Hospize

Im Vordergrund der Hospizarbeit steht die ambulante Betreuung im Haushalt oder in der Familie des Versicherten mit dem Ziel, sterbenden Menschen ein möglichst würdevolles und selbstbestimmtes Leben bis zum Ende zu ermöglichen. Wünsche und Bedürfnisse der Sterbenden und ihrer Angehörigen stehen im Zentrum des Handelns der ambulanten Hospizdienste.

Ehrenamtliches Engagement

Vor allem Ehrenamtliche engagieren sich in der ambulanten Hospizarbeit. Durch ihren Einsatz leisten sie, ebenso wie professionelle Kräfte, einen unverzichtbaren Beitrag bei der Versorgung sterbender Menschen.

Krankenkassen fördern ambulante Hospizdienste auf Antrag, wenn sie qualifizierte ehrenamtliche Sterbebegleitung im Haushalt der Versicherten, in der Familie, in stationären Pflegeeinrichtungen, in Einrichtungen behinderter Menschen oder der Kinder- und Jugendhilfe erbringen. Voraussetzung für die Förderung ist weiterhin, dass der Hospizdienst mit einem palliativ-pflegerisch erfahrenen Pflegedienst sowie mit einem Arzt zusammenarbeitet. Der Hospizdienst muss unter fachlicher Verantwortung einer Pflegefachkraft oder einer Person mit abgeschlossener Universitäts- oder Fachhochschulausbildung aus dem Bereich Pflege, Sozialarbeit oder Sozialpädagogik stehen. Diese sogenannte Koordinatorin muss über ausreichende Berufserfahrung im erlernten Beruf verfügen, eine palliativ-care-Weiterbildung abgeschlossen haben und die Teilnahme an einem Koordinatorenseminar und sowie einem Seminar für Führungskompetenz nachweisen.  Im Hospizdienst müssen des Weiteren mindestens 15 qualifizierte Ehrenamtliche zum Einsatz bereit sein. Mit der Förderung leisten die Ersatzkassen einen angemessenen Zuschuss zu den notwendigen Personal- und Sachkosten des Hospizdienstes.

Für Hospizdienste, die im Thüringer Hospiz- und Palliativverband (THPV) organisiert sind, wird das Förderverfahren über diese Stelle abgewickelt. Alle anderen ambulanten Hospizdienste können Förderanträge an folgende Adresse stellen:

Verband der Ersatzkassen in Thüringen e.V. (vdek)
Landesvertretung Thüringen
Referat Pflege
Lucas-Cranach-Platz 2
99099 Erfurt
Tel.: 0361/4425224
e-mail: kerstin.franke@vdek.com

Stationäre Hospize

Neben der ambulanten Hospizbetreuung und der Versorgung Sterbender in Pflegeheimen und in Krankenhäusern (insbesondere Palliativstationen) sind für besondere Krankheitsbilder auch stationäre Hospize notwendig. Aufnahme als Gäste in den stationären Bereich eines Hospizes finden nach den Vereinbarungen mit den Krankenkassen ausschließlich solche Menschen, bei denen eine Krankenhausbehandlung nicht mehr erforderlich ist und die weder zu Hause noch im Pflegeheim angemessen betreut werden können.

Ziel der stationären Hospizarbeit ist es, palliativ-medizinische Behandlung, Pflege und Begleitung anzubieten, welche die Lebensqualität des sterbenden Menschen verbessert, seine Würde nicht antastet und aktive Sterbehilfe ausschließt. Zur Optimierung der Versorgung arbeitet das Hospiz im Rahmen des regionalen Netzwerkes mit den niedergelassenen Vertragsärzten, Vertragskrankenhäusern und Sonstigen innerhalb des Versorgungsspektrums Beteiligten eng zusammen. Dafür stehen entsprechend ausgebildete Fachkräfte zur Verfügung. In Thüringen sind fünf Hospize und ein speziell auf die Betreuung von Kindern ausgerichtetes Hospiz etabliert.