Medizinische Dienste (MD)

Die Medizinischen Dienste (MD, bis Mitte 2021 „Medizinische Dienste der Krankenversicherung“, MDK) sind eigenständige Körperschaften des öffentlichen Rechts in den Bundesländern und unterstützen die Kranken- und Pflegekassen bei medizinischen sowie pflegerischen Fragen.

Die Kranken- und Pflegekassen sind verpflichtet, die jeweiligen MD in bestimmten Fällen bei wichtigen Leistungsentscheidungen zur Durchführung von Begutachtungen zu beauftragen. Die MD haben als unabhängige Instanz dabei die Aufgabe, die medizinischen und pflegerischen Fragestellungen der gesetzlichen Kranken- und Pflegekassen objektiv zu beantworten und diesen hierdurch eine medizinische Grundlage für ihre leistungsrechtlichen Entscheidungen zur Verfügung zu stellen. Darüber hinaus überprüfen die MD in bestimmten Fällen aus medizinischer Sicht die Richtigkeit der Abrechnungen der Krankenhäuser. Weiterhin beauftragen die Pflegekassen die MD mit der Prüfung, ob die Voraussetzungen der Pflegebedürftigkeit erfüllt sind und welcher Grad der Pflegebedürftigkeit (früher Pflegestufe) vorliegt. Zudem führen die MD im Auftrag der Pflegekassen Einzelfallbegutachtungen, Qualitätsprüfungen von Pflegeeinrichtungen sowie sozialmedizinische Beratungsleistungen durch.

Organe eines MD sind der Verwaltungsrat und der Vorstand. Der Vorstand führt die Geschäfte des jeweiligen MD nach den Richtlinien des Verwaltungsrats. Er stellt den Haushaltsplan auf und vertritt den MD gerichtlich und außergerichtlich. Der Verwaltungsrat besteht aus stimmberechtigten Vertretern der Arbeitgeber, Versicherten und Betroffenen, wie Patienten und Pflegebedürftigen, sowie beratenden Vertretern von Ärzte- und Pflegekammern. Der Verwaltungsrat hat

  • die Satzung zu beschließen
  • den Haushaltsplan festzustellen
  • die jährliche Betriebs- und Rechnungsführung zu prüfen
  • Richtlinien für die Erfüllung der Aufgaben des MD unter Beachtung der Richtlinien und Empfehlungen des Medizinischen Dienstes Bund nach § 283 Abs. 2 SGB V aufzustellen
  • Nebenstellen zu errichten und aufzulösen
  • den Vorstand zu wählen und zu entlasten

Die Fachaufgaben der MD werden von Ärztinnen und Ärzten, Angehörigen anderer Heilberufe sowie von Pflegefachkräften wahrgenommen.

Die zur Finanzierung der Aufgaben der MD gemäß § 275 Absätze 1 bis 3b SGB V sowie zur Feststellung von Pflegebedürftigkeit erforderlichen Mittel werden von den Kranken- und Pflegekassen durch eine Umlage je Mitglied nach der amtlichen Statistik KM 6 erbracht.

Der Medizinische Dienst Bund (MD Bund) koordiniert die bundesweite Zusammenarbeit der 15 nach Bundesländern organisierten MD. Mit dem am 1. Januar 2020 in Kraft getretenen MDK-Reformgesetz war beschlossen worden, dass die MD die Trägerschaft des MD Bund vom Spitzenverband Bund der Krankenversicherung (GKV-SV) übernehmen. Dieser Schritt wurde zum 1. Januar 2022 vollzogen.

Coronavirus - Informationen im Zusammenhang mit MD (vormals MDK) und MD Bund (vormals MDS)

29.03.2021 - MDS beschließt bundesweit einheitliche Maßgaben für Pflegebegutachtungen während der COVID-19-Pandemie

Pressemitteilung des MDS vom 29.03.2021 (Für Nachfragen wenden Sie sich bitte an die MDS-Pressestelle)

Der Medizinische Dienst des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen (MDS) hat bundesweit einheitliche Maßgaben für die Pflegebegutachtungen während der COVID-19-Pandemie beschlossen. In diesen ist geregelt, unter welchen Schutz- und Hygienemaßnahmen die persönliche Pflegebegutachtung erfolgt und in welchen Ausnahmefällen darauf verzichtet werden kann. » Lesen

06.11.2020 - MDS: Keine Regelprüfungen und persönlichen Hausbesuche im Pflegebereich während aktueller Kontaktbegrenzung

Pressemeldung des MDS vom 06.11.2020 (Für Nachfragen wenden Sie sich bitte an die MDS-Pressestelle)

