Wer auf professionelle Pflege angewiesen ist, möchte sich selbst oder seine Angehörigen in guten Händen wissen. Ein neues Qualitätssystem in der Langzeitpflege soll dazu beitragen. Dieses beinhaltet auch eine Qualitätsdarstellung, die Orientierung gibt und dabei hilft, die Qualität verschiedener Pflegeanbieter zu erkennen und zu vergleichen.
Die Auswahl eines geeigneten Pflegeanbieters ist besonders herausfordernd und von großer Bedeutung. Unterstützen sollen dabei die Veröffentlichungsportale der Pflegekassen, wie beispielsweise der pflegelotse.de vom vdek. Dort werden die Ergebnisse aus den Qualitätsprüfungen sowie weitere Angaben der Pflegeanbieter als Qualitätsdarstellung veröffentlicht. Dies ermöglicht den Vergleich verschiedener Pflegeanbieter, gibt einen Überblick über die erbrachte Pflegequalität und das Leistungsangebot und hilft bei der Auswahl eines geeigneten Pflegeanbieters.
Seit Einführung der sozialen Pflegeversicherung (SPV) verfolgt der Gesetzgeber das Ziel, die pflegerische Versorgung sicherzustellen, die Qualität der Pflege weiterzuentwickeln und die Rechte von Pflegebedürftigen zu stärken. Mit dem Pflege-Weiterentwicklungsgesetz (PfWG) 2008 und dem zweiten Pflege-Stärkungsgesetz (PSG II) 2017 wurde das gesetzliche Qualitätssystem in der Langzeitpflege umfassend reformiert. Auf wissenschaftlicher Grundlage wurde dazu ein neues Qualitätssystem entwickelt. Es besteht aus dem internen Qualitätsmanagement der Pflegeeinrichtung, der externen Qualitätsprüfung und der Darstellung der Qualität. Das neue Qualitätssystem wurde 2019 in die stationäre und zum 1. Juli 2026 in die ambulante Pflege eingeführt. Damit wurden auch die bekannten „Pflegenoten“ endgültig abgeschafft, die insbesondere aufgrund ihrer begrenzten Aussagekraft in die Kritik geraten waren.
In der neuen Qualitätsdarstellung werden die Ergebnisse der Qualitätsprüfungen differenzierter veröffentlicht und sollen die tatsächliche Pflegequalität stärker in den Mittelpunkt rücken. Dieses Ziel ist aus Sicht des vdek jedoch noch nicht erreicht, da die Qualitätsdarstellung zwar fachlich präziser, aber auch komplexer und umfangreicher geworden ist. Sie muss alltagstauglich werden und auf den ersten Blick erkennbar machen, ob eine Pflegeeinrichtung eine gute Pflegequalität aufweist und welche Pflegeeinrichtung im Vergleich die bessere Versorgung leistet. Diese Weiterentwicklung fordert der vdek aktiv ein und erwartet wichtige Erkenntnisse aus der gesetzlich vorgesehenen Evaluation des stationären Qualitätssystems.
Grundlage der Qualitätsdarstellung sind die Ergebnisse aus den Qualitätsprüfungen. Diese sind ein unverzichtbares Instrument des Qualitätssystems. Sie zeigen auf, wo Pflege gut funktioniert und wo Schwachstellen bestehen, stoßen Verbesserungen an und stellen damit Pflegequalität dauerhaft sicher. Auch die Qualitätsprüfungen wurden weiterentwickelt. Während vorher die Pflegedokumentation im Mittelpunkt stand, drehen sich die Fachgespräche heute stärker um die Bedürfnisse der pflegebedürftigen Menschen.
Perspektivisch soll aus Sicht des vdek der beratungsorientierte Ansatz weiter ausgebaut und zu einer partnerschaftlichen Begleitung weiterentwickelt werden. Denkbar ist beispielsweise eine Art Patenschaft, bei der Pflegeeinrichtungen einen festen und verlässlichen Partner an ihrer Seite haben, der die internen Strukturen, Prozesse und Entwicklungen kennt und sie dauerhaft und individuell nach Bedarfslage begleiten kann.
Perspektivisch soll aus Sicht des vdek der beratungsorientierte Ansatz weiter ausgebaut und zu einer partnerschaftlichen Begleitung weiterentwickelt werden.
Die Qualitätsdarstellung ist der Teil des Qualitätssystems, der bei den pflegebedürftigen Menschen und ihren Angehörigen ankommt. Dahinter stehen zahlreiche Verfahren, die unter anderem bei den vdek-Landesvertretungen in ihrer Funktion als Landesverbände der Pflegekassen ablaufen. Die Landesverbände beauftragen die Qualitätsprüfungen, verantworten die Veröffentlichung der Qualitätsdarstellung, gestalten die Rahmenbedingungen in der Pflege mit und wirken darauf hin, dass sich die Qualität bei den Pflegeanbietern kontinuierlich weiterentwickelt. Mit der Umstellung auf das neue Qualitätssystem mussten auch diese Verfahren angepasst werden. Der vdek hat daher auf Bundesebene die Initiative ergriffen und ein kassenartenübergreifendes Vorgehen vorangetrieben. So wurden zum 1. Juli 2026 bundesweit einheitliche Rahmenbedingungen für die Umsetzung des neuen Qualitätssystems durch die Landesverbände der Pflegekassen geschaffen. Dadurch werden parallele Strukturen vermieden und ein einheitliches Vorgehen sowie eine verlässliche Qualitätssicherung unterstützt.
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