ersatzkasse magazin. 3. Ausgabe 2021

Gesundheitspolitische Forderungen zur Bundestagswahl – Interview mit Prof. Gerlach: Digitalisierung dient dem Patientenwohl – Qualitätsschub durch Mindestmengen

Titelblatt ersatzkasse magazin 3. Ausgabe 2021
ersatzkasse magazin. (3. Ausgabe 2021): Gesundheitspolitische Positionen

Die Bundestagswahl rückt näher, die letzten Gesetze werden auf den Weg gebracht. Was wurde in der laufenden Legislaturperiode abgearbeitet und welche Themen werden auf der Agenda der neuen Regierung stehen müssen? Die Ersatzkassen (TK, BARMER, DAK-Gesundheit, KKH, hkk und HEK) haben ihre gesundheitspolitischen Positionen zur Bundestagswahl veröffentlicht. Ganz oben auf der Reformagenda der künftigen Bundesregierung müssen eine solide und verlässliche Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), die umfassende Reform der Pflege, die Stärkung der Selbstverwaltung sowie der Umbau der Krankenhausstrukturen stehen. Aber auch die Rahmenbedingungen für den Wettbewerb der Krankenkassen müssen weiter verbessert werden.

Prof. Dr. Ferdinand M. Gerlach: „Digitalisierung dient dem Patientenwohl“

Bei der Digitalisierung des Gesundheitswesens wirke Deutschland im Vergleich mit vielen anderen europäischen Nachbarländern wie ein Entwicklungsland, sagte Prof. Dr.  Ferdinand M. Gerlach im Gespräch mit ersatzkasse magazin. Dabei diene gerade die Digitalisierung dem Patientenwohl, hob der Vorsitzende des „Sachverständigenrats zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen“ hervor – und verwies insbesondere auf die Bereiche Prävention, Diagnostik, Therapie und Rehabilitation. Ein zunehmend digitaler Kurs müsse mit voller Transparenz beim Datenschutz, höherer technischer Sicherheit sowie verschärften Verbotsnormen und Sanktionsmöglichkeiten einhergehen.

Qualitätsschub durch Mindestmengen

Leistungskonzentration und Zentrenbildung sind Schlüssel zur Zukunft der Krankenhauslandschaft. Das mit der Leistungskonzentration verbundene Potenzial für Qualitätsverbesserungen sollte aber stärker genutzt werden, zeigt eine vom Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek) in Auftrag gegebene Studie des IGES Instituts zur Qualitätsverbesserung durch Leistungskonzentration in der stationären Versorgung. So kann die Einführung von moderaten Mindestmengen wesentlich dazu beitragen, Gelegenheitseingriffe zu vermeiden, Qualität und Transparenz zu erhöhen und größtmögliche Patientensicherheit zu erzielen.

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