Damit pflegebedürftige Menschen in der Hansestadt so lange wie möglich in ihrer vertrauten Umgebung bleiben können, braucht es veränderte Pflegekonzepte und pflegerische Angebote. Im Fokus stehen Fragen wie:
- Wie kann das Ineinandergreifen von familiärer Betreuung, ergänzender professioneller Pflege und Angeboten durch bürgerschaftlich Engagierte gefördert werden?
- Gibt es neue Ideen zur künftigen Rolle der Pflegekräfte, die sowohl die Attraktivität des Berufs steigern als auch Arbeitsbedingungen verbessern?
- Wo bietet die Digitalisierung der Pflege aussichtsreiches Potenzial?
Vor diesem Hintergrund hat der Bundesgesetzgeber ein neues Förderbudget geschaffen, dass es den Pflegekassen zusammen mit Ländern und Kommunen ermöglicht, in entsprechende Modellprojekte zu investieren (gemeinsame Modellvorhaben zur Pflege vor Ort und im Quartier nach § 123 Abs. 3 SGB XI). In Hamburg werden sechs Projekte unter dem Titel "Wohnen bleiben im Quartier" gemeinsam gefördert.
Welche Modellvorhaben werden in der Hansestadt unterstützt?
NetzpunktQuartier LEiLA - Wohnen bleiben im Quartier auch bei Pflege- und Hilfebedürftigkeit
Auf Bundesebene ist geregelt, dass die Pflegekassen bis zu 30 Millionen Euro pro Jahr zur Vergügung stellen (2025 - 2028). Auf Landesebene findet eine Kofinanzierung durch die jeweiligen Bundesländer statt (nach Königsteiner Schlüssel).
Die Hamburger Pflegekassen unter Federführung des Verbands der Ersatzkassen e. V. fördern die sechs Modellvorhaben in sieben Bezirken mit rund 2,59 Millionen Euro. Das Land unterstützt mit gleicher Summe.
Möglichst gesundes Älterwerden in vertrauter Umgebung ist ein Herzenswunsch, den wir alle in uns tragen. Mit den neuen Modellvorhaben erproben wir Konzepte, die Hamburger Pflegebedürftigen dabei unterstützen, so lange wie möglich im gewohnten Umfeld zu bleiben. Neue Ideen sollen dabei helfen, Ansprechpartner für Pflegebedürftige in ihren Quartieren zu schaffen, knappe Ressourcen von Fachkräften noch sinnvoller einzusetzen und pflegenden Angehörigen mit Hilfe digitaler Vernetzung die häusliche Pflege zu erleichtern.
Kathrin Herbst, Leiterin der vdek-Landesvertretung Hamburg
Pflegebedürftige in ihrer Selbständigkeit unterstützen, um das Fortschreiten der Pflegebedürftigkeit möglichst lange aufzuhalten (Prävention und Gesundheitsförderung)
pflegerische Versorgungssicherheit im Quartier herstellen, auch in der Nacht, damit ein Umzug in ein Heim möglichst (lange) vermieden wird
eine Antwort auf den Fachkräftemangel geben und den ambulanten Pflegediensten ein ressourcenschonendes Arbeiten ermöglichen
Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen sowie Nahestehenden den Zugang zu Pflegeangeboten erleichtern, etwa durch digitale Vernetzung von Angeboten
Zahlen & Daten zur pflegerischen Versorgung in Hamburg
In der Publikation "vdek-Basisdaten des Gesundheitswesens in Hamburg" findet sich ein eigenes Kapitel (17 Seiten) mit Zahlen und Daten zur pflegerischen Versorgung in der Hansestadt - u.a. mit der Entwicklung der Zahl Pflegebedürftiger, des Alters und der Teilzeitquote des Pflegepersonals und der finanziellen Belastung von Pflegebedürftigen.
Positionspapier zur Pflege
Dervdek hat ein Positionspapier zur zukunftsfähigen Ausgestaltung der sozialen Pflegeversicherung veröffentlicht. Darin geht es um Prävention, Möglichkeiten der Digitalisierung, gute Arbeitsbedingungen und Finanzierungsfragen. Als Ersatzkassen stehen wir für eine solidarische und zukunftssicher finanzierte Pflegeversicherung, die das Risiko der Pflegebedürftigkeit generationenübergreifend sozial absichert.