Krankenhausfinanzierung

Die Finanzierung der Krankenhäuser ruht auf zwei Säulen: auf der einen Seite der Betriebskostenvergütung für laufende Leistungen, welche die Krankenkassen tragen, und auf der anderen Seite der Investitionskostenförderung durch die Länder. 

Danach wurden im Jahr 2017 in Baden-Württemberg rund 95 Prozent der Mittel für die Krankenhäuser von den Krankenkassen finanziert, ca. 5 Prozent hat das Land für Investitionen zur Verfügung gestellt. In absoluten Zahlen bedeutet dies, dass die Krankenkassen den Krankenhäusern zur Finanzierung der Betriebskosten rund 9,3 Mrd. Euro (95,3 Prozent) überwiesen haben, das Land zur Finanzierung der Investitionskosten 461,7 (plus 63,8 aus Strukturfonds) Mio. Euro (4,7 Prozent). Bundesweit machten die Krankenhauskosten im Jahr 2015 etwa 35 Prozent der gesamten GKV-Ausgaben aus; sie sind damit höher als die ärztliche Vergütung und die Arzneimittelkosten zusammen.

Landesbasisfallwert

Seit dem Jahr 2005 wird für jedes Bundesland ein einheitlicher Landesbasisfallwert vereinbart. Dieser ist der Betrag, der bei der Berechnung der DRGs (Diagnosis Related Groups) für die Krankenhausbehandlung zugrunde gelegt wird. Zur Berechnung dieses Preises wird die Bewertungsrelation der DRG mit dem Landesbasisfallwert multipliziert. 

In Baden-Württemberg wurde seit Einführung des DRG-Systems stets ein medizinisch leistungsgerechter Landesbasisfallwert vereinbart bzw. in den Jahren 2009 und 2016 von der Schiedsstelle nach § 18 a KHG festgesetzt. Mit diesem Landesbasisfallwert sind sämtliche Tarif- und Sachkostensteigerungen in den Krankenhäusern abgedeckt. Auch ohne Mengensteigerungen reicht der Landesbasisfallwert in Baden-Württemberg aus, um die notwendigen Betriebskosten der Krankenhäuser zu decken. Er kann jedoch nicht ausreichen, um damit auch Investitionen, für die das Land verantwortlich ist, zu finanzieren.

Landesbasisfallwert 2018 bundesweit im Vergleich

Statistik: Landesbasisfallwerte 2018 ohne Ausgleiche, bundesweit

Entwicklung des LBFW in Baden-Württemberg 2005 – 2018 (ohne Ausgleiche)

Statistik: Landesbasisfallwerte in Baden-Württemberg 2005 bis 2018 (ohne Ausgleiche).
Landesbasisfallwerte ohne Ausgleiche, Bewertungsrelationen und Budget nach Jahr und in Euro
Jahr Landesbasisfallwert Bewertungsrelation Budget
2005 2.855,51 1.857.716,23 5.304.727.271,93
2006 2.850,38 1.874.202,63 5.342.189.692,50
2007 2.845,50 1.897.410,00 5.399.080.155,00
2008 2.853,90 1.964.422,00 5.606.263.945,80
2009 2.918,66 2.100.622,12 6.131.001.756,76
2010 2.977,75 2.141.537,46 6.376.963.171,52
2011 2.985,50 2.200.500,00 6.569.592.750,00
2012 3.050,12 2.250.750,00 6.865.057.590,00
2013 3.114,29 2.264.233,00 7.051.478.189,57
2014 3.190,00 2.272.233,00 7.248.423.270,00
2015 3.232,73 2.298.902,00 7.431.729.462,46
2016 3.287,21 2.342.096,92 7.698.964.406,53
2017 3.358,36 2.386.542,00 8.014.867.191,12
2018 3.447,85 2.427.542,36 8.369.801.925,93

Zusätzlich werden für die Psychiatrie und Psychosomatik in den Krankenhäusern rd. 950 Millionen Euro über tagesgleiche Pflegesätze abgerechnet. 

Für diese psychiatrischen und psychosomatischen Einrichtungen wurde zum 1. Januar 2013 ein neues pauschalierendes Entgeltsystem (PEPP-Entgeltsystem) auf der Grundlage von tagesbezogenen Entgelten für die Vergütung der Leistungen eingeführt. Von 2013 bis 2017 können die psychiatrischen und psychosomatischen Einrichtungen frei entscheiden, ob sie das neue Entgeltsystem anwenden. Ab 2018 müssen alle Einrichtungen das neue Entgeltsystem anwenden.