Qualitätssicherung

In sächsischen Kliniken gibt es jährlich rund eine Million stationäre Behandlungen. Die allermeisten mit Erfolg – doch nicht jede Behandlung muss erfolgreich sein. Beispiele für schlechte Qualität an Krankenhäusern gibt es bedauerlicherweise immer wieder, zum Beispiel misslungene Hüftoperationen, falsch verlaufene Herzschrittmacher-Implantationen oder Keimbefall bei Frühgeborenen. Derartige Fälle lenken den öffentlichen Blick darauf, wie wichtig die Qualitätssicherung bei Klinikbehandlungen bleibt.

Qualitätsberichte

Deshalb sind Krankenhäuser gesetzlich dazu verpflichtet, einmal jährlich einen Qualitätsbericht zu verfassen. Er soll einweisende Ärzte und Patienten über das Leistungsangebot und die Qualität  der Häuser informieren, also zeigen, was die Kliniken tun und wie gut sie dabei sind.

Richtlinien zum Inhalt der Berichte legt der Gemeinsame Bundesausschuss fest. Er bestimmt Qualitätsmerkmale („Qualitätsindikatoren“), an denen sich die Veröffentlichungen orientieren. Demnach müssen Krankenhäuser ihre Ergebnisse zu über 200 Qualitätsindikatoren darstellen. Die Krankenhäuser veröffentlichen die Qualitätsberichte auf ihren Internetseiten.

Vergleichende Qualitätssicherung

Qualitätsberichte bieten den Blick in ein einzelnes Krankenhaus, die vergleichende Qualitätssicherung stellt mehrere Krankenhäuser gegenüber. Inhaltliche Entwicklung und organisatorische Umsetzung dieser Form der Qualitätssicherung leiten zentrale Stellen außerhalb der Kliniken, aktuell das AQUA-Institut für angewandte Qualitätsforschung und Forschung im Gesundheitswesen. Diese unabhängigen Dienstleister haben sich zum Ziel gesetzt, im Rahmen der vergleichenden Qualitätssicherung bundesweit die medizinische, wirtschaftliche und pflegerische Leistung der Krankenhäuser zu vergleichen und zu verbessern. Mittelfristig wird eine Zusammenführung der externen und der sektoralen Qualitätssicherung angestrebt.

Folgendes methodisches Prinzip liegt dem Verfahren zugrunde: Für ausgewählte Qualitätsmerkmale übermitteln die Kliniken ihre Behandlungsdaten an den Dienstleister. Der stellt sie zusammen und weist auf Auffälligkeiten hin. Die Information erhält in Sachsen die an der Landesärztekammer angesiedelte Geschäftsstelle externe Qualitätssicherung, die von der Krankenhausgesellschaft Sachsen und den Krankenkassen betrieben wird. Hier analysieren Fachgruppen die Ergebnisse und treten bei Abweichungen von vereinbarten Richtwerten mit betroffenen Krankenhäusern in den „strukturierten Dialog“. Daraus werden anschließend qualitätsverbessernde Maßnahmen abgeleitet.

vdek-Kliniklotse

Der vdek-Kliniklotse unterstützt bundesweit Verbraucher dabei, ein Krankenhaus nach Wunsch zu finden. Die verwendete Datenbasis sind die Qualitätsberichte der Krankenhäuser. Für Sachsen bietet der Kliniklotse mit einer eigenen Suchmaschine detaillierte Information zur Qualität aller Krankenhäuser im Freistaat.