vdek-Zukunftspreis 2023: Klimawandel und Gesundheit

Der vdek-Zukunftspreis 2023 wurde im Rahmen der Fachveranstaltung „Klimawandel und Gesundheit“ am 18. Oktober 2023 verliehen.

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Logo: vdek -Zukunftspreis 2023

Wetter und Witterung wirken sich auf das Wohlbefinden und die Gesundheit aus. Steigende Temperaturen und zunehmende Extremwetterereignisse – wie Hitzewellen, Stürme und Überschwemmungen – beeinflussen sowohl den Körper als auch die Psyche der Menschen. Besonders Herz-Kreislauf-Erkrankte, Allergiker oder Menschen mit Atemwegsbeschwerden leiden unter diesen Entwicklungen. Hinzu kommen die zunehmenden Belastungen für die Haut und andere Organe durch UV-Strahlung und Luftverschmutzung.

Das Klima zu schützen heißt also auch, unsere Gesundheit zu schützen. Dabei sind nicht nur Maßnahmen für Kommunen und Einrichtungen des Gesundheitswesens dringlich, mit denen die bereits eingetretenen oder drohenden Folgen des Klimawandels eingedämmt werden können; auch Anpassungen der eigenen Lebensweise sowie der medizinischen und pflegerischen Versorgung von Patientinnen und Patienten werden relevanter.

Mit der Ausschreibung des vdek-Zukunftspreises 2023 suchten die Ersatzkassen Projekte und Best-Practice-Beispiele, die dazu beitragen, dem Klimawandel und seinen negativen, gesundheitlichen Auswirkungen durch gezielte Maßnahmen sowohl im Großen als auch im Kleinen aktiv entgegen zu wirken. Welche Maßnahmen können ergriffen werden, um insbesondere die vulnerablen Personengruppen zu schützen? Wie kann eine klimasensible Versorgung gelingen? Auf welche Weise kann Klimaschutz als Querschnittsaufgabe in Gesundheitseinrichtungen, Kommunen und Organisationen verankert werden?

Bewerben konnten sich alle Akteure, Einrichtungen, Fachgesellschaften und Initiativen, die Aufklärung zum Thema Klimawandel und den dadurch bedingten Gesundheitsrisiken betreiben oder bereits nachhaltige Klima- und Gesundheitsschutzmaßnahmen umsetzen.

1. Preis an Medizin-Lehrveranstaltung „Klimalimette“

Kernelement der Lehrveranstaltung an der Universität Münster ist ein Simulationstraining von und für Medizinstudierende mit Schauspielpatienten, das die gesundheitlichen Auswirkungen des Klimawandels näherbringen soll. Ziel ist es, angehende Mediziner angemessen auf das Thema für den Praxisalltag vorzubereiten sowie die eigene berufsbezogene und gesellschaftspolitische Rolle zu reflektieren.  Der erste Preis ist mit 9.000 Euro dotiert.

2. Preis an Projekt „Klimasensible Gesundheitsversorgung“

Der mit 5.000 Euro dotierte 2. Preis geht an ein Projekt des Praxisnetzwerks Gesundheitsnetz Qualität und Effizienz (QuE) Nürnberg. Das Netzwerk bietet seinen Mitgliedspraxen ein Informations- und Fortbildungsangebot zur Förderung von klimasensibler medizinischer Versorgung, Prävention klimainduzierter Krankheitsbilder sowie nachhaltiger Praxisführung. Maßnahmen sind etwa ein „Arzneimittel-Check-up Hitze“ für ältere Patienten sowie das „Serviceheft Hitze“ mit Hitzeschutz- und Hitzeaktionsplan.

3. Preis an Initiativen für Klima- und Hitzeschutz in Quartieren und stationärer Pflege

Den 3. Preis erhält zum einen die Initiative „Hitzefrei in Münchner Quartieren“ des Vereins MAGs – München Aktiv für Gesundheit. Bewohner und Gestalter von Stadtteilen beraten hier gemeinsam zum Hitzeschutz in Quartieren und entwickeln gemeinsam konkrete Maßnahmen zur hitzeresilienten Gestaltung des Stadtteil-Lebens in Hitzeperioden. Zum anderen wurde die Initiative „klimafreundlich pflegen – überall!“ des AWO Bundesverbandes ausgezeichnet. Im Rahmen des bundesweiten Projekts soll insbesondere die CO2-Emission in stationären Pflegeeinrichtungen in den Bereichen Verpflegung, Mobilität und Energieverbrauch gesenkt werden. Die Preise sind mit jeweils 3.000 Euro dotiert.

Wir gratulieren den Preisträgern und danken allen, die sich beworben und Ideen eingebracht haben!

  1. Logo: vdek -Zukunftspreis 2023
    vdek-Verbandszentrale Berlin

    „Klimawandel und Gesundheit“: Gemeinsam ins Handeln kommen / vdek-Zukunftspreis: Best-Practice-Modelle für Mensch und Klima ausgezeichnet

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Jury und Preisgeld

Die Entscheidung über die Preisträger und die Verteilung des Preisgeldes von insgesamt 20.000 Euro auf ggf. mehrere Gewinner traf eine unabhängige Jury:

  • Uwe Klemens (Juryvorsitz), ehrenamtlicher Vorsitzender des Verbandes der Ersatzkassen e. V. (vdek), Mitglied der Sozialen Selbstverwaltung beim vdek
  • Prof. Dr. Attila Altiner, Ärztlicher Direktor der Abteilung Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung des Universitätsklinikums Heidelberg
  • Anke Fritz, Klinikdirektorin Celenus Klinik Carolabad, Versichertenvertreterin in der Sozialen Selbstverwaltung bei der KKH
  • Dr. Regina Klakow-Franck, Stellvertretende Leiterin des Instituts für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen (IQTIG)
  • Dr. Monika Schliffke, Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein
  • Stefan Schwartze, Beauftragter der Bundesregierung für die Belange der Patientinnen und Patienten
  • Christian Zahn, Ehrenpräsident der Association Internationale de la Mutualité (AIM)
Der vdek-Zukunftspreis ist seit 2010 eine Initiative der Sozialen Selbstverwaltung bei den Ersatzkassen. Mit ihm möchten die zuletzt bei den Sozialwahlen 2017 gewählten ehrenamtlichen Versicherten- und Arbeitgebervertreter bei den Ersatzkassen Projekte und Ideen unterstützen, die zur Verbesserung der Versorgung beitragen, insbesondere vor dem Hintergrund einer älter werdenden Gesellschaft. Der Preis soll zudem das ehrenamtliche Engagement fördern sowie unkonventionelle Versorgungsprojekte mit Modellcharakter bekannter machen.

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