Von der Wiedervereinigung bis zur Gegenwart (1989 - 2012)

100 Jahre vdek - Tisch mit Landkarte und Utensilien

Nach dem Mauerfall beginnt mit der Eröffnung der ersten vdek-Landesvertretung die Regionalisierung des Verbandes. Im Jahr 2009 zieht der vdek schließlich von Siegburg nach Berlin und befindet sich somit wieder in unmittelbarer Nähe zum gesundheitspolitischen Geschehen.

Datum Ereignis
9.11.1989

Mauerfall

Nach über 28 Jahren fällt die Mauer: Auf die Ankündigung der damaligen DDR-Regierung, die Reisebeschränkungen in einigen Punkten zu lockern, folgt erst ein zögerlicher, dann ein verstärkter Andrang an den Grenzübergängen. In der Folge werden die Berliner Mauer und die innerdeutsche Grenze geöffnet.

9.4.1990

Erste Landesvertretung des VdAK

Der Verband der Angestellten-Krankenkassen stellt sich regional auf: Als erste Landesvertretung des VdAK wird die Landesvertretung Hamburg offiziell eingeweiht. Zur gleichen Zeit wird auch die Landesvertretung Nordrhein- Westfalen eingerichtet. In der Folge ist der VdAK in jedem Bundesland präsent.

3.10.1990

Vollzug der Deutschen Einheit

Die Volkskammer der damaligen DDR tritt der Bundesrepublik Deutschland bei. Die Zustimmung zum Beitritt erfolgt bereits am 23. August 1990. Am 31. August 1990 wird der Einigungsvertrag unterschrieben, am 22. September 1990 stimmen Bundestag und Volkskammer zu, am 29. September 1990 tritt er in Kraft.

1.1.1991

Einführung des gegliederten Systems

Das gegliederte System der gesetzlichen Krankenversicherung der Bundesrepublik Deutschland, ein Grundprinzip der gesetzlichen Krankenversicherung, wird auf die fünf neuen Bundesländer – Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen – ausgedehnt.

5.9.1991

Ersatzkassen zur Regionalisierung

Der VdAK veranstaltet ein Expertengespräch zum Thema »Regionalisierte GKV – Königsweg oder Sackgasse?«. Anlass ist die erneut aufkommende Diskussion um die Regionalisierung der gesetzlichen Krankenversicherung, die letztendlich eine Zerschlagung der bundesunmittelbaren Krankenkassen bedeuten würde.

Februar 1992

Erste Länderreporte

In Bayern, Berlin und im Saarland erscheinen die ersten Ausgaben von »Ersatzkassen Report« auf Landesebene. Fortan publizieren die Landesvertretungen die sogenannten Länderreporte regelmäßig und sind fester Bestandteil aller Landesvertretungen. Seit Ende 2011 erscheinen sie unter dem Titel »ersatzkasse report.«.

21.12.1992

Gesundheitsstrukturgesetz

Einführung der freien Kassenwahl ab 1996, eines kassenartenübergreifenden RSA ab 1994 sowie einer strikten grundlohnorientierten Budgetierung in fast allen Leistungsbereichen. Im Krankenhausbereich erfolgt eine Abkehr vom Selbstkostenerstattungsprinzip und schrittweise Einführung von leistungsorientierten Fallpauschalen.

1.1.1993

Gemeinsame Vertretung der Sozialversicherung in Brüssel

Offizielle Einrichtung der Europavertretung der Deutschen Sozialversicherung in Brüssel. Der Verband der Angestellten- Krankenkasse ist Gründungsmitglied dieser Vertretung. Personell sind die Ersatzkassen seit Herbst 1993 mit Günter Danner dauerhaft vertreten.

26.5.1994

Pflegeversicherungsgesetz

Mit dem Pflegeversicherungsgesetz – dem Elften Buch Sozialgesetzbuch (SGB XI) – kommt es zur allgemeinen Pflichtversicherung zur Absicherung des Risikos der Pflegebedürftigkeit. Die soziale Pflegeversicherung, eingeführt unter Arbeitsminister Norbert Blüm, ist die fünfte Säule des Sozialversicherungssystems.

1994

Broschüre »Solidarische Wettbewerbsordnung«

Mit dieser Broschüre vertreten die Ersatzkassen ihre Position in der Debatte um den Wettbewerb in der GKV. Für sie steht der Wettbewerb um mehr Leistungsqualität und -effizienz für Versicherte im Vordergrund. Das Konzept prägt die Reformdiskussionen in den kommenden Jahren.

