Reformjahr 2026

Ausgaben begrenzen, Beiträge stabil halten – Bausteine für eine Finanzreform der GKV

Illustration: Finanzen

Die finanzielle Lage der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) bleibt extrem angespannt. Der durchschnittlich erhobene Zusatzbeitrag liegt mittlerweile bei 3,13 Prozent – doppelt so hoch wie noch vor drei Jahren. Für 2027 droht eine Finanzierungslücke von mehr als zehn Milliarden Euro, weitere Beitragssatzerhöhungen wären dann unvermeidlich. 2026 muss deshalb ein Jahr echter Reformen werden.

Grund für die kritische Finanzsituation der GKV ist ein massives Ausgabenproblem, bedingt durch eine fehlgeleitete und teure Gesetzgebung, eine geschwächte Ausgaben- und Mengensteuerung, erhebliche Vergütungs- und Leistungsausweitungen sowie eine unzureichende Finanzierung versicherungsfremder Leistungen. Strukturelle Veränderungen auf Einnahmenseite verschärfen das Problem noch.

Vor diesem Hintergrund fordern die Ersatzkassen die Rückkehr zu einer einnahmeorientierten Ausgabenpolitik: Die Ausgaben der GKV dürfen nur so stark steigen wie ihre Einnahmen. Dafür braucht es eine verbindliche Obergrenze für die Steigerung von Vergütungen sowie für Mengen- und Struktureffekte. Gleichzeitig muss der Staat seiner Verantwortung nachkommen und die Gesundheitskosten für Bürgergeldbeziehende vollständig übernehmen sowie den Bundeszuschuss für versicherungsfremde Leistungen dynamisieren. Schließlich braucht es gezielte Reformen in den besonders ausgabenintensiven Leistungsbereichen, insbesondere im Krankenhaussektor, in der Arznei- und Hilfsmittelversorgung sowie in der ambulanten Versorgung.

Ein auf der vdek-Neujahrspressekonferenz 2026 präsentierter Maßnahmenkatalog stellt zentrale Forderungen der Ersatzkassen zur Finanzstabilisierung vor.

Symbol: Ausgabensteigerung

Grafiken und Kennzahlen Ausgabendynamik in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV)

Stand: 28.01.2026

Titelblatt: Analysen zur GKV-Einnahmebasis

IGES Institut im Auftrag des vdek Analysen zur GKV-Einnahmebasis

Stand: 28.01.2026

  1. Uwe Klemens, Verbandsvorsitzender des vdek und Ulrike Elsner, Vorstandsvorsitzende des vdek
    Finanzentwicklung der GKV und SPV

    vdek: Ausgaben wirksam begrenzen, Versorgung modernisieren, faire Verteilung der Lasten

    Die finanzielle Lage in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) und der sozialen Pflegeversicherung (SPV) spitzt sich weiter zu. Auf seiner Neujahrs-Pressekonferenz fordert der vdek eine strikte Orientierung der Ausgaben- an der Einnahmenentwicklung, eine bessere Steuerung der Versorgung und mehr gesamtgesellschaftliche Verantwortung bei der Finanzierung versicherungsfremder Leistungen. » Lesen