispiel neue Untersuchungs- und Behandlungsmethoden oder Leistungen für besondere Einrichtungen. Das Budget ist jedoch flexibel. So werden von dem vereinbarten Krankenhausbudget bei abweichenden Mehr- bzw. Mindererlösen Ausgleiche gezahlt.

Psychiatrischer Bereich

Seit 2013 wird auch für psychiatrische und psychosomatische Krankenhäuser und Abteilungen ein leistungsorientiertes und pauschalierendes Entgeltsystem eingeführt. In Hamburg sind rund 20 Abteilungen betroffen. Bislang wurden die Häuser und Abteilungen nach tagesgleichen Pflegesätzen bezahlt, unabhängig davon, ob ein Patient leicht oder schwer erkrankt war. Künftig gilt ein pauschalierendes Entgeltsystem (PEPP), das schrittweise eingeführt wird. Lesen Sie hier den vollständigen Artikel aus dem ersatzkasse report. zum neuen Entgeltsystem.

Landesbasisfallwert

Der Landesbasisfallwert wird jährlich auf Landesebene zwischen Krankenkassen und Vertretern der Krankenhäuser verhandelt. Für die Krankenkassen stellt er die Stellschraube für den größten Ausgabeposten dar. Für die Krankenhäuser bestimmt er den mit Abstand größten Teil ihrer Erlöse. Bei den Verhandlungen spielen Faktoren wie die erwartete Patientenzahl, die Leistungs- und Kostenentwicklung sowie der Schwere der Krankheitsbilder eine wichtige Rolle.

Im Jahr 2013 liegt der Wert in Hamburg bei 3.104 Euro. Davon ausgehend zahlen die Kassen im Jahr 2013 rund 1.580 Euro für eine normale Geburt, 9.030 Euro für eine Herzschrittmacher-OP und 9.810 Euro für eine Hüftprothese. Das Landesbudget für stationäre Behandlungen beträgt damit rund 1,8 Milliarden Euro. Die Krankenkassen zahlen somit 74,5 Millionen Euro mehr für Klinik-Behandlungen als im Vorjahr (ein Plus von 4,3 Prozent).

Landesbasisfallwerte 2013

Landesbasisfallwert 2013 im Ländervergleich

Quelle: Eigene Zahlen und Darstellung

Investitionen

Zur Sicherung der Wirtschaftlichkeit, Innovationsfähigkeit und der Leistungsfähigkeit sind für den Krankenhausbereich ausreichende Investitionsmittel erforderlich. Die Investitionsfinanzierung gliedert sich in die Einzel- und Pauschalförderung. Bei der Einzelförderung handelt es sich um Neu-, Um,- und Erweiterungsbauten. Die Pauschalförderung finanziert kleinere Baumaßnahmen und die Wiederbeschaffung kurzfristiger Anlagegüter. Während die Einzelförderung auf Antrag erfolgt, geht die Pauschalförderung an jedes Krankenhaus und errechnet sich anhand der Fallzahlen und der DRG-Bewertungsrelationen.