Vor dem Hintergrund der durch Bundesregierung und Landesregierungen für November beschlossenen Kontaktbeschränkungen zur Eindämmung der Corona-Infektionszahlen werden keine Qualitätsregelprüfungen in der ambulanten und stationären Pflege durchgeführt. Ebenso finden in dieser Zeit keine persönlichen Hausbesuche zur Feststellung des Pflegegrades statt. Darauf haben sich der GKV-Spitzenverband und die Medizinischen Dienste in Abstimmung mit dem Bundesministerium für Gesundheit und PKV-Verband verständigt. » Lesen

23.09.2020 - Corona und Pflege: MDS aktualisiert FAQ

Meldung des Medizinischen Dienstes des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen (MDS) vom 18.09.2020 (Für Nachfragen wenden Sie sich bitte an die MDS-Pressestelle)

  • Wie werden Pflegebedürftige begutachtet?
  • Wie sehen die Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen aus?
  • Wohin wenden sich Versicherte bei Fragen zur Begutachtung?
  • Was gilt für Qualitätsprüfungen in Pflegeeinrichtungen?
  • Was ändert sich für die Indikatorenerhebung in der stationären Pflege?

Auf diese Fragen gibt der MDS Antworten in seinen aktualisierten Corona-FAQ. » Lesen

26.05.2020 - Medizinische Dienste unterstützen Gesundheitsämter und Versorgung

MDS-Pressemitteilung vom 26.05.2020 (Bei Nachfragen wenden Sie sich bitte an die MDS-Pressestelle)

Die Corona-Pandemie stellt eine große Herausforderung für den öffentlichen Gesundheitsdienst sowie für die medizinische und pflegerische Versorgung dar. Daher haben die Medizinischen Dienste der Krankenversicherung (MDK) ihre Unterstützung zur Bewältigung der Krise angeboten. Über 800 MDK-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind derzeit in den Gesundheitsämtern sowie in Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern auf freiwilliger Basis tätig. » Lesen

19.03.2020 - Pflegeversorgung: Koordination auf Landesebene notwendig

MDS-Pressestatement, Essen, 19.03.2020 (Für Nachfragen wenden Sie sich bitte an die MDS-Pressestelle)

Erklärung des MDS-Geschäftsführers Dr. Peter Pick zum heutigen Ministergespräch zur Entlastung der pflegerischen Versorgung aufgrund der Corona-Pandemie: Eine spürbare Entlastung für die bundesweit über 25.000 Pflegeeinrichtungen (die MDK beschäftigen dort 3.500 Pflegekräfte) soll die befristete Aussetzung der jährlichen Qualitätsprüfungen in Einrichtungen sowie der Verzicht auf die persönliche Pflegebegutachtung Pflegebedürftiger zur Einstufung in die Pflegegrade bringen. Vorstellbar seien auch weitere Maßnahmen wie die Unterstützung der Gesundheitsämter vor Ort durch MDK-Mitarbeiter bei der Nachverfolgung von Infektionsketten. » Lesen

19.03.2020 - Schutz der Versicherten hat Vorrang – körperliche Untersuchungen durch Medizinischen Dienst ausgesetzt

MDS-Pressestatement, Essen, 19.03.2020 (Für Nachfragen wenden Sie sich bitte an die MDS-Pressestelle)

Erklärung des MDS-Geschäftsführers Dr. Peter Pick zum heutigen Ministergespräch zur Entlastung der pflegerischen Versorgung aufgrund der Corona-Pandemie: Eine spürbare Entlastung für die bundesweit über 25.000 Pflegeeinrichtungen (die MDK beschäftigen dort 3.500 Pflegekräfte) soll die befristete Aussetzung der jährlichen Qualitätsprüfungen in Einrichtungen sowie der Verzicht auf die persönliche Pflegebegutachtung Pflegebedürftiger zur Einstufung in die Pflegegrade bringen. Vorstellbar seien auch weitere Maßnahmen wie die Unterstützung der Gesundheitsämter vor Ort durch MDK-Mitarbeiter bei der Nachverfolgung von Infektionsketten. » Lesen

18.03.2020 - Medizinische Dienste bieten Unterstützung an

MDK-Pressemitteilung, Essen, 18.03.2020 (Für Nachfragen wenden Sie sich bitte an die MDK-Pressestelle)

Vor dem Hintergrund der sich durch die Corona-Pandemie abzeichnenden Engpässe in der gesundheitlichen und pflegerischen Versorgung ziehen die Medizinischen Dienste der Krankenversicherung (MDK) in Betracht, MDK-Mitarbeiter dem gesundheitlichen und pflegerischen Versorgungssystem und öffentlichen Stellen, wie den Gesundheitsämtern vor Ort, zur Verfügung zu stellen. » Lesen

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