Ersatzkassenforum MV 2026
„Reformstart im Gesundheitssystem - Vorhaben, Erfordernisse und Auswirkungen“
Schwerin | 22. Juni 2026 | Beginn: 12:30 Uhr | Technologie- und Gewerbezentrum
Das Gesundheitswesen in Deutschland steht weiterhin vor enormen Herausforderungen. Sowohl finanziell als auch strukturell sind Reformen inzwischen unumgänglich. Andernfalls drohen eine Fortsetzung der längst an Fahrt aufgenommenen Beitragssteigerungs-Spirale wie auch strukturelle Angebots- und Qualitätsverluste. Die Politik - allem voran im Bund aber auch in den Ländern - ist gefragt und gefordert. Der Verband der Ersatzkassen e. V. steht dabei regional wie bundesweit als Partner beratend wie mitgestaltend zur Verfügung.
Im Mittelpunkt unserer Fachveranstaltung steht daher in diesem Jahr ein kritischer Blick auf die aktuelle Situation der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) sowie der Sozialen Pflegeversicherung (SPV). Für beide Bereiche liegen zwischenzeitlich weitreichende Reformansätze vor – in der Pflege erste Vorschläge mit noch offener Umsetzung, in der GKV insgesamt 66 Maßnahmen zur finanziellen Stabilisierung, deren konkrete Wirkung und Reichweite derzeit noch abzuwarten bleibt.
Zudem sollen bis Ende 2026 weitere Vorschläge für mittel- und langfristige Strukturreformen in der GKV vorgelegt werden. Unabhängig davon sollen nun lange fällige strukturelle Veränderungen im Gesundheitswesen, insbesondere die Krankenhausreform sowie die Reform der Notfallversorgung und des Rettungsdienstes, zeitnah eine konsequente, qualitätsorientierte Umsetzung erfahren.
Vor diesem Hintergrund wollen wir gemeinsam diskutieren, ob die bisherigen und anstehenden Reformansätze ausreichen, welche zusätzlichen Schritte eventuell erforderlich sind und welche Auswirkungen sich daraus für Mecklenburg-Vorpommern ergeben – gerade im Jahr der Landtagswahlen eine zentrale Frage.
Das war unser Ersatzkassenforum MV 2026
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Senden Sie uns gern eine Mail an: stephan.haring@vdek.com.
Das Programm des Ersatzkassenforums MV 2026
Come Together
Eintreffen der Gäste und kleiner Imbiss
Begrüßung
Claudia Straub
Leiterin der vdek-Landesvertretung Mecklenburg-Vorpommern
Impulsvortrag
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Das solidarisch finanzierte System der gesetzlichen Krankenversicherung steht vor erheblichen Herausforderungen. Bereits heute übersteigen die Ausgaben die Einnahmen und steigen zudem deutlich schneller an. Den Prognosen zufolge beträgt die Deckungslücke, die geschlossen werden müsste, um die Beitragssätze stabil zu halten, bereits im Jahr 2027 rund 15 Mrd. € und steigt bis 2030 auf etwa 40 Mrd. € an. Vor diesem Hintergrund besteht dringender Reformbedarf. Die FinanzKommission Gesundheit erarbeitet Optionen für kurz- und langfristig wirksame Reformmaßnahmen, die zu einer finanziell tragfähigen Gesundheitsversorgung beitragen sollen und bewertet deren mögliche Auswirkungen auf die Qualität und den Zugang zur Versorgung sowie die Verteilungsgerechtigkeit.
Im Gespräch...
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Das deutsche Gesundheitssystem ist international nach wie vor eines der besten, aber teuer und oft ineffizient. Die Zeche zahlen die gesetzlich Versicherten mit immer höheren Beiträgen. Hinzu kommen die Herausforderungen durch den demografischen Wandel. Die bisher bekannten Pläne des Bundes sind jedoch kein dringend notwendiger Reformstart, sondern ein Stopfen von Haushaltslöchern ohne politischen Gestaltungswillen. Wir brauchen tragfähige und nachhaltige Konzepte für ein solidarisch finanziertes Gesundheitssystem.