1.1.1995

Chipkarte löst Krankenschein ab

Die Krankenversichertenkarte ersetzt den Krankenschein. Auf ihr sind Verwaltungsdaten gespeichert, wie etwa Versichertennummern, Geburtsdatum des Versicherten und Name der Krankenkasse. Seit 2011 erfolgt schrittweise die Einführung einer elektronischen Gesundheitskarte, die zusätzliche personenbezogene Daten enthält.

5.7.1996

Klonschaf Dolly

Im schottischen Roslin-Institut wird das erste Säugetier durch ein Klonierungsverfahren gezeugt: das Klonschaf Dolly. Bei diesem walisischen Bergschaf dienen erstmals ausdifferenzierte, adulte Zellen als Spender der Erbinformation. Geistiger Vater von Dolly ist der Zellbiologe Keith Campbell.

1.11.1996

Beitragsentlastungsgesetz

Das Beitragsentlastungsgesetz sieht neben anderen Maßnahmen den einmaligen Eingriff in die Beitragsautonomie der Kassen durch das gesetzlich verordnete Einfrieren der Beiträge 1996 und der Absenkung des Beitrags der Kassen um 0,4 Beitragssatzpunkte zum 1. Januar 1997 vor.

23.6.1997

1. + 2. GKV-Neuordnungsgesetz (NOG)

Es gilt unter anderem eine Belastungsgrenze für Zuzahlungen des Versicherten (maximal zwei Prozent seiner jährlichen Bruttoeinnahmen) und gewährt wird ein außerordentliches Kündigungsrecht bei Beitragsanhebung. Zudem wird für drei Jahre ein Krankenhausnotopfer von 20 DM für jedes Mitglied erhoben.

16.6.1998

Psychotherapeutengesetz

Das Psychotherapeutengesetz führt in der ambulanten Psychotherapie zur Gleichstellung von ärztlichen und psychologischen Psychotherapeuten. Damit schützt es den bis dahin ungeschützten Begriff des Psychotherapeuten.

19.12.1998

GKV-Solidaritätsstärkungsgesetz

Im Zuge des GKV-Solidaritätsstärkungsgesetzes leisten chronisch Kranke im ersten Jahr der Behandlung Zuzahlungen in Höhe von einem Prozent ihres Bruttoeinkommens. Die Zuzahlungen für Arzneimittel werden gesenkt und alle Versicherten haben wieder Anspruch auf die Versorgung mit Zahnersatz.

22.12.1999

GKV-Gesundheitsreformgesetz 2000

Das GKV-Gesundheitsreformgesetz 2000 dient zur Rechtsangleichung in der gesetzlichen Krankenversicherung: Es wird ein gesamtdeutscher Risikostrukturausgleich eingeführt, Versicherungspflicht und Beitragsbemessungsgrenzen werden ab 2001 in den neuen Ländern auf den Wert der alten Länder angehoben.

2000

Außenstelle Berlin

Der Verband der Angestellten-Krankenkasse richtet in Berlin eine Außenstelle ein. Der VdAK bezieht ein Gebäude am Karlplatz 7. Mit dieser Außenstelle in der Hauptstadt ist der Verband noch näher dran am politischen Geschehen. Erste Leiterin der Außenstelle des VdAK ist Eva Walzik.

30.8.2001

Gutachten des Sachverständigenrats

Ein Gutachten mit weitreichendem Einfluss: Insbesondere der Band III zum Thema Über-, Unter- und Fehlversorgung des Gutachtens des Sachverständigenrats unter dem Titel »Bedarfsgerechtigkeit und Wirtschaftlichkeit « bestimmt zu einem wesentlichen Teil die Gesundheitspolitik der folgenden Jahre.

10.12.2001

Gesetz zur Reform des Risikostrukturausgleichs

Durch das Gesetz zur Reform des Risikostrukturausgleichs wird versucht, die zahlreichen unerwünschten Effekte des 1993 eingeführten Risikostrukturausgleichs zu verhindern. Darüber hinaus werden die Disease-Management- Programme (DMP) eingeführt.

19.12.2001

Arzneimittelbudget-Ablösungsgesetz

Das Arzneimittelbudget-Ablösungsgesetz (ABAG) hebt die bisherigen Regelungen zum Arzneimittel- und Hilfsmittelbudget auf. Stattdessen soll künftig die Selbstverwaltung jährlich auf regionaler Ebene die entsprechenden Arzneimittelvereinbarungen treffen.

