Krankenhausfinanzierung

Klinikwegweiser, Im Vordergrund hängt ein Wegweiserschild eines Klinikfoyers vor einem Glasdach im Hintergrund. Das blaue Schild weist den Weg zur Chirurgie und zur Orthopädie

Die Finanzierung der Krankenhäuser erfolgt in Deutschland "dual". Das heißt, die Bundesländer entscheiden, wo eine Klinik gebaut oder erweitert wird und finanzieren alle Investitionsmaßnahmen. Die Krankenkassen dagegen bezahlen die Behandlung der Versicherten über die sogenannten Fallpauschalen.

Die Fördermittel der Stadt Hamburg befanden sich jahrelang auf einem annähernd konstanten Niveau. Von 2018 auf 2019 jedoch steigerte das Land seine Mittel erfreulicherweise deutlich - von rund 95 Millionen Euro auf 111 Millionen Euro. Die Investititonsförderquote, also die Entwicklung der Investitionen des Landes im Verhältnis zu den Krankenhausausgaben, beläuft sich aktuell auf rund fünf Prozent.

Investitionsstau in Millionenhöhe

Die nach Expertenmeinung aber notwendige Investitionsquote von acht bis zehn Prozent wurde in Hamburg zuletzt annähernd im Jahr 2008 erreicht. Faktisch reichen die Mittel für Kliniken nach wie vor nicht aus, um mit der Entwicklung der Klinikausgaben Schritt zu halten und den Investitionsstau in Millionenhöhe abzubauen.

Es ist davon auszugehen, so der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen, dass bereits heute die notwendigen Investitionen zur Hälfte über die Gewinne der Krankenhäuser aus den Fallpauschalen finanziert werden - mit steigender Tendenz. Mittel, die zur Versorgung der Patienten fehlen. In der gesundheitspolitischen Debatte wird daher vermehrt für die Monistik plädiert. In diesem Modell liegt die Finanzierungsverantwortung allein bei einer Quelle, den Krankenkassen.

Vergütung von voll- und teilstationären Krankenhausleistungen

Die Vergütung der voll- und teilstationären Krankenhausleistungen erfolgt für Psychiatrie und Somatik (Behandlung körperlicher Beschwerden) nach unterschiedlichen Regeln.

Somatischer Bereich

Die Kliniken erhalten zur Deckung der angefallenen Betriebskosten pro Patient einen pauschalen Euro-Betrag von der Krankenkasse des Patienten überwiesen, die sogenannte Fallpauschale, auch als Diagnosis Related Group (DRG) bezeichnet. Um diese Pauschalen zu ermitteln, werden ähnliche Behandlungsfälle zu Fallgruppen klassifiziert. Diese bilden den ökonomischen Schweregrad (Bewertungsrelation) ab. Entscheidend für den Preis einer Leistung ist der Landesbasisfallwert. Dieser spiegelt den durchschnittlichen Preis einer Krankenhausleistung wider.

Multipliziert man den Landesbasisfallwert mit der Bewertungsrelation der jeweiligen DRG ergibt sich schließlich die Fallpauschale. Dabei gilt, je höher die Bewertungsrelation, desto teurer ist die Behandlung und desto mehr Geld fließt an das Krankenhaus. Durch einen landeseinheitlichen Basisfallwert und bundeseinheitliche DRG erhält jedes Krankenhaus in Hamburg den gleichen Preis für eine Behandlung. Der vom Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus (InEK) erarbeitete Fallpauschalen-Katalog 2019 bildet rund 1.320 verschiedene Fallpauschalen ab.

Das Krankenhausbudget verhandeln die Krankenhausträger und Krankenkassen einmal im Jahr auf Basis der Fallpauschalen. Es besteht neben dem Erlösbudget für DRG-Leistungen aus der Erlössumme für sonstige Leistungen wie zum Beispiel neue Untersuchungs- und Behandlungsmethoden oder Leistungen für besondere Einrichtungen. Das Budget ist jedoch flexibel. So werden von dem vereinbarten Krankenhausbudget bei abweichenden Mehr- bzw. Mindererlösen Ausgleiche gezahlt.

Psychiatrischer Bereich

Auch für psychiatrische und psychosomatische Krankenhäuser und Abteilungen ist ein leistungsorientiertes und pauschalierendes Entgeltsystem eingeführt worden. In Hamburg sind rund 20 Abteilungen betroffen. Bislang wurden die Häuser und Abteilungen nach tagesgleichen Pflegesätzen bezahlt, unabhängig davon, ob ein Patient leicht oder schwer erkrankt war. Künftig gilt ein pauschalierendes Entgeltsystem (PEPP), das schrittweise eingeführt w,,ird.  

Landesbasisfallwert

Der Landesbasisfallwert wird jährlich auf Landesebene zwischen Krankenkassen und Vertretern der Krankenhäuser verhandelt. Für die Krankenkassen stellt er die Stellschraube für den größten Ausgabeposten dar. Für die Krankenhäuser bestimmt er den mit Abstand größten Teil ihrer Erlöse. Bei den Verhandlungen spielen Faktoren wie die erwartete Patientenzahl, die Leistungs- und Kostenentwicklung sowie der Schwere der Krankheitsbilder eine wichtige Rolle.

Im Jahr 2019 liegt der Landesbasisfallwert in Hamburg bei 3.534,91 Euro.

Hintergrund: Krankenhausstation, Vordergrund: Deutschlandkarte mit Bundesländern und Aufschrift "Landesbasisfallwerte - Entgelte für Krankenhaus-Leistungen"