Einwurf

Lange Wartezeiten auf einen Termin in der Arztpraxis müssen ein Ende haben

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat angekündigt, bereits vor der Sommerpause gesetzliche Schritte zur Reduzierung der Wartezeit bei niedergelassenen Ärzten einzuleiten. Was ist zu tun?

Einen Termin beim Facharzt zu bekommen, ist nicht immer leicht. Gesetzlich Krankenversicherte konkurrieren mit Privatpatienten und Selbstzahlern (zum Beispiel bei den Individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL)) um die oft knappen Termine der Facharztpraxen. Sie nehmen bei akuten Problemen teils lange Wartezeiten in der Praxis hin, werden auf das nächste Quartal vertröstet oder schlimmstenfalls an einen anderen Arzt verwiesen.

Porträt Ulrike Elsner - Vorstandsvorsitzende des vdek

Offenbar reichen die vorhandenen Instrumente nicht aus, um eine Benachteiligung der gesetzlich Versicherten gegenüber Privatpatienten zu unterbinden.

Ulrike Elsner, Vorstandsvorsitzende des vdek

Dies sollte sich rasch ändern – wenn nötig, auch mit gesetzlichen Maßnahmen. Denn offenbar reichen die vorhandenen Instrumente nicht aus, um eine Benachteiligung der gesetzlich Versicherten gegenüber Privatpatienten an dieser Stelle zu unterbinden. Insofern begrüßen wir es, dass Bundesgesundheitsminister Jens Spahn noch vor der Sommerpause gesetzliche Schritte zur Reduzierung der Wartezeiten bei niedergelassenen Ärzten einleiten will. Dazu gehört, dass die im Koalitionsvertrag verankerte Erhöhung des Mindestsprechstundenangebots der Vertragsärzte für die Versorgung von gesetzlich versicherten Patienten von derzeit 20 auf 25 Stunden zügig umgesetzt wird. Ein weiterer wichtiger Schritt ist, die Terminservicestellen bei den Versicherten bekannter zu machen. Denn laut einer Forsa-Umfrage, die der Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek) kürzlich in Auftrag gegeben hat, wissen nur etwa 50 Prozent der Befragten, dass sie sich bei Problemen wegen eines Facharzttermins an eine Terminservicestelle der Kassenärztlichen Vereinigungen (KV) wenden können. Zur Transparenz trägt auch nicht gerade bei, dass jede Terminservicestelle derzeit unter einer anderen Rufnummer zu erreichen ist. Erforderlich ist es daher, dass bundesweit eine einheitliche Rufnummer für alle Versicherten der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) bereitgestellt wird. Im Zeitalter der Digitalisierung sollten die KV zudem einen elektronischen Terminservice für Versicherte einrichten, über den diese einen freien Sprechstundentermin bei einem Facharzt direkt buchen können. Damit könnten die Telefon-Hotlines entlastet werden und Buchungen zu jeder Tages- und Nachtzeit problemlos online erfolgen.

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