RESIST - Resistenzvermeidung durch adäquaten Antibiotikaeinsatz

Gefördert durch den Innovationsfonds

Logo "Resist - Antibiotika bewusst anwenden - Resistenzen vermeiden"

RESIST hatte sich zum Ziel gesetzt, den Antibiotikaeinsatz bei Atemwegsinfekten in der ambulanten Versorgung zu optimieren. Durch die Einführung einer neuen projekteigenen Fortbildung und einer Antibiotikaberatungsleistung sollten Ärzte für einen besonders verantwortungsvollen Umgang mit Antibiotika sensibilisiert werden. Das bundesweite Projekt ist eine Zusammenarbeit des vdek und seiner Mitgliedskassen mit der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, acht Kassenärztlichen Vereinigungen und dem Institut für Allgemeinmedizin der Universitätsmedizin Rostock. Es wurde vom Innovationsfonds im Rahmen der ersten Förderwelle zu den neuen Versorgungsformen unterstützt.

Die Ergebnisse wurden in einer Pressekonferenz am 14. September 2020 veröffentlicht (siehe unten). Den Evaluationsbericht finden Sie hier:

 

Evaluationsbericht

Evaluationsbericht

Projekt: "RESISTenzvermeidung durch adäquaten Antibiotikaeinsatz bei akuten Atemweginfektionen"

Förderzeitraum: 15.12.2016 – 14.04.2020

Gemeinsame Pressekonferenz von vdek und KBV vom 14.09.2020 - hier im Stream!

Nicht notwendige Antibiotikaverordnungen zu häufig

Ärztin hält eine Pille in die Kamera

Akute Atemwegsinfektionen der oberen und unteren Atemwege (ARTI) werden in den meisten Fällen durch Viren verursacht und kommen ohne äußere therapeutische Maßnahmen wieder zum Erliegen. Antibiotika sind somit wirkungslos, werden aber dennoch in der vertragsärztlichen Versorgung in Deutschland immer noch zu häufig verschrieben. Besonders der Anteil von verordneten Breitbandantibiotika ist im internationalen Vergleich deutlich zu hoch. Die Frage, wie es zu nicht-indizierten Antibiotikaverordnungen kommt, ist in den vergangenen Jahren vermehrt in den Fokus der Forschung gerückt. Eine Rolle scheint hier zu spielen, dass Ärzte die Erwartungshaltung ihrer Patienten in Bezug auf das Erfolgen einer Antibiotikaverordnung überschätzen. Darüber hinaus werden aus einem irrationalen Gefühl größerer Sicherheit heraus zu oft nicht-angemessene Breitspektrumantibiotika eingesetzt. Nicht notwendige Antibiotikaverordnungen verursachen neben dem Problem der bakteriellen Resistenzbildung auch vermeidbare Arzneimittelinteraktionen und Nebenwirkungen und generieren auf diese Weise direkte und indirekte vermeidbare Kosten.

  1. Pressekonferenz zur Vorstellung der Evaluationsergebnisse des RESIST-Projekts, Deckblatt Präsentation
    vdek und KBV stellen Studie zum Innovationsfondsprojekt RESIST vor

    Antibiotikaverordnungen bei akuten Atemwegserkrankungen deutlich zurückgegangen

    Eine aktuelle Studie zum Innovationsfondsprojekt RESIST zeigt, dass eine bessere Kommunikation zwischen Arzt und Patient, unterstützt durch gezielte Fortbildungen der Ärzte sowie Patienteninformationen wie Flyer, Praxisposter oder Infozepte statt Rezepte entscheidend dazu beitragen kann, die Verordnungsrate von Antibiotika bei Atemwegserkrankungen zu senken. » Lesen

Online-Schulung für bessere Arzt-Patienten-Kommunikation

Das Versorgungskonzept von RESIST richtet sich an Ärzte, welche für gewöhnlich bei akuten Atemwegsinfekten von Versicherten direkt aufgesucht werden: Hausärzte, Hals-Nasen-Ohren-Ärzte und Kinder- und Jugendärzte. Das Innovationsfondsprojekt wurde in 8 KV-Regionen umgesetzt. Interessierte Ärzte konnten sich über die Kassenärztlichen Vereinigungen einschreiben.  Voraussetzung für eine Projektteilnahme war die Absolvierung einer vorbereitenden Online-Schulung. Diese fokussierte eine verbesserte Arzt-Patienten-Kommunikation sowie Grundlagen der rationalen und leitliniengerechten Antibiotikatherapie bei Atemwegserkrankungen. Vom 1. Juli 2017 an konnten die 2460 am Projekt teilnehmenden Ärzte dann die neue Versorgungsform für einen Zeitraum von 2 Jahren umsetzen. Für den Einsatz im Praxisalltag haben teilnehmende Ärzte Praxisposter, Patienteninformationen und Entscheidungshilfen erhalten, die die intensivierte Beratung der Patienten sowie die gemeinsame Entscheidungsfindung unterstützen sollen.

Nach Abschluss des Interventionszeitraumes von RESIST stehen die wichtigsten Praxismaterialien nun allen interessierten Ärzten zur Verfügung.

Ziel: Geringere Antibiotikaverordnungsrate 

Ziel des versorgungsnah konzipierten Projektes RESIST war es, sowohl eine Verringerung der allgemeinen Antibiotikaverordnungsrate bei ARTI als auch einen leitliniengerechteren Einsatz von Breitbandantibiotika zu erreichen. Die für jedes durch den Innovationsfonds geförderte Projekt verpflichtende wissenschaftliche Evaluation wurde durch das Institut für Allgemeinmedizin der Universitätsmedizin Rostock durchgeführt. Die Federführung hatte Prof. Dr. Attila Altiner gemeinsam mit dem Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland (Zi).

resist-kbv

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    „RESISTenzvermeidung durch adäquaten Antibiotikaeinsatz bei akuten Atemwegsinfektionen“ startet in den Arztpraxen

    Antibiotika bewusst verschreiben und einnehmen, darum geht es in dem Versorgungsprogramm RESIST, das der vdek gemeinsam mit der Kassenärztlichen Bundesvereinigung entwickelt hat. Seit 1.7.2017 können sich Ersatzkassen-Versicherte im Rahmen von RESIST speziell zu Atemwegsinfekten beraten lassen. » Lesen