Kommentar von Kathrin Herbst, Leiterin der vdek-Landesvertretung Hamburg

Damit Pflege für alle bezahlbar bleibt!

Kathrin Herbst, Leiterin der vdek-Landesvertretung Hamburg

Die Eigenanteile für Pflegebedürftige in Pflegeheimen sind zuletzt rasant gestiegen. Anders als in der Krankenversicherung deckt die Pflegeversicherung nur einen Teil der Pflegekosten ab. Wenn die Kosten für Pflegeleistungen steigen, wirkt sich das direkt auf die Zahlungen der Pflegebedürftigen aus. Schon heute ist klar, dass etwa die Reform der Pflegeausbildung und andere Maßnahmen zur Bekämpfung des Pflegenotstands zu weiter steigenden Kosten und damit steigenden Eigenanteilen führen werden, wenn sich nichts ändert.

Länder müssen Beitrag leisten

Es ist ein wichtiger Schritt, dass Bundesgesundheitsminister Jens Spahn dieses drängende Problem angeht. Es ist gut, dass die finanzielle Belastung der Pflegebedürftigen grundsätzlich begrenzt werden soll. Da muss aber noch mehr geschehen als bisher im Hause Spahn geplant. Die Absicherung des Pflegerisikos ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die verlässlich und solidarisch finanziert werden muss. An einem Ausgleich mit der Privaten Pflegeversicherung führt deshalb kein Weg vorbei. Ein gemeinsamer Finanzausgleich würde die Soziale Pflegeversicherung um bis zu zwei Milliarden Euro jährlich entlasten. Und auch die Länder müssen ihren Beitrag leisten und die Investitionskosten übernehmen  - damit Pflege für alle bezahlbar bleibt.