Mit dem Innovationsfonds werden seit dem Jahr 2016 neue innovative sektorenübergreifende Versorgungsformen gefördert und die Versorgungsforschung gestärkt. Gesetzliche Grundlage des Innovationsfonds sind § 92a und § 92b SGB V. Der Innovationsfonds wurde durch das Versorgungsstärkungsgesetzes (VSG) aus dem Jahr 2015 eingeführt und seitdem fortlaufend weiterentwickelt. Mit dem Digitalgesetz (DigiG) wurde er dauerhaft verstetigt.
Für die Förderung stehen im Jahr 2026 insgesamt 100 Millionen Euro zur Verfügung. Damit wurde das Fördervolumen gegenüber den Vorjahren vorübergehend halbiert. Durch das 2026 beschlossene GKV-Beitragsstabiliserungsgesetz (BStabG) wird das jährliche Fördervolumen ab 2027 dauerhaft auf 100 Millionen Euro reduziert. Von den Fördermitteln entfallen 80 Prozent auf neue Versorgungsformen und 20 Prozent auf die Versorgungsforschung. Ab dem Jahr 2026 werden die Mittel, abzüglich des Finanzierungsanteils der landwirtschaftlichen Krankenkassen, ausschließlich aus der Liquiditätsreserve des Gesundheitsfonds finanziert.
Die Mittel des Innovationsfonds werden vom Bundesamt für Soziale Sicherheit (BAS) verwaltet. Über die Förderanträge und die Förderwürdigkeit des Projektes entscheidet der Innovationsausschuss beim Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA). Dem Innovationsausschuss gehören Vertreterinnen und Vertreter der gesetzlichen Krankenkassen, der Kassenärztlichen sowie Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung, der Deutschen Krankenhausgesellschaft, des Gemeinsamen Bundesausschusses sowie des Bundesministeriums für Gesundheit und des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt an. Vertreterinnen und Vertreter der Patienten und der Selbsthilfe haben ein Mitberatungs- und Antragsrecht. Die Förderkriterien sind gesetzlich durch den § 92a SGB V detailliert geregelt. Grundsätzlich werden neue Versorgungsformen gefördert, die laut Gesetz „eine Verbesserung der sektorenübergreifenden Versorgung zum Ziel haben und hinreichendes Potential aufweisen, dauerhaft in die Versorgung aufgenommen zu werden“ (§ 92a Abs. 1 SGB V). Voraussetzung ist außerdem eine wissenschaftliche Begleitung und Auswertung der Projekte. Auch Projekte der Versorgungsforschung müssen auf einen Erkenntnisgewinn zur Verbesserung der Versorgung ausgerichtet sein.