Telematik und elektronische Gesundheitskarte (eGK)

Der Begriff der Gesundheitstelematik ist ein Kunstwort aus den drei Fachgebieten „Gesundheitswesen“, "Telekommunikation" und "Informatik".

Der Aufbau einer Telematikinfrastruktur im Gesundheitswesen ist eine anspruchsvolle Aufgabe, eine der größten IT-Herausforderungen der Zukunft und bedeutet einen wichtigen Schritt zur Modernisierung des Gesundheitswesens in Deutschland.

Eine einheitliche Telematikinfrastruktur (TI) bildet die Grundlage für einen sicheren Austausch medizinischer Daten und Informationen. Die elektronische Gesundheitskarte (eGK) ist dabei der Schlüssel zur Telematikinfrastruktur, sie bindet den Versicherten in die elektronische Kommunikation ein.

Dabei behält der Versicherte durch den Datenschutz und die Datensicherheit die Hoheit über seine Daten und bestimmt, welche der freiwilligen Anwendungen er mittels seiner Gesundheitskarte nutzen möchte und wer Zugriff dazu hat.

Ein aktuelles Glossar mit den im Zusammenhang mit der Einführung der elektronischen Gesundheitskarte und dem Aufbau der Telematikinfrastruktur verwendeten Begriffen kann von der Homepage der www.gematik.de abgerufen werden.

Datenschutz und Datensicherheit in Telematik und elektronischer Gesundheitskarte (eGK)

Datenschutz und Datensicherheit haben bei der Einführung der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) eine sehr hohe Priorität. Im Gesetz zur elektronischen Gesundheitskarte sind die wesentlichen, datenschutzrechtlichen Grundlagen verankert. Der Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit (BfDI) und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) begleiten das Vorhaben. Der Versicherte hat die Hoheit über seine Daten und bestimmt, welche der freiwilligen Anwendungen er mittels seiner Gesundheitskarte nutzen möchte und welchem Heilberufler (Ärzte, Zahnärzte, Psychotherapeuten, und Apotheken) er Zugriff darauf gewähren möchte. Um die Sicherheit der Daten zu garantieren, wird das Zwei-Karten-Prinzip verwendet. Die elektronische Gesundheitskarte in Kombination mit dem Heilberufsausweis oder der Sicherheitsmodulkarte dient als Schlüsselinstrument für die Telematikanwendungen.

Rechtliche Grundlagen für Telematik und eGK

Für die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) sind die §§ 291 und 291a SGB V maßgebend. Gesetzliche Grundlage für die Gesellschaft für Telematik (gematik) ist der § 291b SGB V. Das neue, 2018 mit der DSGVO in Kraft getretene Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) ist entsprechend anzuwenden, sofern in den genannten Paragrafen des Sozialgesetzbuches V (SGB V) keine spezialgesetzlichen Regelungen getroffen sind.

Wesentliche gesetzliche Regelungen im Zusammenhang mit der eGK sind:

  • Nachweis der Berechtigung zur Inanspruchnahme von Leistungen nach dem SGB V:
    § 291 Abs.1 SGB V
  • Gestaltung, Funktionsumfang und (Chip-)Inhalt der elektronischen Gesundheitskarte:
    § 291a Abs. 2 und 3 SGB V in Verbindung mit § 291 Abs. 2 und 2a SGB V
  • Online-Prüfung und –Aktualisierung der auf der eGK gespeicherten Daten:
    § 291 Abs. 2b SGB V
  • Einwilligung und Widerrufsrecht der Versicherten zur Erhebung, Verarbeitung und Nutzung von Daten:
    § 291a Abs. 5 in Verbindung mit § 291a Abs. 3 SGB V
  • Berechtigte Personenkreise im Zusammenhang mit der Erhebung, Verarbeitung und Nutzung von Daten:
    § 291a Abs. 4 SGB V
  • Löschen von Daten auf Antrag der Versicherten:
    § 291a Abs. 6 SGB V

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