Mindestmengen

Mindestmengen definieren für Krankenhäuser eine minimale Durchführungshäufigkeit bestimmter Leistungen. Dadurch soll verhindert werden, dass ein Krankenhaus diese Leistungen nur gelegentlich und damit ohne die nötige Erfahrung erbringt. Anwendung finden Mindestmengenregelungen bei planbaren stationären Leistungen, bei denen ein Zusammenhang zwischen der Durchführungshäufigkeit und der Behandlungsqualität besteht (positiver Volume-Outcome-Zusammenhang).

Für welche Leistungen es Mindestmengen gibt, bestimmt seit 2006 der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA). Derzeit (Stand: September 2021) gelten Mindestmengen für die folgenden Leistungen:

  • Lebertransplantation
  • Nierentransplantation
  •  Komplexe Eingriffe an der Speiseröhre
  •  Komplexe Eingriffe an der Bauchspeicheldrüse
  • Stammzelltransplantation
  • Kniegelenk-Totalendoprothesen
  • Versorgung von Früh- und Neugeborenen mit einem Geburtsgewicht von < 1.250 Gramm

Ausschlaggebend für die Beurteilung, ob ein Krankhaus die Leistung erbringen darf, ist die vom Krankenhaus geschätzte Behandlungshäufigkeit pro Jahr (Prognose). Haben Krankenkassen an der Prognose Zweifel und widerlegen diese, greift nach § 136b Abs. 5 Satz 1 und 2 SGB V für diese Leistung ein Erbringungsverbot, ebenso entfällt der Vergütungsanspruch.

Mehr zum Thema

  1. Außenansicht Krankenhaus bei Sonnenuntergang
    Bundestagswahl 2021

    Stationäre Versorgung weiterentwickeln!

    Der Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek) beschäftigt sich intensiv mit der Frage, wie die Krankenhauslandschaft der Zukunft aussehen kann. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Versorgungsqualität. Der vdek plädiert dafür, dass ein Schlüssel zur Qualitätssteigerung in der Leistungskonzentration liegt. » Lesen

  2. Daten zum Gesundheitswesen: Krankenhaus

    67,9 Mrd. EUR wurden 2014 in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) für den Krankenhaussektor ausgegeben, was einem Anteil von 33,0 Prozent an den Ausgaben entspricht. Somit ist dieser Sektor der größte unter allen Leistungsbereichen und mehr als doppelt so groß wie der Bereich der Arzneimittel.  » Lesen

  3. Bild mit Aufschrift "Konsequenzen aus der Qualitätsmessung im Krankenhaus"
    Schlechte Qualität nicht schlechter vergüten, sondern von der Versorgung ausschließen

    Ersatzkassen fordern mehr Qualitätsorientierung in deutschen Krankenhäusern

    Die Ersatzkassen wollen mehr Qualität in deutschen Krankenhäusern. Der Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek) fordert die kommende Bundesregierung deshalb auf, die Krankenhäuser konsequent auf Qualität zu verpflichten. Die vdek-Vorstandsvorsitzende, Ulrike Elsner, sagt: „Schlechte Qualität wollen wir unseren Versicherten nicht mehr zumuten – wir wollen sie aber auch nicht mehr bezahlen!" » Lesen

  4. vdek: Weitere Forderungen der Unikliniken nicht nachvollziehbar

    Berlin, 2.4.2013 - Forderungen von Universitätskliniken, noch weitere Systemzuschläge von den Krankenkassen zu erhalten, weist die Vorstandsvorsitzende des Verbandes der Ersatzkassen e. V. (vdek), Ulrike Elsner, deutlich zurück. "Die Krankenhäuser sollen in 2013 und 2014 ohnehin mehr Geld in Höhe von rund 900 Millionen Euro bekommen. Davon profitieren auch die Unikliniken." » Lesen