Bedarfsplanung

Bedarfsplanung Ärzte

Gemäß dem in § 72 des Sozialgesetzbuches Teil V (SGB V) normierten allgemeinen Sicherstellungsgedanken wirken Ärzte und Krankenkassen gemeinsam zur Sicherstellung der ambulanten vertragsärztlichen Versorgung der Versicherten zusammen. Der eigentliche Sicherstellungsauftrag obliegt dabei aber als deren Hauptaufgabe den Kassenärztlichen Vereinigungen. Die vertragsärztliche  Bedarfsplanung ist Ausprägung des Sicherstellungsauftrags und soll allen GKV-Versicherten, unabhängig von ihrem Wohnort, Einkommen oder anderen Faktoren, einen gleichmäßiger Zugang zur ambulanten Versorgung sichern.  Dies geschieht, indem anhand von Einwohnerzahlen der Bedarf an Ärzten der verschiedenen Fachrichtungen bestimmt wird. Diese Bedarfszahlen dienen als Grundlage für die Möglichkeiten von Ärzten, sich in bestimmten Regionen niederzulassen. Der Landesausschuss der Ärzte und Krankenkassen stellt periodisch fest, ob für eine bestimmte Arztgruppe in einem Planungsbereich angesichts des Versorgungsstandes  Zulassungen von weiteren Ärzten möglich sind oder nicht. Somit wird verhindert, dass in bereits überversorgten Planungsbereichen die Anzahl der Ärzte einer Fachrichtung weiter ansteigt. In nicht überversorgten Planungsbereichen sind dagegen Zulassungen weiterer Ärzte auch dann möglich, wenn diese nicht die Praxis eines Vorgängers übernehmen. Die vertragsärztliche Bedarfsplanung ist in der Bedarfsplanungs-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) geregelt. Diese hat sich im Laufe der Zeit zu einem wichtigen Steuerungsinstrument entwickelt, das bundesweit eine ausgewogene haus- und fachärztliche Versorgung sicherstellt.

Grundlegende Veränderungen erfuhr die Bedarfsplanungs-Richtlinie mit ihrer Neufassung zum 1. Januar 2013. Die Neufassung brachte eine neue Definition der Versorgungsebenen mit sich; gleichzeitig wurde auch der Demografiefaktor weiterentwickelt und die ermächtigten Ärzte sowie weitere Facharztgruppen in die Bedarfsplanung einbezogen.

Die Bedarfsplanungs-Richtlinie definiert folgende vier Versorgungsebenen:

  • hausärztliche Versorgung,
  • allgemeine fachärztliche Versorgung,
  • spezialisierte fachärztliche Versorgung,
  • gesonderte fachärztliche Versorgung.

Jeder Versorgungsebene sind Arztgruppen, Planungsbereiche (Mittelbereiche, Kreise bzw. kreisfreie Städte, Raumordnungsregion, KV-Gebiet) und vorgegebene Verhältniszahlen (Arzt pro Anzahl Einwohner) für die Feststellung eines Versorgungsgrades zugeordnet. Die Planung für die Arztgruppe der Hausärzte erfolgt wohnortnah auf Ebene der Mittelbereiche, während  für die fachärztliche Versorgung je nach Arztgruppe größere Planungsbereiche definiert sind.

Die Weiterentwicklung bzw. Modifikation des Versorgungsgrades durch einen Demografiefaktor bedeutet, dass bei der Verteilung der Ärzte auf die Einwohnerzahlen eines Planungsbereichs auch die Alterung der Bevölkerung berücksichtigt wird.

 

Arztzahlen

Die meisten der Bedarfsplanung unterliegenden Arztgruppen erfuhren im letzten Jahr Zuwächse. Die relativ gesehen stärksten Zuwächse gab es bei den Chirurgen, den Kinderärzten, den Urologen und den fachärztlich tätigen Internisten.