Gesundheitsförderung

Gesundheitsförderung gemeinsam gestalten

Menschen mit Behinderungen haben vielfältige Potenziale, ihre Gesundheit und Lebensqualität aktiv zu stärken. Das Projekt Gesundheit einfach machen 2.0 zeigt, wie Organisationen der Behindertenhilfe Gesundheit gemeinsam mit den Menschen vor Ort fördern können.

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Die Förderung der Gesundheit von Menschen mit Behinderungen hat in den vergangenen Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen. Mit dem Präventionsgesetz von 2015 wurden Menschen mit Behinderungen ausdrücklich als Zielgruppe der Gesundheitsförderung und Prävention in den Blick genommen. Ziel ist es, gesundheitliche Chancengleichheit zu stärken und Gesundheitsförderung dort zu verankern, wo Menschen leben, lernen und arbeiten. Gleichzeitig zeigen Erfahrungen und Studien, dass Menschen mit Behinderungen noch nicht in gleichem Maße von Präventions- und Gesundheitsförderungsangeboten profitieren wie die Allgemeinbevölkerung. Umso wichtiger sind Ansätze, die an ihren Lebenswelten ansetzen, individuelle Bedarfe berücksichtigen und gemeinsam mit den Betroffenen gestaltet werden. Vor diesem Hintergrund kommt dem Projekt „Gesundheit einfach machen 2.0“, das der Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek) im Rahmen der Initiative „Gesunde Lebenswelten“ fördert, besondere Bedeutung zu. Unter der Koordination der Katholischen Hochschule für Sozialwesen Berlin (KHSB) wird das Projekt gemeinsam mit Special Olympics Deutschland (SOD) und dem Forschungsinstitut für Inklusion durch Bewegung und Sport (FIBS) umgesetzt. Es zielt darauf ab, Gesundheitsförderung in Organisationen der Behindertenhilfe nachhaltig zu verankern und gemeinsam mit den Menschen vor Ort zu gestalten. Menschen mit Behinderungen verbringen einen Großteil ihres Alltags in besonderen Wohnformen oder Werkstätten für behinderte Menschen.

Kern des Projekts ist ein speziell für diese Lebenswelten weiterentwickelter Gesundheitsförderungsprozess, der Organisationen dabei unterstützt, Gesundheitsförderung systematisch und nachhaltig in ihren Strukturen zu verankern (Abbildung unten). Der Prozess umfasst die sechs Phasen Vorbereitung, Strukturaufbau, Analyse, Maßnahmenplanung, Umsetzung und Evaluation.

Schaubild Gesundheitsförderungsprozess, sechs Phasen: Vorbereitung, Strukturaufbau, Analyse, Maßnahmenplanung, Umsetzung und Evaluation.

Begleitet werden die Einrichtungen dabei über einen Zeitraum von 15 Monaten durch eine externe Fachberatung. Ziel ist es, gesundheitsfördernde Rahmenbedingungen in den Organisationen zu schaffen und zugleich gesundheitsförderliches Verhalten von Menschen mit Behinderungen zu stärken Insgesamt elf Organisationen – fünf Werkstätten und sechs Anbieter für besondere Wohnformen – haben sich an dem Projekt beteiligt. Vor Ort gründeten sich inklusive Gesundheitsteams, mit denen Bedarfe erhoben und Maßnahmen entwickelt sowie durchgeführt wurden. Auf diese Weise konnten bis zu 3.800 Menschen mit Behinderungen erreicht werden.

Ein besonderes Highlight im Rahmen des Projekts war die inklusive Sommerakademie „Klima und Gesundheit“ im September 2025. Menschen mit und ohne Behinderungen entwickelten dort gemeinsam Lernmaterialien in einfacher Sprache und machten Gesundheitswissen rund um den Klimawandel niedrigschwellig zugänglich. Die Erfahrungen aus dem Projekt zeigen: Wichtig für die Förderung der Gesundheit in den Lebenswelten Werkstatt und Wohnen sind

  • ein Blick auf die gesamte Organisation, 
  • das Verständnis von Gesundheitsförderung als langfristigen Prozess und nicht als einzelne Maßnahme,
  • die Verzahnung von Gesundheitsförderung und alltäglichen Aufgaben,
  • der Rückhalt aus der Leitungsebene und
  • die Beteiligung verschiedener Personengruppen in den Organisationen – allen voran der Menschen mit Behinderungen

Insgesamt elf Organisationen – fünf Werkstätten und sechs Anbieter für besondere Wohnformen – haben sich an dem Projekt beteiligt. Vor Ort gründeten sich inklusive Gesundheitsteams, mit denen Bedarfe erhoben und Maßnahmen entwickelt sowie durchgeführt wurden. Auf diese Weise konnten bis zu 3.800 Menschen mit Behinderungen erreicht werden.

Im Rahmen des Projekts kamen im Frühjahr 2026 mehr als 90 Fachkräfte und Menschen mit Behinderungen in Berlin zu der Fachtagung „Gesundheitsförderung für und mit Menschen mit Beeinträchtigungen: Einfacher gemacht als gedacht?“ zusammen. Die Impulsvorträge und Praxisbeispiele verdeutlichten insbesondere die Bedeutung gesundheitsförderlicher Rahmenbedingungen, von Selbstbestimmung und Beteiligung sowie einer langfristigen Verankerung von Gesundheitsförderung in den Organisationen. Die Projektergebnisse und Impulse der Fachtagung bilden die Grundlage für die künftige Arbeit. Erfolgreiche Ansätze sollen verstetigt und in weitere Organisationen übertragen werden. So leistet das Projekt auch in Zukunft einen Beitrag zu mehr gesundheitlicher Chancengleichheit. 

» gesunde-lebenswelten.com

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