Regionale Gesundheitspartner der Ersatzkassen

Ambulante Versorgung zukunftsorientiert weiterentwickeln: Delegation und Digitalisierung konsequent fördern

Im Zuge des angekündigten Gesetzentwurfs für ein Primärversorgungssystem appelliert der Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek) an die Politik, stärker auf die Delegation ärztlicher Leistungen mit Unterstützung digitaler Instrumente zu setzen. Nur so lassen sich die Herausforderungen des demografischen Wandels und knapper werdender ärztlicher Ressourcen bewältigen.

Wie dieses Zusammenspiel in der Praxis funktionieren kann, erprobt der vdek bereits im Projekt „Regionale Gesundheitspartner der Ersatzkassen“ gemeinsam mit dem Regionalen Versorgungszentrum (RVZ) Wurster Nordseeküste in Niedersachsen. Dort werden der Einsatz von Nichtärztlichen Praxisassistenten (NäPa) mit einem sogenannten Telemedizinrucksack im Versorgungsalltag getestet. vdek-Vorstandsvertreter Boris von Maydell ist überzeugt: „Durch das intelligente Zusammenspiel von Digitalisierung und Delegation werden Versorgungsprozesse beschleunigt, Ressourcen zielgerichtet eingesetzt und Ärztinnen und Ärzte können sich auf ihre Kernaufgaben fokussieren. Diese Bausteine sollten deshalb neben der digitalen Ersteinschätzung, der E-Überweisung und einer Plattform zur schnelleren Terminvermittlung zu den zentralen Elementen eines künftigen Primärversorgungssystems gehören.“

Hausbesuche mit Telemedizinrucksack

Mithilfe des Telemedizinrucksacks können NäPa bei Hausbesuchen vor Ort Vitalwerte wie Blutdruck, Sauerstoffsättigung und Puls messen sowie beispielsweise ein EKG oder eine Lungenfunktionsprüfung durchführen. Die erhobenen Daten werden in Echtzeit an die behandelnde Ärztin oder den behandelnden Arzt übermittelt. Bei Bedarf können diese per Videokonferenz zugeschaltet werden, Untersuchungsergebnisse beurteilen und unmittelbar Therapieentscheidungen treffen. Von diesem Modell profitieren alle Beteiligten: Patientinnen und Patienten sparen oftmals weite Wege und Ärztinnen und Ärzte erhalten im Praxisalltag mehr Kapazitäten für komplexe Leistungen. Gleichzeitig übernehmen die NäPa anspruchsvolle Tätigkeiten mit hoher Eigenverantwortung und erfahren dadurch eine deutliche Aufwertung ihres Berufsbildes.

„Gerade in einer ländlich geprägten Region mit langen Wegen ist der Telemedizinrucksack ein echter Gewinn“, bekräftigt Dr. Andreas Rühle, Geschäftsführer des RVZ Wurster Nordseeküste. „Mit der digitalen Unterstützung bei Hausbesuchen entlasten unsere Nichtärztlichen Praxisassistentinnen- und -assistenten unsere Ärztinnen und Ärzte spürbar und schaffen mehr Zeit für die persönliche Betreuung der Patientinnen und Patienten. Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag zu einer modernen, wohnortnahen Versorgung im ländlichen Raum. Die Rückmeldungen, die wir bekommen, zeigen große Dankbarkeit für dieses Angebot.“

Telemedizinisch unterstützte Hausbesuche in die Regelversorgung aufnehmen

Damit innovative Konzepte wie telemedizinisch unterstützte Haus- und Pflegeheimbesuche etabliert werden können, sollten sie künftig auch flächendeckend in der vertragsärztlichen Versorgung berücksichtigt werden. Das würde die ambulante Versorgung stärken, die Patientensteuerung verbessern und die Versorgung insbesondere in strukturschwachen Gebieten langfristig sichern.

Die Arbeit einer NäPa im RVZ Wurster Nordseeküste und die Einsatzgebiete weiterer Gesundheitsfachberufe zeigt unser Film „Regionale Gesundheitspartner der Ersatzkassen“.

Weitere Informationen zu den Regionalen Gesundheitspartnern der Ersatzkassen und dem vdek-Konzept „Regionale Gesundheitszentren“ (RGZ) finden Sie hier: https://www.vdek.com/fokus/regionale-gesundheitszentren-rgz.html

» vdek-Vorstandsvertreter Boris von Maydell erläutert, welche die wichtigsten Stellschrauben für ein effizientes Primärversorgungssystem sind. Anhand des Modellprojekts „Regionale Gesundheitspartner der Ersatzlassen“ zeigt er auf, wie die Reform der ambulanten Versorgung gelingen kann: https://youtu.be/-ODvQjnXMb0

Kontakt

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