Krankengeld

Ein Krankenhausflur mit frischen Krankenhausbetten

Versicherte haben Anspruch auf Krankengeld, wenn die Krankheit sie arbeitsunfähig macht oder sie auf Kosten der Krankenkasse stationär in einem Krankenhaus, einer Vorsorge- oder Rehabilitationseinrichtung behandelt werden. Die Details zum Krankengeld sind in §§ 44 bis 52 SGB V geregelt.

Berechnung, Höhe und Zahlung des Krankengeldes

Das wegen Arbeitsunfähigkeit entgehende Arbeitsentgelt oder Arbeitseinkommen ersetzende Krankengeld richtet sich grundsätzlich nach den jeweiligen individuellen Verhältnissen des Versicherten. Es beträgt 70 v.H. des täglichen beitragspflichtigen Bruttoarbeitsentgelts oder Arbeitseinkommens, begrenzt auf 90 v.H. des täglichen Nettoarbeitsentgelts (bei Mitberücksichtigung von einmalig gezahltem Arbeitsentgelt 100 v.H. des täglichen Nettoarbeitsentgelts).

Unter Beachtung der Beitragsbemessungsgrenze beläuft sich das Höchstkrankengeld im Jahr 2021 auf 112,88 Euro kalendertäglich.

Zu den Details der Berechnung, der Höhe und der Zahlung des Entgeltersatzes haben der GKV-Spitzenverband und die Verbände der Kranken-und auf Bundesebene am 03.12.2020 ein gemeinsames Rundschreiben veröffentlicht:

Am 19.04.2007 haben die Spitzenverbände der Krankenkassen eine Verlautbarung zur Berechnung des Krankengeldes bei flexiblen Arbeitszeitregelungen verabschiedet. 

Dauer des Krankengeldanspruchs

Nach der Regelung des § 48 SGB V ist der Anspruch auf Krankengeld grundsätzlich unbefristet. Für den Fall der Arbeitsunfähigkeit gilt wegen derselben oder währenddessen hinzugetretenen Krankheit jedoch eine zeitliche Höchstbezugsdauer (Leistungsdauer) von 78 Wochen innerhalb von je 3 Jahren, gerechnet vom Tage des Beginns der Arbeitsunfähigkeit an (Blockfristen).

Vor dem Hintergrund von BSG-Rechtsprechung haben der AOK-BV, die Knappschaft und der vdek am 26.9.2012 eine gemeinsame Verlautbarung zur Dauer des Anspruchs auf Krankengeld veröffentlicht. Sie löst die ältere Verlautbarung vom 6.3.2007 ab. Die Verlautbarung behandelt die Einzelheiten zur Feststellung von Blockfristen, die auf die Leistungsdauer anzurechnenden Zeiten und den Anspruch auf Krankengeld nach Beginn einer neuen Blockfrist.

Krankengeld bei Erkrankung des Kindes

Mit dem am 01.01.2015 in Kraft getretenen Gesetz zur besseren Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf wurden erstmalig die Höhe und die Berechnungsgrundlage des Krankengeldes bei Erkrankung des Kindes unmittelbar gesetzlich geregelt. Abweichend zum Krankengeld bei Arbeitsunfähigkeit basiert das je Kind für 10 bzw. 20 Arbeitstage gezahlte Krankengeld nicht auf dem zuvor bezogenen, sondern auf dem ausgefallenen Nettoarbeitsentgelt.

Am 18./09.06.2019 wurde ein gemeinsames Rundschreiben des GKV-Spitzenverbandes und der Krankenkassenverbände auf Bundesebene verabschiedet. Dieses enthält grundlegende Hinweise für eine einheitliche Rechtsanwendung der Krankenkassen. Wegen der mit aufgenommenen Hinweise zum Kinderverletztengeld war auch die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung beteiligt.

AKTUELL: Sonderregelungen zum Kinderkrankengeld anlässlich der COVID-19-Pandemie

Vor dem Hintergrund der COVID-19-Pandemie hat der Gesetzgeber durch das GWB-Digitalisierungsgesetz den Zeitraum des Anspruchs auf Kinderkrankengeld für das Kalenderjahr 2021 verlängert. Damit besteht im Kalenderjahr 2021 ein Anspruch auf Kinderkrankengeld für jedes Kind längstens für 20 Arbeitstage, für alleinerziehende Versicherte längstens für 40 Arbeitstage. Der Anspruch ist für Versicherte mit mehreren Kindern auf längstens 45 Arbeitstage, für alleinerziehende Versicherte auf längstens 90 Arbeitstage begrenzt. Zugleich wurde der Kinderkrankengeldanspruch für das Kalenderjahr 2021 auf Fälle erweitert, in denen die Betreuung des Kindes nicht aufgrund einer Erkrankung erforderlich wird, sondern weil pandemiebedingt von der zuständigen Behörde

  • Kinderbetreuungseinrichtungen (Kindertageseinrichtung, Hort, Kindertagespflegestelle), Schulen oder Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen geschlossen werden oder
  • für die Klasse oder Gruppe ein Betretungsverbot ausgesprochen (auch aufgrund einer Absonderung) wird oder
  • Schul- oder Betriebsferien angeordnet oder verlängert werden oder
    ie Präsenzpflicht in einer Schule aufgehoben wird oder der Zugang zum Kinderbetreuungsangebot eingeschränkt wird oder
  • empfohlen wird, vom Besuch des Kindes einer der genannten Einrichtungen abzusehen.