Krankenversicherung der Studenten (KVdS)

An einer Hochschule eingeschriebene Studenten sind in der Kranken- und Pflegeversicherung pflichtversichert. In den meisten Fällen tritt diese Versicherungspflicht jedoch erst dann ein, nachdem eine beitragsfreie Familienversicherung (z.B. über die Eltern) beendet wurde.

Seit dem 01.01.2017 beträgt der monatliche Beitrag zur Krankenversicherung der Studenten 66,33 Euro. Darüber hinaus ist der Zusatzbeitrag nach dem Zusatzbeitragssatz der Krankenkasse zu zahlen, der der Student angehört. In der Pflegeversicherung ist ein Beitrag in Höhe von 16,55 EUR zu entrichten; für kinderlose Studenten nach Vollendung des 23. Lebensjahres sind es 18,17 EUR.

Die Spitzenverbände der Krankenkassen haben zuletzt mit Datum vom 21.3.2006 ein Rundschreiben veröffentlicht, in dem Details zur Kranken- und Pflegeversicherung der Studenten, Praktikanten ohne Arbeitsentgelt, der zur Berufsausbildung Beschäftigten ohne Arbeitsentgelt und der Auszubildenden des Zweiten Bildungswegs geregelt sind.

Werkstudenten

Die Spitzenorganisationen der Sozialversicherung haben die versicherungsrechtliche Beurteilung von beschäftigten Studenten (sog. Werkstudenten), Praktikanten und ähnlichen Personen zuletzt in einem gemeinsamen Rundschreiben vom 27.07.2004 zusammengefasst. Seitdem sind diverse Änderungen durch gesetzliche Neuregelungen und durch die Rechtsprechung eingetreten. Daher wurde das Rundschreiben überarbeitet und in der Fassung vom 23.11.2016 bekanntgegeben.

Insbesondere folgende Sachverhalte haben eine neue rechtliche Bewertung erhalten:

  • Die Hochschulausbildung im Sinne der Anwendung des Werkstudentenprivilegs wird mit Ablauf des Monats, in dem der Studierende vom Gesamtergebnis der Prüfungsleistung offiziell schriftlich unterrichtet worden ist, als beendet angesehen.
  • Die Versicherungsfreiheit bei befristeter Beschäftigung beruht nicht auf der Anwendung der Vorschriften über die Versicherungsfreiheit aufgrund des Werkstudentenprivilegs, sondern auf der Regelung zur Versicherungsfreiheit bei geringfügiger (kurzfristiger) Beschäftigung.
  • Die im Zusammenhang mit der Ausübung mehrerer Beschäftigungen im Laufe des Jahres maßgebende 26-Wochen-Regelung wird auf den Ursprung ihrer Bedeutung zurückgeführt. Die 26-Wochen-Regelung dient nicht dazu, eine Versicherungsfreiheit zu begründen. Vielmehr soll sie eine auf der Grundlage des Werkstudentenprivilegs grundsätzlich einzuräumende Versicherungsfreiheit ausschließen.
  • Auch bei nur kurzen Unterbrechungen beim Übergang vom Bachelor- zum Masterstudium ist nicht von einem durchgehenden Fortbestehen der Zugehörigkeit zum Personenkreis der ordentlich Studierenden auszugehen.
  • Neufassung der Ausführungen zu den Teilnehmern an dualen Studiengängen
  • Bei Ableistung eines in der Studien- oder Prüfungsordnung vorgeschriebenen Praktikums während des Urlaubssemesters wird Versicherungsfreiheit aufgrund des Werkstudentenprivilegs angenommen.
  • Von einem vorgeschriebenen Praktikum ist nicht nur für die in einer Studien- oder Prüfungsordnung vorgeschriebene Mindestdauer des Praktikums auszugehen, sondern darüber hinaus auch für den die Mindestdauer überschreitenden Zeitraum, wenn (weiterhin) ein Zusammenhang zwischen dem Praktikum und dem Studium besteht.
  • Praktikanten, die ein vorgeschriebenes Vorpraktikum über den Zeitpunkt der Studienaufnahme hinaus in unverändertem Umfang für einen kurzen Zeitraum fortführen, sind weiterhin als Vorpraktikanten und nicht als Zwischenpraktikanten zu behandeln.