2002

Broschüre »Weiterentwicklung der solidarischen Wettbewerbsordnung«

Im Zuge des medizinisch-technischen Fortschritts, der schwachen Konjunktur, demografischen Entwicklung und Zunahme chronischer Krankheiten stellt die Arbeitsgemeinschaft der Spitzenverbände einen Reformansatz vor. Er folgt dem Konzept der »Solidarischen Wettbewerbsordnung«.

23.4.2002

Fallpauschalengesetz

Das mit dem Fallpauschalengesetz neu eingeführte Vergütungssystem basiert auf der Grundlage der sogenannten Diagnosis Related Groups (DRG) beziehungsweise der Diagnosebezogenen Fallgruppen. Dieses Vergütungssystem ersetzt die bisherige Bundespflegesatzverordnung. Es sieht eine Konvergenzphase vor.

14.11.2003

Gesundheitsmodernisierungsgesetz

Mit dem Gesundheitsmodernisierungsgesetz (GMG) wird unter anderem die Praxisgebühr eingeführt und die Kostenübernahme rezeptfreier Medikamente durch die gesetzliche Krankenversicherung beendet. Darüber hinaus werden neue Versorgungsformen wie die Integrierte Versorgung (IV) gefördert.

15.12.2003

Mammographie-Screening

Der G-BA beschließt das bundesweit erste strukturierte, flächendeckende und qualitätsgesicherte Präventionsprogramm Deutschlands zur Früherkennung von Brustkrebs. Es erfolgt nach den Europäischen Leitlinien und beinhaltet ein Einladungswesen sowie einen Abgleich mit den Krebsregistern.

Januar 2004

Erste Patientenbeauftragte

Erstmalig wird der Posten eines Patientenbeauftragten geschaffen. Der »Beauftragte der Bundesregierung für die Belange der Patientinnen und Patienten« ist dem Bundesgesundheitsministerium unterstellt und wird von der Bundesregierung ernannt. Die erste Patientenbeauftragte ist Helga Kühn-Mengel.

Mai 2006

Zusätzliche Vorsorge für Kinder

Eltern erhalten für ihre Kinder ein zusätzliches Untersuchungsheft mit vier neuen Vorsorgen als Ergänzung zu vorhandenen Früherkennungsmaßnahmen, die als Pflichtleistungen der Krankenkassen angeboten werden. Diese ermöglichen eine noch bessere Prävention in den für die Entwicklung des Kindes entscheidenden Altersstufen.

22.12.2006

Vertragsarztrechtsänderungsgesetz

Mit dem Vertragsarztrechtsänderungsgesetz können Ärzte Verträge ohne die Kassenärztliche Vereinigung abschließen. Zudem erfolgt eine Teilzulassung als Vertragsarzt für Krankenhausärzte. Generell modifiziert es die rechtlichen Rahmenbedingungen, unter denen Vertragsärzte in Deutschland tätig sein dürfen.

26.3.2007

GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetz

Mit dem GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetz (GKV-WSG) wird der ab 2009 geltende Gesundheitsfonds geschaffen und ein einheitlicher Beitragssatz für alle gesetzlichen Krankenkassen festgelegt. Außerdem werden ein morbiditätsorientierter Risikostrukturausgleich und eine allgemeine Krankenversicherungspflicht eingeführt.

11.6.2008

125 Jahre GKV

Die gesetzliche Krankenversicherung feiert Geburtstag: Seit 125 Jahren bewährt sich die GKV – ein Zeichen dafür, dass sie krisenfest, anpassungsfähig und zukunftstauglich ist. Entsprechend lobend äußert sich Bundeskanzlerin Angela Merkel auf dem Festakt in Berlin anlässlich des 125-jährigen Bestehens der GKV.

28.5.2008

Pflege-Weiterentwicklungsgesetz

Mit dem Pflege-Weiterentwicklungsgesetz (PfWG) werden bundesweit 1.200 sogenannte Pflegestützpunkte geschaffen. Diese örtlichen Anlaufstellen sollen bei Fragen rund um die Pflege als Ansprechpartner für Pflegebedürftige und deren Angehörige dienen.

1.7.2008

G-BA

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) startet mit einer stärker hauptamtlichen und gestrafften Struktur, auf Basis des GKV-WSG. Er ist das oberste Beschlussgremium der gemeinsamen Selbstverwaltung der Ärzte, Zahnärzte, Psychotherapeuten, Krankenhäuser und Krankenkassen und bestimmt den GKV-Leistungskatalog.

