Einwurf

Regionalkomponente beim Morbi-RSA notwendig!

Porträt Ulrike Elsner - Vorstandsvorsitzende des vdek

vdek-Vorstandsvorsitzende Ulrike Elsner

Über das Ob einer Reform des morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleichs (Morbi-RSA) wird mittlerweile kaum mehr diskutiert – es geht nur noch um das Wie. Zwingend erforderlich ist hierbei die Berücksichtigung einer Regionalkomponente.

Der Morbi-RSA gewährleistet nicht mehr hinreichend das, wozu er eigentlich gedacht ist: unterschiedliche Risiken, die von den Krankenkassen selbst nicht – auch nicht durch gutes Management – zu beeinflussen sind, zu nivellieren. Die Spreizung zwischen den höchsten und den niedrigsten Deckungsbeiträgen bei den Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds – mittlerweile liegt die Spanne bei 2,5 Milliarden Euro – zeigt eine Schieflage, die für die negativ betroffenen Ersatzkassen, die BKKs und IKKs wettbewerbsrelevante Ausmaße annimmt.

Die Politik hat das erkannt und will den Morbi-RSA bis zum 31. Dezember 2019 auf der Basis zweier Gutachten des wissenschaftlichen Beirats weiterentwickeln. Auch die Ersatzkassen haben ihre Forderungen auf der Basis der Gutachten aktualisiert. Ein Paket von Maßnahmen kann den Morbi-RSA besser machen und ist schnell umsetzbar. Dabei geht es hauptsächlich um die Beseitigung der Über- und Unterdeckung bei verschiedenen Versichertengruppen, die Einführung eines Hochrisikopools und vor allem einer Regionalkomponente.

Regionale Ausgabenunterschiede ergeben sich beispielsweise aus der Bevölkerungs- und Angebotsstruktur, das hat auch die Analyse des wissenschaftlichen Beirats eindrucksvoll belegt. Der Landkreis Vorpommern-Greifswald in Mecklenburg-Vorpommern bekommt demnach derzeit pro Versicherten 260 Euro zu wenig, der Landkreis Hohenlohekreis in Baden-Württemberg 342 Euro zu viel aus dem Gesundheitsfonds, eine Differenz von rund 600 Euro je Versicherten! Die Einführung einer Regionalkomponente ist die überzeugendste Option, dieses Problem regional unterschiedlicher Kostenniveaus wettbewerbsneutral für die Krankenkassen zu lösen.

Es gibt bei der Zuweisung richtigerweise einen bundesweiten Ausgleich der regionalen Beitragseinnahmen – spiegelbildlich brauchen wir daher auch bei den Ausgaben eine Regionalkomponente.

Auf Basis der Gutachten erwarten wir nun in den nächsten Wochen Eckpunkte für ein RSA-Reformpaket.