Integrierte Versorgung (IV) – Sektorenübergreifende Versorgung und IV-Verträge

Unter Integrierter Versorgung (IV) versteht man die interdisziplinär-fachübergreifende und sektorenübergreifende Versorgung der Versicherten. Die Integrierte Versorgung soll dazu beitragen, die Versorgungsqualität durch eine sektorenübergreifende Zusammenarbeit zwischen Hausärzten, Fachärzten und Krankenhäusern zu erhöhen und die Gesundheitskosten zu senken. Grundlage der Integrierten Versorgung  sind die §§ 140 ff. des SGB V, nach dem Krankenkassen entsprechende Verträge (IV-Verträge) mit den Vertragspartnern abschließen können. Dabei kann nach § 129 Abs. 5b SGB V auch die Arzneimittelversorgung mit einbezogen werden.

Der vdek hat u.a. in  folgenden Versorgungsbereichen IV-Verträge geschlossen bzw. Vereinbarungen getroffen:

Integrierte, videobasierte Versorgung von Parkinsonpatienten

Bei der ambulanten, videounterstützten Parkinsontherapie wird dem behandelnden Krankenhausarzt und dem niedergelassenen Neurologen ein kontinuierlich verfügbares, videobasiertes Dokumentationssystem zur Verfügung gestellt, das es erlaubt, den Patienten zu Hause mehrmals täglich in festgelegten Zeitintervallen zu beobachten. Der Arzt steht im telefonischen Kontakt mit dem Patienten und hat die Möglichkeit, die Therapie per Fax anzupassen, indem er mit Hilfe der Videoaufnahmen die Medikation optimiert. Die integrierte videogestützte Parkinsontherapie dauert maximal 30 Tage. . Ziel ist die Reduktion weiterer Krankenhausaufenthalte und damit eine Verbesserung der Lebensqualität für die betroffenen Patienten.

Integrierte Versorgung von Patienten mit malignem Lymphom

Mit einer neuen Vereinbarung zur Integrierten Versorgung wurde der seit September 2005 bestehende Vertrag zur Integrierten Versorgung von Patienten mit Hodgkin-Lymphom im Jahr 2008 auf alle Formen des malignen Lymphoms ausgeweitet.

Der Verband der Ersatzkassen (vdek) hat hierzu einen Vertrag mit verschiedenen Partnern geschlossen, der am 1. Mai 2008 in Kraft getretenen ist. Die AOK Rheinland/Hamburg ist der Vereinbarung beigetreten und seit dem 01.04.2010 ebenfalls Vertragspartner. Ziel des Vertrags ist, den Patienten eine qualitätsgesicherte und an ihren Bedürfnissen und Krankheitsbildern ausgerichtete Therapie zu ermöglichen. Durch eine qualitativ hochwertige Versorgung und eine zielgerichtete Koordination der Behandlung kann eine Steigerung der Lebensqualität und der Überlebensrate erreicht werden.

Weitere Informationen erhalten Sie außerdem im Internet unter  http://www.lymphome.de.

Ambulante Protonentherapie

Der Verband der Ersatzkassen hat bundesweit mit drei Zentren einen Versorgungsvertrag zur ambulanten Protonen- und Schwerionentherapie abgeschlossen. Die Protonentherapie ist ein onkologisches Therapieverfahren und hat den Vorteil, kleine und große Tumorvolumina sehr exakt zu erfassen. Die Behandlung mit Protonentherapie erfolgt für abschließend vereinbarte Indikationen und im Rahmen von klinischen Studien unter Beteiligung interdisziplinär besetzter Tumorboards. Versicherte der Ersatzkassen können diese Therapieform am Uniklinikum Carl Gustav Carus in Dresden, am Uniklinikum Essen sowie am Uniklinikum Heidelberg erhalten.

Weitere durch den Verband geschlossene und betreute IV-Verträge auf regionaler Ebene finden Sie auf den Seiten der jeweiligen vdek-Landesvertretung.