1.7.2008

GKV-Spitzenverband

Einrichtung des GKV-Spitzenverbandes: Das GKV-WSG sieht die Bildung eines einzigen Bundesverbandes aller gesetzlichen Krankenkassen vor, der alle gesetzlichen Aufgaben erfüllen soll. Der neu geschaffene GKV-Spitzenverband nimmt seit Juli 2008 diese wettbewerbsneutralen gesetzlichen Aufgaben wahr.

31.12.2008

Auflösung des AEV

Der Arbeiter-Ersatzkassen-Verband e. V. (AEV) löst sich auf, weil infolge von vorausgegangenen Fusionen die Mindestzahl von drei Krankenkassen für einen Verein nicht mehr vorhanden ist. Die letzte verbliebene Arbeiter- Ersatzkasse GEK tritt zum 1. Januar 2009 in den Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek) ein.

1.1.2009

Umbenennung in vdek

Der Verband trägt einen neuen Namen: Aus dem VdAK/AEV wird der »Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek)«. Zum 1. Januar 2009 ist er Dachorganisation für insgesamt acht Ersatzkassen. Er versteht sich als Interessenvertretung und Dienstleistungsunternehmen seiner Mitgliedskassen.

1.1.2009

Umfassende Honorarreform der Ärzte

Durch eine umfassende Honorarreform der Ärzte werden alle Leistungen der Ärzte gleich vergütet, unabhängig vom Bundesland oder von der gesetzlichen Krankenkasse. Aus Sicht des Verbandes ist eine Honorarreform notwendig.

Juni 2009

Umzug nach Berlin

Der Verband der Ersatzkassen zieht ein letztes Mal um: Ende Juni 2009 bezieht der vdek ein modernes, zentral gelegenes Gebäude in Berlin, Askanischer Platz 1. Die Nähe zur Politik und anderen politischen Akteuren des Gesundheitswesens gibt den Ausschlag für den Umzug in die Hauptstadt.

23.9.2009

vdek-Pflegelotse geht an den Start

Der vom vdek entwickelte Pflegelotse wird freigeschaltet. Das Internet-Portal www.pflegelotse.de stellt aktuelle Informationen über ambulante und stationäre Pflegeeinrichtungen bundesweit zur Verfügung. Es verschafft einen ersten Überblick auf der Suche nach einer geeigneten Pflegeeinrichtung und trägt zu mehr Transparenz bei.

15.12.2009

Gesetz zur Weiterentwicklung der Organisationsstrukturen in der gesetzlichen Krankenversicherung

Mit dem Gesetz zur Weiterentwicklung der Organisationsstrukturen in der gesetzlichen Krankenversicherung wird eine Insolvenzregelung für gesetzliche Krankenkassen eingeführt. Die einzelnen Kassenarten bilden jeweils Haftungsgemeinschaften.

22.12.2010

Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz

Mit dem Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz (AMNOG) wird unter anderem der Nutzenbewertung von Medikamenten eine neue zentrale Rolle zugeschrieben. Ziel des AMNOG ist es, die rasant steigenden Arzneimittelausgaben der gesetzlichen Krankenkassen einzudämmen.

22.12.2010

GKV-Finanzierungsgesetz

Mit dem Gesetz zur nachhaltigen und sozial ausgewogenen Finanzierung der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-FinG) wird unter anderem die Deckelung der Zusatzbeiträge aufgehoben. Gleichzeitig wird ein Sozialausgleich eingeführt, der über Steuern finanziert wird.

1.6.2011

Sozialwahl 2011

Im Zuge der Sozialwahl ziehen aufgrund kassenartenübergreifender Fusionen erstmals Vertreter der Arbeitgeber in die Versichertenparlamente der Ersatzkassen ein. Die Wahlbeteiligung der diesjährigen Sozialwahl liegt bei 30 Prozent und bleibt damit konstant. Ein starkes Votum für die Selbstverwaltung.

19.8.2011

Der vdek-Arztlotse startet

Der vdek-Arztlotse hilft bei der Suche nach dem richtigen Arzt: Die Internetplattform www.vdek-arztlotse.de bietet schnell Informationen zu niedergelassenen Ärzten, Zahnärzten, Psychologischen Psychotherapeuten sowie Notfallambulanzen bundesweit. Zudem sind Bewertungen abseits von Schmähkritik möglich.

22.12.2011

GKV-Versorgungsstrukturgesetz

Mit dem GKV-Versorgungsstrukturgesetz wird unter anderem die Bedarfsplanung neu gestaltet. Die Länder erhalten mehr Mitsprache bei der Versorgungsgestaltung. Die spezialärztliche Versorgung wird als dritter Sektor eingeführt.