Kaffeepause
Im Gespräch: Podiumsdiskussion
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Der Reformstart im Gesundheitssystem muss genutzt werden, um die Versorgung der Versicherten langfristig verlässlich, finanzierbar und patientenorientiert aufzustellen. Gerade in Mecklenburg-Vorpommern brauchen wir tragfähige Lösungen für die medizinische Versorgung im ländlichen Raum, eine stärkere Vernetzung der Versorgungsbereiche und mehr Tempo bei der Digitalisierung. Reformen dürfen sich dabei nicht in Einzelmaßnahmen erschöpfen. Entscheidend ist, Strukturen so weiterzuentwickeln, dass Qualität, Erreichbarkeit und Wirtschaftlichkeit gleichermaßen gesichert werden.
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Das Gesundheitswesen steht vor tiefgreifenden Strukturreformen. Angesichts des demographischen Wandels, einer angespannten Fach- und Arbeitskräftesituation sowie finanzieller Defizite sind Veränderungen, Innovationen und Neuausrichtungen dringend notwendig. Für Mecklenburg-Vorpommern als Flächenland mit vielen ländlichen Regionen und dünner Bevölkerungsdichte ist das Herausforderung und Chance zugleich. Durch eine bessere Patientensteuerung, den Abbau von Doppelstrukturen und Bürokratie sowie neuen und innovativen Versorgungsmodellen kann eine wohnortnahe und qualitativ hochwertige gesundheitliche Versorgung auch zukünftig gelingen. Dieser Prozess funktioniert jedoch nur gemeinsam und nicht gegeneinander. Das ist mein Appell an alle Beteiligten.
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Gute Gesundheitsversorgung muss überall verlässlich gewährleistet sein – in der Stadt genauso wie auf dem Land. Sie muss erreichbar, qualitativ hochwertig und bezahlbar sein. Gleichzeitig gilt: Nicht jede Leistung kann überall angeboten werden, Spezialisierungen sind für Qualität und Sicherheit oft unerlässlich. Entscheidend ist deshalb, dass die Versorgung gut vernetzt und für die Menschen erreichbar bleibt. Im Mittelpunkt steht für mich immer der Patient: Seine Bedürfnisse, seine Wege, seine Versorgung. Wir haben ein starkes System, aber es steht vor großen Herausforderungen. Jetzt kommt es darauf an, es effizienter zu machen – und konsequent vom Patienten her zu denken.
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Nunmehr seit Jahrzehnten wird am Gesundheitssystem „herum-reformiert“. Wenn die Erinnerung nicht trügt, ging es mit einer Ausnahme bei den Gesetzen immer ums Geld. Auch waren die Reformvorhaben von Geschehnissen getrieben, selten, wenn überhaupt, wegbereitend und vorausschauend. Der Grundkonflikt ist geblieben: Gesundheit ist in Deutschland eine Ware. Gelder der Beitragszahlenden verwandeln sich in Teilen zu Renditen für Anteilseigner, von im System agierenden Konzernen. Das muss beendet werden, was aber eine Mehrheit für ein tatsächliches Solidarmodell voraussetzt. Bis dahin gilt es, das bestehende System zu verbessern. Die gemeinwohlorientierte Versorgungsfunktion der Krankenkassen, Krankenhäuser, Ärzteschaft und Apotheken im Interesse der Patientinnen und Patienten muss wieder in den Mittelpunkt rücken. Zugleich müssen die Arbeitsbedingungen der im Gesundheitsbereich Beschäftigten verbessert werden. Wir Linken wollen Gesundheitskompetenzen weiterentwickeln, Patientenrechte ausbauen und Prävention stärken. Mehr denn je müssen wir Fachkräfte gewinnen bzw. sichern. Wir wollen flächendeckend, Sektoren verbindend Versorgungsnetzwerke bilden. Schrittweise und zugleich zügig wollen wir die Empfehlungen der Gesundheitskommission des Landes umsetzen.
Get Together
Gemeinsame Gespräche bei Kaffee und Kuchen