Qualitätssicherung

Externe Qualitätssicherung

Keimbefall bei Frühgeborenen oder Behandlungsfehler bei Operationen machen deutlich, wie wichtig die Qualitätssicherung bei Behandlungen im Krankenhaus ist. In Baden-Württemberg wird die „Externe Qualitätssicherung in der stationären Krankenhausbehandlung“ über ein Lenkungsgremium gesteuert, das sich aus Vertretern von Kassenverbänden, Landeskrankenhausgesellschaft, Landesärztekammer und Landespflegerat zusammensetzt. Vertreter der Kassenärztlichen Vereinigung und Patientenvertreter haben eine beratende Stimme im Lenkungsgremium.

Die Mitglieder von neun fachärztlichen Arbeitsgruppen (Chirurgie, Kardiologie, MRSA [Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus], Neonatologie, Orthopädie, Perinatologie, Pflege, Pneumonie, Schlaganfall) betreuen die Umsetzung der Qualitätssicherung im Dialog mit den Krankenhäusern. Die bei der Baden-Württembergischen Krankenhausgesellschaft eingerichtete „Geschäftsstelle Qualitätssicherung im Krankenhaus (GeQiK)“ hat eine koordinierende Funktion.

Die Krankenhäuser sind dazu verpflichtet, die Behandlung aller Patienten in ausgewählten Leistungsbereichen nach zuvor festgelegten Qualitätsindikatoren zu dokumentieren. Die GeQiK wertet die von den Krankenhäusern übermittelten Daten aus. Bei auffälligen Ergebnissen führen die fachärztlichen Arbeitsgruppen einen sogenannten Strukturierten Dialog mit den betroffenen Krankenhäusern. Gegebenenfalls werden entsprechende Qualitätssicherungsmaßnahmen eingeleitet (z. B. Zielvereinbarungen, Beratungsgespräche).

Sektorenübergreifende Qualitätssicherung

Die sogenannte einrichtungs- und sektorenübergreifende Qualitätssicherung (Qesü) verfolgt das Ziel, die Qualitätssicherung der stationären und ambulanten Versorgung zu verbinden. Die Qualitätssicherung in Krankenhäusern und Praxen erfolgte bisher getrennt. Eine sektorenübergreifende Qualitätssicherung der medizinischen Versorgung war somit bisher nicht möglich. Mit der neuen Regelung sollen Behandlungen als Ganzes analysiert und beurteilt werden können, auch wenn sie beispielsweise im Krankenhaus beginnen und anschließend beim niedergelassenen Arzt fortgesetzt werden.

Der Regelbetrieb des ersten sektorenübergreifenden Qualitätssicherungsverfahrens Perkutane Koronarintervention (PCI) und Koronarangiographie begann am 1. Januar 2016. Der Regelbetrieb des zweiten sektorenübergreifenden Qualitätssicherungsverfahrens Vermeidung nosokomialer Infektionen - postoperative Wundinfektionen begann am 1. Januar 2017. Die Beteiligten auf der Landesebene haben hierfür eine Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) gegründet. Diese LAG setzt sich aus Vertretern von Kassenverbänden, Landeskrankenhausgesellschaft, Kassenärztlicher Vereinigung und Kassenzahnärztlicher Vereinigung zusammen.

Qualitätsberichte

Krankenhäuser müssen seit dem Jahr 2005 Qualitätsberichte veröffentlichen. Diese Informationen werden in übersichtlicher Form von den Ersatzkassen im Internet unter www.vdek-kliniklotse.de dargestellt. Die Qualitätsberichte enthalten die Struktur- und Leistungsdaten der Krankenhäuser sowie Angaben zur Qualitätssicherung. Komfortable Suchfunktionen ermöglichen dabei Vergleichsmöglichkeiten zwischen den verschiedenen Einrichtungen, auch ohne medizinische Vorkenntnisse.

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) fasst regelmäßig Beschlüsse zur Qualitätssicherung und zur Methodenbewertung in der stationären Versorgung. Viele der beschlossenen Richtlinien oder Maßnahmen zur Qualitätssicherung beinhalten konkrete Voraussetzungen an die Struktur- und Prozessqualität der Leistungserbringung.

Beispielsweise:

  • Richtlinie zu minimalinvasiven Herzklappeninterventionen (MHI-RL)
  • Qualitätssicherungs-Richtlinie Früh- und Reifgeborene (QFR-RL)
  • Richtlinie zur Kinderherzchirurgie (KiHe-RL)
  • Richtlinie zur Kinderonkologie (KiOn-RL)
  • Qualitätssicherungs-Richtlinie zum Bauchaortenaneurysma (QBAA-RL)
  • Mindestmengenregelung (Mm-R)

Die Richtlinien und Beschlüsse können auf der Internetseite des G-BA eingesehen werden.