Referentenentwurf PhyThBRefG

Reform des Physiotherapieberufs: vdek begrüßt mehr Qualität in der Ausbildung, vermisst aber eine faire Lastenverteilung bei der Finanzierung

Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) hat am 26. Oktober 2026 einen Referentenentwurf für ein Physiotherapieberufereformgesetz (PhyThBRefG) veröffentlicht. Dazu merkt Boris von Maydell, Vorstandsvertreter des Verbandes der Ersatzkassen e. V. (vdek), an:

„Für eine hochwertige Versorgung brauchen wir qualifizierte Fachberufe. Daher ist es gut, dass die Bundesregierung ihr Vorhaben nun angeht, den Physiotherapeuten-Beruf zu modernisieren und attraktiver zu gestalten. Ziel ist es, die Qualität der Behandlungen zu steigern und Engpässen in der Versorgung entgegenzuwirken. In diesem Zusammenhang sehen wir die angestrebte Teilakademisierung positiv. So sollen künftig zehn bis 20 Prozent der Physiotherapeutinnen und -therapeuten akademisch ausgebildet werden. Auch richtig ist, dass Zusatzqualifikationen wie Lymphdrainage oder Manuelle Therapie künftig in die Ausbildung integriert werden sollen. Aktuell können Physiotherapeutinnen und – therapeuten diese für die Berufsausübung notwendigen Qualifikationen nur durch Zusatzausbildungen erlangen, die sie selbst bezahlen müssen. Die geplante Abschaffung des Schulgelds sowie verbindliche, bundeseinheitliche Qualitäts- und Mindeststandards für Physiotherapieschulen begrüßen wir ebenfalls.

Auch private Krankenversicherung (PKV) muss ihren Beitrag leisten

Wieder einmal wird die Finanzierung jedoch regelwidrig den Beitragszahlenden der gesetzlichen Krankenversicherung übergeholfen. Wir rechnen hier mit einer Zusatzbelastung von rund 260 Millionen Euro jährlich. Ausbildung ist Aufgabe der Länder. Wenn dennoch die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) in die Finanzierung einbezogen werden soll, muss zumindest auch die private Krankenversicherung (PKV) ihren Beitrag leisten. Hier braucht es eine faire Finanzierungslösung.

Die GKV-Ausgaben für die Physiotherapie haben sich seit 2015 von 4,1 Milliarden Euro auf 10 Milliarden Euro 2025 deutlich mehr als verdoppelt (plus 143 Prozent). Vor dem Hintergrund der angespannten Finanzlage der GKV und des Ziels stabiler Beitragssätze darf die Modernisierung des Physiotherapieberufs die Versorgung nicht weiter zu Lasten der Beitragszahlenden verteuern.“

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