Daten zum Gesundheitswesen: Finanzierung
2017 werden die Zuweisungen an die Krankenkassen aus dem Gesundheitsfonds geschätzte 214,7 Milliarden Euro betragen. Da die Zuweisungen geringer sind als die erwarteten Ausgaben, ergibt sich für 2017 eine Unterfinanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) von –14,4 Milliarden Euro. Dieser Fehlbetrag muss aufgrund gesetzlicher Regelungen von den Arbeitnehmern über Zusatzbeitragssätze aufgebracht werden. Die Arbeitgeber werden an diesen Kosten nicht beteiligt.
Der durchschnittliche Zusatzbeitragssatz bleibt 2017 unverändert und liegt bei 1,1 Prozent. Gründe sind eine Sonderentnahme aus der Liquiditätsreserve von 1,5 Milliarden Euro (Ende 2016 betrug die Liquiditätsreserve noch 10,0 Milliarden Euro) sowie die Anhebung des allgemeinen Steuerzuschusses von zuletzt 14 Milliarden Euro (2016) auf 14,5 Milliarden Euro, die im Vergleich zur ursprünglichen Schätzung günstigere Ausgabenentwicklung und die Zunahme der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungen. Der allgemeine Beitragssatz, der jeweils zur Hälfte von Arbeitgebern und Arbeitnehmern getragen wird, bleibt 2017, da gesetzlich festgelegt, bei 14,6 Prozent.
2016 lag die Spanne der Zusatzbeitragssätze bei den Krankenkassen zwischen 0 und 1,9 Beitragssatzpunkten. Die überwiegende Zahl der Mitglieder (52,9 Prozent) war in einer Krankenkasse versichert, die einen Zusatzbeitragssatz von 1,0 beziehungsweise 1,1 Prozent erhob.
Der gleichbleibende durchschnittliche Zusatzbeitragssatz bedeutet nicht, dass sich die Finanzlage der GKV nachhaltig verbessert hat. Der Finanzdruck nimmt weiter zu, da zahlreiche Reformen im Gesundheitswesen zu Mehrbelastungen für die Krankenkassen in Milliardenhöhe führen. Der durchschnittliche Zusatzbeitragssatz wird nach Prognosen des vdek bis 2020 auf 1,8 Prozent ansteigen.
Die Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds (Deckungsgrad nach den Morbi-RSA-Kriterien) unterschieden sich 2015 bei den Kassenarten weiterhin. Einige Kassenarten wiesen wie schon in den Vorjahren eine Überdeckung durch den Morbi-RSA auf, andere, zum Beispiel die Ersatzkassen, verzeichneten weiterhin eine Unterdeckung. Diese Schere ging 2015 weiter auseinander.
GKV - Entwicklung des rechnerischen durchschnittlichen Zusatzbeitragssatzes (ZBS)
in Prozent
2015 - 2020
GKV - Morbiditätsorientierter Risikostrukturausgleich (Morbi-RSA)
Grundsätzliche Funktionsweise
ab 1. Januar 2009 (Stand: Modell 2017)
GKV - Morbiditätsorientierter Risikostrukturausgleich
Die zehn größten Zuweisungsvolumina nach Krankheitsgruppen in Milliarden EUR
2015
GKV - Finanzentwicklung bis 2020
Durch die Gesetzesvorhaben der jetzigen Legislatur induzierten Ausgabensteigerungen in EUR
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