Integrierte Versorgung

Der Begriff Integrierte Versorgung (IV) bezeichnet eine selektive Versorgungsform, die eine engere Kooperation verschiedener Fachdisziplinen und Leistungssektoren beinhaltet. Ziel der IV ist die Verbesserung der Versorgungsqualität durch eine interdisziplinäre und fachübergreifende Zusammenarbeit verschiedener Leistungserbringer auch über die Sektorengrenzen hinweg sowie die Erschließung von Wirtschaftlichkeitsreserven in der Versorgung.

Begrifflich bereits in den 1970er Jahren entstanden, wurden die gesetzlichen Grundlagen für die IV durch die GKV-Gesundheitsreform im Jahr 2000 und das GKV-Modernisierungsgesetz im Jahre 2004 geschaffen. 

Krankenkassen können seitdem Verträge mit einzelnen Leistungserbringern aus unterschiedlichen Versorgungsbereichen abschließen, zum Beispiel mit Kliniken, Haus- und Fachärzten, Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) und Rehabilitationseinrichtungen. Die Verträge zur IV beinhalten üblicherweise die koordinierte, qualitätsorientierte Behandlung einzelner Erkrankungen. Für den Versicherten ist die Teilnahme an einem Vertrag zur IV freiwillig. Rechtsnorm für die IV sind die §§ 140a-d SGB V.

Die IV ist besonders für komplexe Behandlungsprozesse geeignet. Der Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek) hat zum Beispiel Versorgungsverträge zur telemedizinischen Behandlung von Patienten mit Morbus Parkinson abgeschlossen. Der Vertrag ermöglicht es, dass dem behandelnden Krankenhausarzt und dem niedergelassenen Neurologen ein kontinuierlich verfügbares, videobasiertes Dokumentationssystem zur Verfügung gestellt wird. Dadurch kann der Patient zu Hause mehrmals täglich in festgelegten Zeitintervallen beobachtet werden und die notwendige Therapie auf den Patienten abgestimmt werden.