Mit dem Beitragssatzstabilisierungsgesetz (BStabG) hat die Bundesregierung das lange erwartetete Reformpaket vorgelegt, um die Finanzprobleme der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) anzugehen. Die gute Nachricht: Zentrale Empfehlungen der FinanzKommission Gesundheit – insbesondere die Rückkehr zu einer einnahmeorientierten Ausgabenpolitik – finden sich im Kabinettsentwurf wieder. Um stabile Beiträge zu ermöglichen, darf es allerdings keine weiteren Ausnahmeregelungen – etwa für den Pharma oder Krankenhausbereich – geben. Dass der Bund sich zudem der vollständigen Übernahme der Gesundheitskosten für Bürgergeldempfangende entzieht und zugleich den allgemeinen Bundeszuschuss für versicherungsfremde Leistungen kürzt, ist eine klare Unwucht zulasten der Beitragszahlenden. Prof. Dr. Wolfgang Greiner, Vorsitzender der FinanzKommission, stellt im Interview klar: Gesamtgesellschaftliche Aufgaben gehören aus Steuermitteln finanziert. Die Politik müsse jetzt die Beitragssatzstabilisierung ernst nehmen und langfristig absichern. Konsequenz ist auch bei weiteren Reformvorhaben gefragt. Die Notfallreform wurde nach vielen Anläufen der Vorgängerregierungen nun endlich im April vom Kabinett beschlossen. Damit ist die Ziellinie aber noch nicht erreicht. Zugleich ist ein Primärversorgungssystem geplant, für das sich erste Bausteine, etwa die digitale Ersteinschätzung, im Referentenentwurf für ein Digitalgesetz (GeDIG) finden. Beide Vorhaben bieten die Chance, die Versorgung gezielter zu steuern, Ressourcen effizienter einzuetzen und Patientinnen und Patienten schneller in die richtige Behandlung zu lenken.
Weitere Artikel aus ersatzkasse magazin. (3. Ausgabe 2026)
-
Referentenentwurf des Gesetzes für Daten und digitale Innovation im Gesundheitswesen (GeDIG)Mehr Daten, bessere Steuerung?
-
Kabinettsentwurf zum BeitragssatzstabilisierungsgesetzGroßer Fortschritt, aber bitte noch nachbessern
-
Interview mit Prof. Dr. Wolfgang Greiner"Versicherungsfremde Leistungen gehören aus Steuermitteln finanziert"