Zehn Jahre vdek in Berlin

Von der Sieg an die Spree

Der Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek) ist in seiner über 100-jährigen Geschichte mehrmals umgezogen. Die Nähe zur Politik und den Partnern im Gesundheitswesen gab den Ausschlag für den Ortswechsel Ende Juni 2009 in die Hauptstadt Berlin. 

Vdek Gebäude

Eisenach, Hamburg, Berlin, Hamburg, Siegburg, Berlin. Der vdek, gegründet 1912 in Eisenach, hat eine wechselhafte Geschichte hinter sich, die sich auch mit den genannten Ortsnamen verbindet. Der Verband will nah bei seinen Mitgliedskassen bzw. am politischen Geschehen sein. Nachdem die Bundesregierung ihren Dienstsitz im Jahr 1999 an die Spree verlegt hatte, zog es auch viele gesundheitspolitische Verbände und Organisationen in die Hauptstadt, darunter auch den vdek. Die Verlegung des Dienstsitzes war für den Verband und seine Mitgliedskassen ein strategisch bedeutender Schritt, zumal dieser Entscheidung – ausgelöst durch das Gesetz zur Weiterentwicklung der Organisationsstrukturen in der GKV (GKV-OrgWG) und die Gründung des GKV-Spitzenverbandes - ein umfangreicher Reorganisationsprozess vorangegangen war. 

Am 29. Juni 2009 nahmen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihre Beschäftigung am Askanischen Platz in Berlin in unmittelbarer Nachbarschaft zum Handelsblatt, Tagesspiegel und Zeit Online wieder auf. Auch die Wege zum Bundestag, Bundesrat, Bundeskanzleramt, zur Bundespressekonferenz, zum GKV-Spitzenverband, Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) und zu vielen anderen gesundheitspolitischen Organisationen sind kurz. Damit kann der Verband seine Kernaufgaben, die Interessenvertretung, noch besser wahrnehmen. 

Der Verband bündelt und vertritt die gemeinsamen (vertrags-)politischen Interessen der sechs Ersatzkassen (TK, BARMER, DAK-Gesundheit, KKH, hkk und HEK) gegenüber der Politik und den Leistungserbringern, ist in wichtigen Gremien wie dem GKV-Spitzenverband oder G-BA aktiv und wird in parlamentarischen Prozessen angehört. Im Auftrag der Mitgliedskassen agiert der vdek als moderner Dienstleister seiner Mitgliedskassen, in deren Auftrag er eine Vielzahl operativer Aufgaben wahrnimmt, beispielsweise spezifische IT-Dienstleistungen im Bereich des Vertragsgeschäftes. Gleichzeitig sorgen 15 Landesvertretungen für die Präsenz vor Ort und gestalten dort die medizinische und pflegerische Versorgung gemeinsam mit den Ärztinnen und Ärzten, Krankenhäusern und anderen Leistungserbringern. 

Und wo steht der Verband heute? Die Ersatzkassen konnten ihren Marktanteil in den zehn Jahren von damals 24 Millionen auf heute rund 28 Millionen Versicherte ausbauen. Neue Herausforderungen kommen auf die Ersatzkassen und den vdek zu: die Digitalisierung, der demografische Wandel und vieles mehr. Kreativität, Innovationskraft und Flexibilität sind also gefragt. Berlin als Standort bleibt dagegen vermutlich noch viele Jahre bestehen.

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