Krankenhäuser

CAR-T-Zelltherapie

Mit der CAR-T-Zelltherapie – die unter die sogenannten Arzneimittel für neuartige Therapien (ATMP) fällt – haben die Pharmaunternehmen Novartis und Gilead eine neuartige Krebsimmuntherapie auf den Markt gebracht. Seit August 2018 sind die Präparate Kymriah® mit dem Wirkstoff Tisagenlecleucel von Novartis und Yescarta® mit dem Wirkstoff Axicabtagene Ciloleucel von Gilead in Deutschland für die Behandlung von austherapierten Patienten zugelassen, die an aggressiven Varianten von Leukämie und Lymphomen („Blutkrebs“) erkrankt sind. Da es sich hierbei um sogenannte „Orphan drugs“ mit einer schnellen Zulassung handelt, also um Medikamente für seltene Erkrankungen, waren die Zulassungsanforderungen eher als gering zu bezeichnen. Das heißt die Therapien wurden nicht nach dem Goldstandard der randomisierten kontrollierten Doppelblindstudien geprüft. Mit den Studienergebnissen der pharmazeutischen Unternehmen werden sehr gute Heilchancen für grundsätzlich austherapierte Patienten suggeriert. Ob dem so tatsächlich ist, wird sich erst in Zukunft zeigen.

Ambulante Behandlung

Mit dem Inkrafttreten des GKV-Versorgungsstrukturgesetz (GKV-VStG) zum 01.01.2012 wurde der Bereich der ambulanten Behandlung im Krankenhaus grundlegend reformiert. Mit der spezialfachärztlichen Versorgung nach § 116b wurde ein einheitlicher Wettbewerbsrahmen für Krankenhäuser und niedergelassene Ärzte bei der Diagnostik und Behandlung komplexer, schwer therapierbarer Krankheiten geschaffen.

7,1 %

In deutschen Krankenhäusern wurden 2015 knapp zwei Millionen ambulante Operationen durchgeführt. Dies entsprach einem Anteil von 7,1 Prozent an allen 27,7 Millionen Krankenhausbehandlungen.

Statistisches Bundesamt

Datenaustausch

Gemäß §301 SGB V sind die nach § 108 zugelassenen Krankenhäuser verpflichtet, den Krankenkassen Angaben zur Krankenhausbehandlung im Wege elektronischer Datenübertragung oder maschinell verwertbar auf Datenträgern zu übermitteln. Der vdek stellt für den Datenaustausch zwischen Krankenhäusern und Ersatzkassen entsprechende Programmiervorgaben, Technische Anlagen, Informationsstrukturdaten, Checklisten und Testfalldokumentationen bereit.

Krankenhausfinanzierung

Die Krankenhausfinanzierung erfolgt in Deutschland nach dem dualistischen Prinzip: Die Bundesländer sind für die Investitionsfinanzierung zuständig, während die Krankenkassen alle Kosten tragen, die für die Behandlung von Patienten anfallen.

Die Vergütung der Behandlung richtet sich nach dem DRG-System, für das jedes Jahr eine Fallpauschalenvereinbarung zwischen der Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG), dem GKV-Spitzenverband (GKV-SV) und dem Verband der privaten Krankenversicherung (PKV) getroffen wird. Der Basispreis für die einzelnen DRG-Leistungen wird seit 2005 durch die Landesbasisfallwerte festgelegt, die von den Krankenhausgesellschaften und Krankenkassen jährlich auf Landesebene ausgehandelt werden.

Für den Bereich der Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik gilt seit 2013 ein eigenes PEPP-System, das sich an dem Muster des bestehenden DRG-Systems orientiert. Die Krankenkassen bieten die Abrechnung über das PEPP-System seit dem 01.01.2013 an, für die Umstellung der Krankenhäuser auf das neue System gelten Übergangsregelungen.

Krankenhausplanung

Der zunehmende Wettbewerb durch das DRG- und PEPP-System und im Bereich der ambulanten Behandlung im Krankenhaus steht zunehmend im Konflikt mit der Krankenhausplanung und der Investitionsfinanzierung, die durch die Bundesländer erfolgt. Dies zeigt sich insbesondere in der mangelnden Investitionsförderung der Krankenhäuser.

Krankenhausrecht

Der vdek gibt regelmäßig eine aktuelle Gesetzessammlung zum Krankenhausrecht, die gesammelten Vereinbarungen zum Krankenhausrecht mit Informationen zur FPV, VBE, DKR, Begleitpersonen und Ausbildungsstätten sowie zum PEPP-Bereich heraus. Die Exemplare können kostenfrei bestell werden unter krankenhausrecht@vdek.com.

Qualitätssicherung

Jedes nach § 108 SGB V zugelassene Krankenhaus ist zur internen wie externen Qualitätssicherung verpflichtet.

Dabei sind die Krankenhäuser gemäß § 135a i. V. m. § 137 SGB V zur Teilnahme an der externen vergleichenden Qualitätssicherung verpflichtet. Für die Umsetzung der externen Qualitätssicherung gemäß § 137 Abs. 1 Satz 3 Nr. 1 SGB V vereinbaren die Vertragspartner auf der Landesebene Zuschläge, die zur Finanzierung der Qualitätsbüros bzw. der Projektgeschäftsstellen notwendig sind.

Im Rahmen der internen Qualitätssicherung sind die Krankenhäuser nach § 137 Abs. 3 S. 1 Nr. 4 SGB V verpflichtet, jedes Jahr einen strukturierten Qualitätsbericht zu erstellen. Die strukturierten Qualitätsberichte werden über verschiedene Klinik-Suchmaschinen auch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

  1. Tafel, auf der mit Kreide das Wort "Landesbasisfallwerte" geschrieben steht

    Landesbasisfallwerte (LBFW)

    Die jährlich in den Bundesländern zwischen den Krankenkassen und der Landeskrankenhausgesellschaft ausgehandelten Landesbasisfallwerte sind die Berechnungsgrundlage für die Höhe der Vergütung stationärer Leistungen. » Lesen

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  1. vdek-Neujahrs-Pressekonferenz 2020: Dr. Jörg Meyers-Middendorf (Vertreter der Vorstandsvorsitzenden und Abteilungsleiter Politik/Selbstverwaltung), Uwe Klemens (Verbandsvorsitzender), Ulrike Elsner (Vorstandsvorsitzende), Michaela Gottfried (Pressesprecherin und Leiterin Abteilung Kommunikation)
    Forsa-Umfrage zum Krankenhausstrukturwandel

    Was erwarten Versicherte von einer guten Krankenhausversorgung?

    Wie stellen sich gesetzlich Krankenversicherte eine gute Krankenhausversorgung vor? Und was denken sie über strukturelle Veränderungen in der Krankenhausversorgung? 1.001 gesetzlich Krankenversicherte wurden hierzu in einer Forsa-Studie befragt. Der vdek stellte die zentralen Ergebnisse auf einer Pressekonferenz in Berlin vor. » Lesen